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CLAW - Claw

VÖ: 06. Oktober 2014
Czar Of Crickets Production

Das Thema "Post Apokalypse" ist per se ein guter Nährboden für Heavy Metal jeglicher Färbung. Im Gegensatz zu vielen modernen Death Metal Bands treiben sich Claw aber lieber im klassischen Metal herum, den man am häufigsten - und daraus macht die Band auch keinen Hehl - mit Megadeth der jüngeren Phase in Verbindung bringen kann. Das wiederum macht das Quintett aus der Schweiz aber auch irgendwie wieder clever. Rechnet man das Intro und das etwas aus dem Rahmen fallende Instrumental "The Alphapocalypse" ab, kann ich von den restlichen elf Songs sagen, dass sie mit einfachsten Mitteln, aber einer entschlossenen Umsetzung fast immer ihr Ziel treffen. Dabei müssen Riffs nicht unnötig mit Firlefanz angereichert werden, sondern schlichtweg drücken. Da muss Sänger Nikolay Prensilevich kein überragender Könner sein, sondern er muss mit seiner (zugegeben) Mustaine-ähnlichen Art einfach zum Sound der Band passen. Und das sind nur zwei Beispiele eines schlüssigen Debüts, bei dem man als Hörer mal seine eigene penible Qualitätskontrolle ausschalten muss und "Claw" als Gesamtwerk sehen sollte. Und dann stehen dir auf einmal wirklich klasse Songs gegenüber. Der direkte Opener "Out Of The Vault", zu dem auch ein Video gedreht wurde, "Alpha 13" mit seiner wohl dosierten Portion Thrash, die wirklich starke und apokalyptisch passende Power-Ballade "Alone", das kraftvolle "Dawn Of A New Era", bei dem das Tempo wie selbstverständlich einmal kräftig angezogen und dann wieder zurückgerudert wird - oder "Too Late", bei dem der Uptempo-Beat so herrlich simple aber höchst effektiv gespielt wird. Manchmal sind es diese Kleinigkeiten oder Dinge, die eben nicht getan werden.
"Claw" ist ein wirklich stimmiges Gesamtpaket und hat Gehör verdient. (sw)

- 8/10 -