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Interview: COMMUNIC

Mit Sänger/Gitarrist Oddleif Stensland.

Für uns ist es am heutigen Tage nur das zweite Interview, aber du hast auf dieser Tour schon einige mehr gehabt, oder?
Klar. Und es macht auch Spaß, Interviews speziell auf Tour zu geben, da man die Menschen dann persönlich kennenlernen kann.

Genau wie Scar Symmetry seid ihr ebenfalls zum zweiten Mal in Deutschland auf Tour. Daher die gleiche Frage an Dich: Welche Unterschiede kannst du zur letzten Tour feststellen?
Der erste Unterschied ist schon mal die musikalische Ausrichtung (letztes Jahr waren Communic der Opener für Ensiferum und Graveworm). Dieses Mal sind es nur zwei Bands, die auch besser zueinander passen. Die Fans haben es da leichter und sie wissen im Vorfeld, weswegen sie kommen.

Tja, sie mögen euch ... und euer Label offensichtlich auch. Tourshirts für eine relativ kleine Tour?
Naja, es scheint auf jeden Fall ganz gut zu laufen. Die Tour haben wir allein organisiert. Da alle aus den beiden Bands ihre Jobs haben, können wir eben nicht so ewig lange unterwegs sein. Aber die Unterstützung vom Label ist auf jeden Fall da.

"Waves Of Visual Decay" ist ja noch nicht allzu lange raus. Hast Du schon etwas von den Verkaufszahlen gehört?
Nein. Die ersten offiziellen Zahlen kommen erst so nach einem halben Jahr nach Veröffentlichung. Aber so, wie die Vorverkäufe gelaufen sind, können wir ganz zufrieden sein. Es geht ganz langsam bergauf.

Womit du meine eigentliche Abschlussfrage schon vorweg nimmst. Mal realistisch gesehen: Wo würdest du Communic gerne in fünf oder zehn Jahren sehen?
Oh Gott. Das ist verdammt schwierig zu beantworten. Ich mache mir über solche Sachen eigentlich nie so große Gedanken. Das irritiert nur. Was ich aber sagen kann ist, dass ich in beispielsweise fünf Jahren gerne zwei Alben veröffentlicht haben möchte.

Zum Abschluß mal was ganz anderes. Auf eurer Homepage gibst Du als Wunschort für eine Zeitreise Folgendes an: 11. September 1842 - die Nacht in der Ingermanland an der Südspitze von Norwegen verschwand. Also, das bedarf jetzt ein wenig Erklärung.
Da muss ich aber etwas ausholen. An der Südspitze Norwegens liegt mein Geburtsort Mandal mit knapp 14.000 Einwohnern. Es ist der südlichste Ort. Zu damaliger Zeit war es ein kleines Fischerdorf. Und Ingermanland ist eigentlich der Name eines Landstückes in Russland (rund um St. Petersburg), aber auch der Name eines Kriegsschiffes, welches von dort kam. Es war mit 1.100 Mann Besatzung unterwegs nach ... keine Ahnung wohin. In der Nacht des besagten 11. September 1842 passierte dieses Schiff die Südspitze Norwegens und begann aus ungeklärten Gründen zu sinken, als es Mandal passierte. Die Bewohner der Dorfes haben das bemerkt und machten sich mit ihren kleinen Fischerbooten auf, um zu helfen. Angesichts der Relationen ein hoffnungsloses Unterfangen. Aber sie schafften es, rund 800 Mann der russischen Besatzung zu retten.
Das ist einfach eine sehr faszinierende aber auch beklemmende Story und das hätte ich gerne miterlebt. Eine meiner ersten Bands hieß auch Ingermanland. Das hat mich schon immer fasziniert.

Offensichtlich auch tief verbunden. "The seaweeds in the ocean shall be my deathbed" heißt es im Song "Ocean Bed" vom Communic-Debüt ...

Das Interview führte Siegfried Wehkamp (Foto, rechts).
Osnabrück, 06. Oktober 2006
Foto: Marco Zimmer