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Interview: SPEARHEAD

Okay, hier sind wieder ein paar Briten, denen das Thema Krieg offensichtlich ziemlich am Herzen liegt. Dennoch sind die Ausführungen mitunter etwas pseudo-intellektuell und auch teils naiv, so dass wir vor dem Besprechen der aktuellen Spearhead-CD "Decrowning The Irenarch" doch mal etwas nachhaken wollten. Sänger/Bassist/Texter Barghest mailte zurück.

Liest man das Vorwort zu "Decrowning The Irenarch", bekommt man als Hörer das Gefühl, dass Krieg die einzige Lösung für die aktuellen weltweiten Probleme sei. Ist das die Absicht, die ihr vermitteln wollt?
In der Zeit in der wir leben, ist Krieg oder das Kämpfen die einzige Heilung für mentale und körperliche Schwäche. Wenn man sich die Geschichte anschaut oder wenn wir irgendetwas daraus lernen wollen, ist es, dass die Zivilisationen, die für hunderte oder tausende Jahre gesund funktionierte, in ein dreiteiliges System aufgeteilt wurde - die Priester, Krieger, Arbeiter. Nimmt man das Krieger-Element heraus, löst sich das System auf. Ich würde sowieso nicht weltweite Probleme sagen, nur die Krisen im Okzident - das was wir heute die "moderne Welt" nennen.

Aus dem Vorwort der CD: "Die Vorstellung eines Imperiums … muss wieder errichtet werden."
Braucht die Welt wirklich einen Imperator/Führer, um wieder ein besserer Ort zu werden?
Wenn wir in der jetzigen Zeit je wieder eine gesunde Zivilisation wollen, ist eine Art von mehr als nur politischer Führerschaft oder Hierarchie lebenswichtig. Mit "die Vorstellung eines Imperiums" beziehe ich mich auf die traditionelle Idee der göttlichen Ursprünge der Imperatoren oder Könige - und somit eine spirituelle, als auch körperliche Herrschaft.

Bitte erkläre den Begriff "trans-human". Speziell in Deutschland gibt es einige Menschen, die diesen Begriff mit dem Wort "superhuman" (Übermensch - im dritten Reich benutzt) verwechseln könnten oder sogar wollen.
Zwei völlig verschiedene Dinge: Mit "Übermensch" meinst du "eine übermenschliche Person", richtig? "Transhuman" bedeutet, was sich "über und jenseits der menschlichen Sphäre" befindet. Es ist definitiv gegen die Idee, dass die Menschheit das ultimative Ziel ist und dass der Mensch das höherwertige Wesen ist/sein kann.


Jedenfalls hat die letzte Antwort klargemacht, was den Jungs so im Kopf herrumschwirrt. Aber etwas verwirrt scheinen sie schon zu sein. Zumindest stellte sich ein Titel wie "Road To Austerlitz" nach kurzer Recherche als thematische Behandlung mit der Dreikaiserschlacht im Dezember 1805 heraus.
Musikalisch auf dem aufsteigenden Ast - textlich fragwürdig, oder einfach nur total unüberlegt.



Das Interview führte Siegfried Wehkamp (per Mail).