Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

Interview: INMORIA

Eine neue Band aus dem schwedischen Bollnäs, die aber aus altbekannten Musikern besteht und dann auch noch ein fabelhaftes Album abliefert? Da müssen wir doch mal kurz bei Bandkopf Dan Eriksson nachfragen, was es damit auf sich hat.

Welche musikalische Absicht steckt hinter Inmoria? Was war der Grundgedanke hinter allem?
Nun, die Absicht ist natürlich die Weltherrschaft, haha!
Nein, im Ernst. Wir spielen die Musik, die hoffentlich von Menschen genau so gerne gehört wird, wie wir es tun. Für mich war es einfach so, dass ich meinen Kopf von vielen Frustrationen befreien wollte. Seit ich Tad Morose verlassen hatte, hatte ich für viele Jahre nichts mehr mit Musik zu tun, aber plötzlich hatte ich diesen Wunsch wieder in mir. Und mir gefiel, was ich da schrieb und überlegte, wie ich das publik machen könnte. Da habe ich meinen langjährigen Freund Christer Andersson (Tad Morose-Gitarrist) angerufen und nach seiner Meinung gefragt. Er fand das Material klasse und schon redeten wir über eine Band-Zusammenstellung. Auf kurze Nachfrage kamen dann Peter Morén (Drums) und Tommi Karppanen (Bass) dazu. Charles Rytkönen von Morgana Lefay hatten wir erst nur gefragt, ob er ein paar Vocals ausprobieren möchte, aber er hat uns alle weggeblasen. Seine Stimme zu der Musik ist einfach der Hammer.

Die Hauptcharaktere sind offensichtlich die Keyboards und der Gesang, da beides noch größer strahlt, als in den jeweiligen Hauptbands? Richtig? Falsch?
Richtig! Aber wir versuchen schon die Keyboards ein wenig im Hintergrund zu belassen, was aber verdammt schwierig ist, haha! Sie sind einfach ein wichtiger Bestandteil im Inmoria-Sound und sie vertiefen das dunkle Feeling.
Charles' Vocals sind sehr unterschiedlich zu denen bei Morgana Lefay. Er hat sich ein wenig Sorgen gemacht, ob er denn zur Musik passen würde, ihm wurde das Gegenteil bewiesen. Er ist perfekt für die Band und verleiht dem Sound den letzten Touch an Düsterheit.

Wie sieht denn dann das Songwriting aus? Keyboards zuerst?
Das ist ziemlich einfach. Normalerweise starte ich mit einigen Keyboardpassagen, aber manchmal auch einfach mit ein paar Gitarrenriffs. Schlussendlich ende ich in einem etwas kuriosen Geisteszustand, in dem ich den Song komplett in meinem Kopf hören kann. Entsprechend verlasse ich meinen PC nicht eher, bevor der Song fertig ist. Nacheinander nehme ich dann alle Instrumente auf und ändere manchmal Parts, wenn es nötig ist. Danach rufe ich die Jungs an und die legen dann ihre persönliche Note über das Ganze.
Textlich wird es in meinem Kopf dann noch etwas wirrer. Da spielen sich Filme vor meinem geistigen Auge ab. Ich sehe Charaktere, düster und depressiv - fast wie Schatten - und sie laufen herum und reden mit mir, bitten mich, ihnen aus ihrer Misere zu helfen. Und was sie mir sagen, schreibe ich dann nieder.
Du siehst, wenn Sigmund Freud heute noch unter uns wäre, ich wäre wohl sein einziger Patient, haha!!

Wie real soll Inmoria werden - gerade in Bezug auf Live-Shows?
Vielleicht eine "Bollnäs around the world"-Tour mit allen drei Bands?
Unser erster Gig ist bei der Release-Party am 4. Juli, also wenn du Geschichte miterleben willst, solltest du besser dabei sein, haha!!
Wir haben eine Firma, die dabei ist, etwas zusammenzustellen. Aber wir warten noch, bis das Album draußen ist und wie die Presse reagiert. Wir würden uns gerne den Arsch abtouren.
Haha, wir witzeln wirklich immer darüber, dass wir bei einer solchen Tour nur einen kleinen Minivan brauchen und einen Hockey-Coach, der mit einer Schiedsrichterpfeiffe am Bühnenrand steht, um uns zu sagen, welches Bandmitglied mit welcher Band jetzt auf die Bühne muss.


Das Interview führte Siegfried Wehkamp (per Mail).