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Interview: THE SORROW

Am dritten Tag der "Anchorless Tour" von THE SORROW traf ich mich im Tourbus vor dem Bastard Club in Osnabrück mit Sänger/Gitarrist Mathias "Mätze" Schlegl (Foto, links) und Gitarrist Andreas "Andi" Mäser (Foto, rechts) zu einem netten Gespräch.

Foto: Severin Schweiger

Euer aktuelles Album liegt jetzt schon acht Monate zurück. Warum folgt die eigentliche Tour zum Album erst jetzt?
Andi: Wir waren ja zur Veröffentlichung als Support von Sepultura auf Tour und danach fing dann auch schon die Festivalsaison an, von daher hatten wir vorher eigentlich gar keine Zeit.

Heute ist der dritte Tag Tour. Wie waren die Resonanzen gestern in München und Saarbrücken?
Andi: Sehr geil eigentlich! Gestern war sogar noch besser als am ersten Tag eh schon. Die Resonanzen waren durchaus schon sehr cool!

Die Tour führt euch gegen Ende natürlich auch für ein paar Termine nach Österreich. Gibt es irgendeinen Unterschied zwischen deutschen und österreichischen Fans? Seid ihr in Österreich "größer"?
Andi: Ja, das würde ich schon so sagen. In Österreich kommen schon mehr Leute und die Hallen sind auch etwas größer, aber ansonsten ist das ähnlich wie hier.

Seitdem ihr damals im Metal Hammer "Demo des Monats" gewesen seid, ging's steil bergauf. Plattenvertrag, die erste CD, und damit dann den Metal Hammer-Soundcheck gewonnen. Von überall kam eigentlich Lob. Habt ihr das damals alles so richtig realisiert, was da um euch herum passiert, und musstet ihr euch vielleicht ein bisschen zusammenreißen, nicht abzuheben?
Mätze: Zusammenreißen mussten wir uns eigentlich nicht (grinst). Das war aber schon alles sehr überraschend für uns. Wir haben uns natürlich riesig gefreut, dass das überhaupt funktioniert hat und waren völlig baff, dass das echt so losknallt. Wir verkaufen uns aber auch nicht, sondern machen immer unser nächstes Ding und konzentrieren uns darauf.
Andi: … und manchmal waren wir am Boden zerstört.
(beide lachen)

Euer zweites Album wurde dann etwas kritischer aufgenommen. Es hieß von einigen Seiten, dass man dem Album den Druck und auch den Zeitdruck, unter dem ihr standet, anhört. Seht ihr das ähnlich?
Andi: Das zweite Album wird ja immer kritischer aufgenommen, das ist klar, und sicher, wir hatten ziemlich wenig Zeit, Songs zu schreiben, weil wir auch viel unterwegs waren, und dann hieß es, wir müssen jetzt die zweite Platte machen. Wir meinen selber aber auch, dass es noch besser geht.

Welches waren denn die grundlegenden Unterschiede, die es in der Vorbereitungszeit und während der Aufnahme der beiden Alben gab?
Andi: Bei der Vorbereitungszeit gab es natürlich schon einen drastischen Unterschied. Für die erste Scheibe hatten wir ungefähr fünf Jahre Zeit und für die zweite nur drei Monate. Und was die Musik als solches angeht, haben wir beim zweiten Album so ein bisschen die Moshparts ausgelassen, und versucht, ein bisschen mehr Metal in die Songs mit einzubringen.

Schreibt ihr eure Songs eigentlich gemeinsam? Oder wie läuft das ab?
Mätze: Also vom Grundsatz her schreiben Andi und ich die Songs. Wir haben halt die Ideen und dann setzen wir uns zusammen und spielen das erstmal in den Computer ein, oder proben das sofort im Proberaum, und schauen, dass wir da einen Song draus machen.

Gibt es schon konkrete Pläne für das dritte Album? Sind vielleicht schon Songs fertig, gibt es schon einen groben Veröffentlichungstermin?
Andi: Der Studiotermin wird wohl so im März/April 2010 liegen.
Mätze: Ideen für Songs sind schon viele da, aber es gibt auch noch viel zu tun.

Es gibt ja viele Bands, die distanzieren sich gerne vom Begriff "Metalcore". Wie steht ihr dazu?
Andi: Uns ist das Wurscht! Ob Metalcore, Death Metal oder Deathcore - das ist uns scheißegal. Diese Bezeichnungen gehen mir bzw. uns am Arsch vorbei! Wir machen heavy Sound - und das war's!

Euer Sound wird oft als eine Mischung aus Killswitch Engage, In Flames und Caliban beschrieben. Könnt ihr damit leben?
(beide wie aus der Pistole) Ja, auf jeden Fall!
Mätze: Das trifft's eigentlich ziemlich gut.
Andi: Das sind drei starke Bands, klar kann man damit gut leben.

Welche Bands sind eure musikalischen Einflüsse, von denen ihr euch inspirieren lasst?
Mätze: Da gibt's unzählige Sachen. Wir hören ja sehr viel, und auch nicht nur Metal.
Andi: Wir hören auch viele verschiedene Musikrichtungen, von Pop bis Rock und zum Teil auch Klassik.

Welches sind denn eure persönlichen Favouriten, speziell im Metalbereich?
Andi: Also was ich immer hören kann sind Tool. Und zur Zeit höre ich gerade so'n bisschen Meshuggah und sowas.
Mätze: Ich höre eher ältere Sachen. AC/DC oder alte Metallica.

Und was läuft hier im Tourbus?
Brüno! (beide lachen)
Der Film?
Ja!
(jetzt lachen wir alle)

Fahren eure beiden Support-Bands auch im Tourbus mit?
Andi: Nur The Mercury Arc … Silent Decay müssen mit dem Van hinterherfahren. (grinst)

Gibt es schon irgendeine kuriose oder lustige Tourstory, auch wenn die Tour gerade erst gestartet ist?
Mätze: Wir hatten gestern schon den ersten Vollsuff! (Mätze schaut dabei lachend zu Andi rüber, der verlegen weggschaut), aber sonst war noch nichts wirklich Erschreckendes dabei. (grinst)

Mit welcher Band würdet ihr gerne mal zusammen auf Tour gehen? Gibt's da einen Wunschkandidaten?
Mätze (wie aus der Pistole): Foo Fighters! Das wär' cool …
Andi: Pussy Sisster (beide lachen)
Pussy Sisster?
Andi: Kennst Du die nicht? (grinst)
Ähm, nein ...
Andi: Die spielen morgen hier. Die musst Du Dir unbedingt reinziehen. Die laufen jeden Donnerstag auf VOX in der Sendung "Goodbye Deutschland"!

Wie sehen grob die Pläne für's nächste Jahr aus?
Mätze: Ein genauer Plan steht noch nicht. Erstmal wollen wir das Album fertigmachen, dann werden wir natürlich wieder Festivals spielen und dann kommt auch sicherlich wieder eine Tour. Wir sind immer gerne unterwegs und touren viel durch die Gegend.
Andi: Wir machen uns diesmal aber nicht mehr so'n Stress wie beim letzten Mal.

Euer Drummer Dominik heißt mit Spitznamen "Dewey". Gibt es irgendeine Story dazu?
Mätze: Da gibt es doch diese eine TV-Serie, wie heißt die noch … (überlegt)
Andi: Da spielt ein Dewey mit … (überlegt auch) … Malcolm Mittendrin!
Mätze: Ja, genau!
Andi: Und da gibt's wohl einen, der schaut dem Dominik wohl angeblich ähnlich. Aber der Spitzname kommt auch nicht von uns, der kommt, glaube ich, von seinen Eltern.
Mätze: Bei uns heißt er Pömpl … (beide lachen)


Das Interview führte Marco Zimmer.
Osnabrück, 15. Oktober 2009