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Interview: YUPPIE-CLUB

Eine wunderschöne Verbeugung vor dem Grindcore der 80er/90er hat uns der YUPPIE-CLUB mit seinem zweiten Album "Pretty Insane" vor den Latz geknallt. Dass der Spaß trotz aller musikalischer Ernsthaftigkeit an vorderster Front steht, dürfte in den nächsten Zeilen gut zur Geltung kommen.

Den Yuppie-Club gibt es ja schon verdammt lange. Warum hat es so lange gedauert, bis die ersten CDs das Licht der Welt erblicken? Sind die Aufnahmerituale vielleicht zu schwierig?
Zuerst muss man einen Kontoauszug vorlegen, der ein ansehnliches Guthaben vorweist und dann einen lebendigen Regenwurm essen, um bei uns mitzuspielen. Das hat die Suche nach einem Bassisten so schwierig gemacht. Naja, vielleicht fehlte uns auch einfach die Zeit?! Wenn wir ganz ehrlich sein sollen, war es tatsächlich ein Zeitproblem.

Die musikalische Marschrichtung ist ja nun eindeutig. Euer Name lässt darauf schließen, dass Carcass mit Lee Dorian am Mikro quasi eure Lieblingsband wäre?
Oder Napalm Death zu Zeiten von Lee Dorian und Bill Steer mit Jeff Walker und Ken Owen kombiniert!?
Ich denke, spätestens wenn man unsere Songs hört, weiß jeder, dass unsere Marschrichtung die Death- und Grindszene der 80er und 90er Jahre ist.

Was sollte man noch mögen, um in den Yuppie-Club aufgenommen zu werden?
Ehrlichen und gradlinigen Grind, Kohle, schnelle Autos, Alkohol und Nutten.

"Beyond The Unknown" wurde dieses Mal von Martin Schirenc (Pungent Stench, Hollenthon) eingesungen. Wer war es auf "Pretty Brutal"? Und wer steht noch auf eurer Wunschliste für künftige Alben?
Auf "Pretty Brutal" hat Lee es eingesungen. Die Ursprungsversion ist ja von 1986 und wir wollten den Song erst einmal aufpeppen. Außerdem ist uns die Idee auch erst während der Aufnahmen von "Pretty Brutal" gekommen, "Beyond The Unknown" auf jedes Album mit einem anderen Sänger zu packen. Unsere absoluten Wunschkandidaten wären Jeff Becerra oder Bill Steer. Da wir Jeff 2007 kennengelernt haben und er tatsächlich unseren Style mag, wäre es super, wenn er der Nächste wäre. Aber gefragt haben wir ihn noch nicht.

Hand aufs Herz - aller Identitätsgeheimhaltung zum Trotz - woher könnte ein langjähriger Szenespezialist auch noch kennen?
Wer sich 1985-1993 in der NRW- bzw. Ruhrpott Thrash/Death/Grindszene bewegt hat, der hat uns auch sicher damals schonmal mit unserer Band auf der Bühne gesehen oder wird den ein oder anderen von uns zumindest kennen.
Jungs, mit denen wir persönlich, menschlich und musikalisch aufgewachsen sind, haben damals bei Bands wie Chronical Diarrhoea, Sodom, Darkness, 7Inch Boots, Caustic, Dull usw. gespielt. Mit vielen von denen haben wir in den 80ern die Bühne geteilt oder Musik gemacht. Manche sind auch heute noch im Geschäft und spielen bei Bands wie Japanische Kampfhörspiele, Bohren & Der Club Of Gore, Lokalmatadore oder auch Andy Brings.
Aus dieser Ecke kommen wir und daher könnte ein Szenespezialist uns kennen. War das genau genug oder wolltest Du jetzt einen Bandnamen hören?


Das Interview führte Siegfried Wehkamp (per Mail).