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Interview: FUCK YOUR SHADOW FROM BEHIND

Für viele sicherlich recht überraschend, wurde am 4. September 2010 das Ende der Deathcore-Band FUCK YOUR SHADOW FROM BEHIND bekannt gegeben. Rund einen Monat nach dem Abschiedskonzert im heimischen Würzburg, beantwortete uns Gitarrist Nikita Kamprad (Foto, 3. von rechts) noch ein paar abschließende Fragen.

Drei Jahre FYSFB - was bleiben da rückblickend für besonders positive, interessante oder auch negative Erfahrungen, Ereignisse und Erlebnisse zurück?
Für mich und auch für den Rest der Band sind es wohl die unzähligen Tage und Wochenenden on the road, die Aufnahmen und die Veröffentlichung unseres Albums "Freigeist", die vielen neuen Bekanntschaften und nicht zuletzt der Spaß und die Freude an unserer eigenen Musik, die uns noch sehr lange in Erinnerung bleiben werden. Auch wenn es manchmal etwas anstrengend und zunehmend zeitintensiv wurde, waren es drei wunderbare Jahre als Band.

Nochmal zurück zu den Anfängen: Wie seid ihr damals eigentlich auf euren Bandnamen gekommen? Gibt es da eine spezielle Geschichte zu?
Wir haben uns im Sommer 2007 als Band zusammen gefunden und schon nach kurzer Zeit die ersten Songs geschrieben und anschließend aufgenommen. Wir machten uns auf die Suche nach einem Namen, da dies das einzige war, was uns noch fehlte und schließlich kam unser Basser Benedikt auf die glorreiche Idee. Im Nachhinein vielleicht nicht die beste, aber auf der anderen Seite kam es uns zu diesem Zeitpunkt - und auch noch jetzt - viel mehr auf das an, was wir mit unserer Musik und den Texten versuchen auszudrücken und dabei war der Name eher zweitrangig.

Die Musik auf eurem Album "Freigeist" stammt zu einem großen Teil von dir. Mit dem entsprechenden Abstand betrachtet, würdest Du die Songs immer noch genau so komponieren oder würdest Du da aus heutiger Sicht einige Dinge anders machen?
Beim Songwriting zu "Freigeist" haben hauptsächlich Benedikt und ich zusammen gearbeitet, wobei sich natürlich jedes Bandmitglied einbringen durfte und so lange an den Songs gefeilt wurde, bis sie letztendlich von jedem einzelnen abgesegnet wurden. Auch wenn ich mittlerweile keinen so guten Draht mehr zu dieser Art von Musik habe, stehe ich auch jetzt noch voll und ganz hinter den Songs und käme nicht auf die Idee, etwas zu ändern. Mir ist es wichtig, dass die Songs bzw. die einzelnen Riffs eine klare Linie durchzieht, die sie nachvollziehbar und logisch macht. So habe ich früher geschrieben und so schreibe ich auch heute. Das einzige wären meine neuen Ideen und Einfälle, die sich von den alten Sachen unterscheiden.

Wenn sich eine Band auflöst, dann bedeutet das für manche Bandmitglieder sicherlich auch eine Art Befreiung, speziell auch in künstlerischer Hinsicht. Ist das bei euch auch so und gab es im Umkehrschluss vielleicht auch Stimmen, die FYSFB gerne weitergeführt hätten?
Kla,r hätten wir an sich alle gerne weitergemacht. Aber um eine Band in dieser Größenordnung weiterführen zu können, muss zum einen immer neues Material nachkommen und zum anderen viel geprobt und live gespielt werden. Ich konnte mich seit den Aufnahmen zu "Freigeist" musikalisch so gut wie nicht mehr einbringen und sämtliche neuen Songs kamen aus Benedikt's Feder. In Anbetracht meiner musikalischen Inspirationsebbe und der privaten Umstände der einzelnen Mitglieder (Wohnortwechsel, Studium, usw.) ging meine Motivation für die Band immer mehr den Bach runter, bis das Thema irgendwann angesprochen wurde und es zur bekannten Entscheidung kam. Es war natürlich nicht ganz leicht, das Ganze zu akzeptieren, aber wir sind als Freunde auseinander gegangen und werden das auch bleiben.

Ein Grund, warum ihr das Thema FYSFB nun geschlossen habt, waren u.a. musikalische Differenzen. Wie sahen die aus? Wollte jeder eine andere musikalische Richtung einschlagen? Tobias und Du habt ja z.B. Der Weg Einer Freiheit ins Leben gerufen, was ja musikalisch etwas ganz anderes ist.
Wie schon angesprochen, konnte ich seit den Album-Aufnahmen keinen neuen Song mehr beisteuern, während Benedikt fast jede Woche mit neuen Riffs um die Ecke kam - die keineswegs schlecht waren und meiner Meinung nach sehr viel Potential hatten/haben. Aber trotzdem fehlte für mich immer das gewisse Etwas, und ich konnte mich auch nicht mit dem Gedanken anfreunden, in einer Band zu spielen, in der ich mich musikalisch nicht ausleben kann.

Welche Ideen und Absichten stecken hinter Der Weg Einer Freiheit? Ist das nur ein Projekt oder mittlerweile eine reelle Band und was können wir da zukünftig erwarten?
Das erste Material für Der Weg Einer Freiheit entstand fast zeitgleich mit der Gründung von FYSFB. Black Metal hat für mich einige der emotional stärksten und intensivsten Bands hervorgebracht und das sollte erklären, warum wir mit Der Weg Einer Freiheit diese etwas andere Richtung einschlagen. Es ist für mich mittlerweile mehr als nur ein Projekt geworden und ich werde es mit Sicherheit weiterverfolgen. Momentan sitzen wir an neuen Stücken, die über kurz oder lang natürlich ihren Weg auf Platte/CD finden werden. Was uns die Zukunft sonst noch bringt, kann ich natürlich nicht sagen.

Haben die anderen Bandmitglieder auch musikalische Zukunftspläne, über die man schon konkret etwas sagen kann?
Es gibt musikalische Pläne der anderen Mitglieder, die in diesem Moment auch schon Gestalt annehmen. Es wird alles zu seiner Zeit kommen und wir wollen hier nichts im Bezug auf Musik, Texte und Mitglieder vorwegnehmen.

Gibt es abschließend noch ein paar letzte Worte, die Du loswerden möchtest, vielleicht auch speziell in Richtung der Fans, die euch garantiert vermissen werden?
Erstmal Danke für Deine Zeit und Dein Interesse an diesem abschließenden Interview!
Außerdem nochmals tausend Dank für diese tolle Zeit, die wir ohne die Unterstützung unserer treuen Fans, Freunde, Helfer und Veranstalter so wohl nie erlebt hätten. Ein großes Dankeschön auch an Chris, Marco, Flo und den Rest von Bastardized Recordings für die Chance, ein Album aufzunehmen und zu veröffentlichen!


Das Interview führte Marco Zimmer (per Mail).