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Interview: NECRONAUT

Ex-DISMEMBER-Drummer Fred Estby taucht nach einiger Zeit der Abstinenz mit einem starken neuen Album wieder auf. Mit einer Art "Probot für Death Metal Fans" lebt Estby seine musikalischen Wurzeln aus und holt sich für den Gesang Unterstützung von einigen sehr illustren Gästen. Wir entlocken Estby einige Infos zu seinem neuen Lebenszeichen namens NECRONAUT.

Necronaut - ein Begriff, der abgeleitet wird von den griechischen Wörtern "nekros" ("Leiche" oder "tot") und "nautes" ("Seemann"). Bist du das - der "tote Seemann"?
Die Erklärung könnte richtig sein, haha! Ich höre unglaublich gerne den Leuten zu, wenn sie versuchen, den Namen zu deuten. Belassen wir es bei deiner Ansicht … die mag ich!
Okay, ernsthaft. Nicke (Andersson, ex-Entombed, ex-Nihilist) brachte den Namen hoch, als er an ein paar Death Breath-Demos arbeitete. Für mich ist der Necronaut ein Wesen, welches zwischen den Toten und den Lebenden wandelt.

So, wir haben also eine wundervolle Zusammenstellung von großartigen Songs mit neun verschiedenen Sängern (inklusive dir selbst). Welche Kriterien waren die Wichtigsten, als du angefangen hast, die Personen auszusuchen?
Während des Songwritings habe ich sehr früh festgestellt, dass die Songs sehr verschieden waren und entsprechend auch verschiedene Stimmen erforderten. Bei mir heißt es alles oder nichts - entweder ein Sänger, oder einer für jeden Song. Ich hatte viele verschiedene Personen im Kopf, aber die Songs haben quasi die Richtigen für mich ausgesucht. Nicke half mir zusätzlich dabei, Joakim Nillson und Andreas "Drette" Axelson für ihre Songs zu bekommen.

In unserer modernen Zeit ist es immer möglich, Musik per Mail zu schicken und die Sänger dann ihre Arbeit in ihrem eigenen Umfeld erledigen zu lassen. Wie viel echte Studioarbeit steckt in "Necronaut"? Wer von den neun war wirklich im Studio anwesend?
Ich nahm alles bei mir in der Stadt und in Nicke's Studio (Deuce Recording Studios) auf dem Land auf. Die Drums haben Nicke und ich komplett bei ihm aufgenommen und der Rest wurde dann bei mir erledigt. Die einzigen Aufnahmen, die komplett woanders stattfanden, waren die Vocal-Tracks von Chris Reifert und von Drette. Produziert habe ich alles selbst mit Nicke als mein "Reflektor".

Du selbst hast die Vocals zu "The Lie In Which The Truth Is Buried" beigesteuert. Wenn ich mir das Ergebnis so anhöre - hast du jemals darüber nachgedacht, eine traditionelle US Speed/Thrash Band zu starten?
Der Song war eigentlich für Schmier von Destruction gedacht, aber der war zu dem Zeitpunkt mit anderen Dingen sehr beschäftigt. Da habe ich einfach entschieden, es selbst zu machen. Es ist echt ein Killer geworden.
Nun, gute Idee, Mann!

Eine Frage zur Musik selbst: In meinen Ohren ist "Necronaut" perfekt für die Dismember-Fans, die die klassischen Metal-Einflüsse von "Massive Killing Capacity" wirklich geliebt haben. Stimmst du mir da zu?
Also, ich kann mir nicht helfen … ich stimme dir total zu!

Eine letzte Frage bezüglich Dismemeber. Mir sind die letzten Aktivitäten leider nicht bekannt. Da habe ich nicht einmal mitbekommen, dass du ausgestiegen bist. Einige Artikel weisen darauf hin, dass du mehr Zeit für deine Familie haben wolltest (was immer eine gute Sache ist). Aber jetzt ist Necronaut da. Der Metalhead Fred Estby wird also niemals Ruhe geben, richtig?
Es waren hauptsächlich familiäre Gründe, warum ich bei Dismember ausstieg. Ich war einfach nicht in der Lage, drei Kinder, eine Frau, einen Job und einen stressigen Tourplan unter einen Hut zu bringen. Da bin ich gegangen, und es war ein verdammt großer Schritt für mich. Meine besten Freunde sind alle in der Metal/Rock-Szene, da werde ich irgendwie immer mit verbunden sein. Und Metal war immer ein Teil meines Lebens - aus einer Band auszutreten, wird mich nicht von der Bildfläche verschwinden lassen.


Das Interview führte Siegfried Wehkamp (per Mail).