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Interview: UNLIGHT

Nachdem UNLIGHT mit ihrem neuen Album "Sulphurblooded" fast die Höchstnote in unserem CD-Review erzielen konnten, stand uns Bandchef Blaspherion spontan für ein paar Fragen Rede und Antwort.

"Sulphurblooded" ist bereits euer viertes Album in sechs Jahren. Das spricht für eine extrem große Produktivität - trotz der ganzen Besetzungswechsel der letzten Jahre, die auch vor euch nicht halt gemacht haben. Das erscheint auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich, fast schon widersprüchlich, zumal eure Veröffentlichungen trotzdem musikalisch extrem hochwertig sind. Wie ist das zu erklären?
Naja, wir versuchen alle zwei Jahre einen Longplayer rauszubringen. Dazwischen hatten wir ja noch eine Split-EP, auf der wir nur mit einem Song vertreten waren. Das mit den ganzen Besetzungswechseln muss man ja nicht unbedingt negativ sehen. Es hat uns immer noch mehr angespornt, um gerade nach solchen Ereignissen wieder nach Oben zu kommen und zwar noch besser als zuvor. Das Ganze ist nur eine Frage von Ehrgeiz und Motivation.

Welches sind die grundlegendsten Unterschiede von "Sulphurblooded" im direkten Vergleich zum Vorgänger "Death Consecrates With Blood"?
Es wird dem geneigten Hörer sofort auffallen, dass wir diesmal viel Wert auf die Leadgitarre gelegt haben. Dieses Stilelement kam auf allen alten Veröffentlichungen zu kurz und deshalb wurde es Zeit, kompositorisch endlich mehr in diese Richtung zu gehen. Auch sind auf "Sulphurblooded" seit unserem Demo wieder deutschsprachige Texte vorhanden. Das wären jetzt so die auffallendsten Unterschiede zum Vorgängeralbum.

In eurer Musik tauchen immer wieder mal typische Thrash-Elemente auf. Ist das eine spezielle Vorliebe von euch und erklärt das z.B. auch die Sodom-Coverversion von "Wachturm" auf eurem Album "Eldest Born Of Hell"?
Genau. Ich erinnere mich da gerne an Bands wie Aura Noir, Bewitched oder auch Desaster, die sowas schon seit Jahren machen. Ja, es ist eine Art Vorliebe, auch Thrash Metal einzubauen. Ich war von Anfang an den Sounds von Sodom, Protector, Annihilator, Slayer, Destruction oder auch Kreator verfallen. Und wenn man Jahrzehnte diesen Sound hört, geht er irgendwann in Fleisch und Blut über, haha.

Auf "Sulphurblooded" findet sich wieder ein deutscher Titel: "Deine Waffen zu meinen Füssen". Welche Story steckt hinter diesem Titel, und warum ist er auf Deutsch?
Er ist in deutscher Sprache, weil er so genau das ausdrückt, was er sagen soll. Die Klangfarbe einer Sprache und die Wortwahl sind nicht zu unterschätzende Stilelemente. Auch die Bedeutung von Worten kann man nicht unbedingt im Englischen besser wählen. Und die deutsche Sprache ist eine sehr filigrane und doch auch harte Sprache - also ideal für einen Song wie diesen. Die Story hinter dem Titel ist im Grunde genommen schnell zusammengefasst: Das Christentum soll aufgeben, denn es ist nur eine Frage der Zeit bis es die Schlacht verliert.

Welche Bedeutung steckt genau hinter dem Titel "Sulphurblooded"?
Wir haben Schwefel im Blut! Die Verbindung zur Hölle aufgrund ihres angeblichen Schwefelgeruchs ist aber nicht die einzige für mich. Auch zur Alchemie oder auch zu der Verwendung des Schwefels als Brandwaffe, da er in bestimmten Verbindungen als Explosivstoff dienen kann, bietet sich an. Explosionsartige Ausbrüche in Verbindung mit dem Mystischen der Alchemie und der Symbolkraft für die Hölle beschreiben unsere Musik doch recht gut, wie ich finde. Ein stinkender Schwefelklumpen hasserfüllter Aggression der mit Spielfreude und technischen Ausbrüchen alles in einer Nebelwand verschwinden lässt. Wir haben definitiv eine Menge Schwefel im Blut!

Gibt es auf dem Album sowas wie einen Leitfaden/ein Konzept, und wovon handeln speziell die Texte?
Grundthema Nr. 1 ist ganz klar Satanismus. Aber auch Tod und Zerfall finden in unseren Texten ihren würdigen Platz. Ein fixes Konzept, welches ausschließlich ein ganz besonderes Thema behandelt (z. B. Nostradamus oder ähnliche Fürze), liegt aber nicht zu Grunde.

Wird dem Album demnächst eine Tour folgen? Gibt es eine Wunschband, mit der ihr gerne mal zusammen auf Tour gehen würdet?
Ich kann verraten, dass eine kleinere Tour geplant ist. Ob die aber tatsächlich stattfinden wird, ist noch nicht sicher. Wir standen schon oft kurz davor, auch größere Touren zu machen, aber im Endeffekt haben dann verschiedene Faktoren nicht zusammengepasst und wir sahen uns leider gezwungen, die Events abzusagen. Eine direkte Wunschband gibt es da nicht. Einerseits sollten die Bands auf einer Tour musikalisch zueinander passen (oder zumindest nicht weit voneinander entfernt sein), andererseits ist es mir aber auch wichtig, dass die Musiker der Bands miteinander gut auskommen. Jedenfalls werden wir auf unseren Internetplattformen sofort mitteilen wenn es soweit sein sollte, dass eine Tour stattfindet.


Das Interview führte Marco Zimmer (per Mail).