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Interview: ALPHA TIGER

Auf dem deutsch-traditionellen Metal-Sektor bahnt sich etwas an. Die junge Band ALPHA TIGER aus dem sächsischen Freiberg schickt sich mit ihrem Debüt "Man Or Machine" als "die wohl größte deutsche Power Metal Hoffnung seit Jahren" (O-Ton: Keep It True-Veranstalter Oliver Weinsheimer) an, der modernisierten Metal-Landschaft ein paar alte Werte zu vermitteln, ohne dabei nach Abklatsch, Kopie oder sonstig Angestaubtem zu klingen. Nach dem Auftritt beim diesjährigen Keep It True-Festival beantwortete mir Gitarrist Peter Langforth (Foto, 2. von rechts) im Namen der Band ein paar Fragen.

Da sagt eine Band beim Keep It True-Festival ab und schwups landet ihr auf dem Billing und eröffnet das Festival. Gib doch bitte einen kurzen Erfahrungsbericht "KIT XIV" ab. Angefangen von der Anfrage von Oli bis zur Autogrammstunde nach dem Gig.
Ich glaube, der Grundstein wurde wohl im Sacred Metal Forum gelegt gelegt, wo uns einige Leute, denen wir sehr dankbar sind, gut supportet haben. Ich denke, dadurch wurde Oli auch auf uns aufmerksam und dann kam eins zum anderen. Vektor haben abgesagt und wir bekamen ihren Slot. Das hieß für uns natürlich nicht kleckern, sondern klotzen! T-Shirts mussten gemacht werden (übrigens in eigener Handarbeit!), ein Banner musste in Auftrag gegeben werden und die CDs mussten herangeschafft werden. Als das alles in letzter Minute erledigt war, konnte es losgehen.
Das gesamte KIT war ein super Erlebnis! Alle behandelten uns gut und es gab absolut nichts zu meckern. Deshalb hatten wir dann auch sehr viel Spaß auf der Bühne, was bei dem Publikum auch selbstverständlich war.
Die Autogrammstunde war auch gut besucht, was uns sehr gefreut hat. Danach hieß es dann, das Wochenende ausklingen lassen. Wir haben viele neue Kontakte geknüpft und uns mit den anderen Bands angefreundet. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Jungs und Mädchen von Sign Of The Jackal, Enforcer, Damien Thorne, Metalucifer und Saracen furchtbar nett sind!

Euer Album "Man Or Machine" erblickte genau an eurem KIT-Auftrittstag das Licht der Welt. Hat sich das Feedback während des Auftrittes auch gleich auf die CD- bzw. T-Shirt-Verkäufe ausgewirkt?
Auf jeden Fall, vor allem die CDs gingen ab wie warme Semmeln. Wir hatten damit gerechnet ein paar CDs zu verkaufen, aber dass die Leute gleich unseren ganzen Bestand aufkaufen, davon haben wir nicht mal zu träumen gewagt.

Es existieren ja bereits einige Reviews zu "Man Or Machine". Gab es Äußerungen, über die ihr euch besonders gefreut habe bzw. die ihr partout nicht nachvollziehen konntet?
Also, alles in allem sind die Reviews schon sehr positiv ausgefallen. Es gibt zwar auch ein paar Nörgler, denen der Sound nicht passt oder die mit der Musik schlichtweg nichts anfangen können, aber das ist ein schwindend geringer Teil und somit gut verschmerzbar.
Vergleiche mit Bands wie Iron Maiden, Queensryche, Fates Warning usw. machen uns zwar auf der einen Seite stolz, aber andererseits haben wir beim Komponieren extra darauf geachtet, uns nicht zu viel von anderen Bands abzuschauen, da wir nicht als Klon oder Neuauflage alter Bands auf der Bildfläche erscheinen wollten. Aber man kann es den Leuten ja auch nicht verübeln, dass sie Vergleiche ziehen, die ja dann doch irgendwo nahe liegen.
Sehr gefreut haben wir uns, wenn man den Eindruck bekommen hat, dass der Schreiber des jeweiligen Reviews mehrmals rein gehört hat und sich genauer mit den Songs beschäftigt hat, denn einige Songs benötigen das einfach. Bei manchen kam es uns aber auch so vor, als ob sie in jeden Song nur zehn Sekunden reingehört haben.
Was uns aber viel wichtiger ist, sind die Reaktionen der Käufer und die sind schlicht und ergreifend umwerfend, was uns sehr viel bedeutet. Aus aller Welt bekommen wir Mails von Leuten, denen das Album richtig gut gefällt und das ist doch Lohn genug für die harte Arbeit, die dahinter steckt.

Hand aufs Herz - wie kann es angehen, dass fünf junge Burschen aus Sachsen auf einen Sound abfahren, dessen Blütezeit zum Zeitpunkt eurer Geburt schon fast wieder vorbei war?
Gute Frage, aber man kann ja einen Musikstil nicht auf ein Jahrzehnt beschränken. Wenn nicht der Song selbst im Vordergrund steht, sondern technische Kunststücke oder nur eine geile Produktion, dann läuft irgendwas falsch. Das war damals einfach anders, vor allem in den frühen 80ern zu Zeiten der NWOBHM. Da sind einige der großartigsten Songs entstanden und genau das ist es, was uns gefällt.
Unser Ziel ist es ja nicht, alles zu tun, damit die Leute den Eindruck bekommen, dass unsere Musik aus den 80ern ist. Wir wollen einfach gute Songs schreiben, die mit den alten Klassikern mithalten können. Songs, die man auch noch in ein paar Jahren hört und die nicht übermorgen wieder vergessen sind.

"Man Or Machine" kommt beim noch jungen Label Sonic Attack raus. Federführer ist dort Karl Walterbach, den die Old School Fans noch als Chef von Noise Records kennen, die für die frühen Veröffentlichungen von z.B. Kreator, Helloween, Celtic Frost oder Rage verantwortlich waren. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Er fand scheinbar, dass es mal wieder an der Zeit war, etwas Neues zu starten. Die Musikindustrie ist am Boden und überaltert, da die meisten die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollten, um rechtzeitig auf Probleme wie Downloads und sowas reagieren zu können. In anderen Ländern funktioniert das besser. Deshalb hatte Karl Walterbach die Idee ein modernes Artist-Label zu gründen, mit modernen Strukturen und dafür benötigt er junge, frische Bands mit Potential. Wir wurden ihm empfohlen und dann hat er uns per MySpace kontaktiert.
Einige Meetings und Gespräche später, standen wir dann auch schon im Studio.
Am Anfang war es zwar ein kleines Risiko für uns, aber wie sich ja nun herausgestellt hat, konnten wir niemand Besseren finden, da er uns sehr mit seinen Connections und "Arschtritten" geholfen hat. Aber wir stehen selbst jetzt noch erst am Anfang unserer Zusammenarbeit. Übrigens sind wir mit unserem Label ständig auf der Suche, nach jungen, talentierten Bands, vor allem aus Deutschland.

Alpha Tiger gab es vorher bereits unter dem Namen Satin Black. Eine kurze Erklärung bitte bezüglich der Gründe der Umbenennung.
Kein Interview ohne diese Frage, was?!
Wir wollten einfach einen Namen, der klar Stellung zu unserem Musikstil bezieht. Satin Black ist ein Name, mit dem man nichts falsch macht, aber auch nichts richtig. Uns war schon klar, dass zunächst das Gemecker losgeht über den neuen Namen, aber auch, dass sich das wieder legen wird. Wie sich nun herausgestellt hat, war es eine sehr gute Idee. Der neue Name bleibt besser hängen und er ist visuell gut umsetzbar. Somit erfüllt er die wichtigsten Kriterien, die ein Bandname erfüllen sollte.

Nach großen Aufgaben ist bekanntlich vor großen Aufgaben. Jetzt heißt es, sich seine Sporen verdienen. Was erwartet euch nach dem KIT-Auftritt?
Eine Woche nach dem KIT war erst mal unsere offizielle Record Releaseparty bei uns in Freiberg. Da haben wir noch einmal zusammen mit all unseren Freunden das Erscheinen unseres Debütalbums gefeiert. Iron Kobra waren auch dabei sein, sowie eine junge Band aus Chemnitz namens Raging Steel.
Desweiteren hoffen wir, dass mit dem Schallplattendeal alles gut läuft und wir in den nächsten Wochen auch unser Album auf Vinyl präsentieren können. Und letzte Woche waren wir in Augsburg auf ein Festival mit Warrant. Neben zahlreichen weiteren Gigs sind auch ein paar Gigs mit Sepultura geplant. Wenn die gut laufen, soll es wohl nächstes Jahr auf die großen Festivals gehen, wir geben natürlich Vollgas!
Natürlich geht es nun auch wieder los mit dem Schreiben neuer Songs, damit wir schnellstmöglich nachlegen können! Schließlich gilt es nun, das erste Album zu toppen!



Das Interview führte Siegfried Wehkamp (per Mail).