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Interview: CALLEJON

Am 2. November 2012 spielten CALLEJON während ihrer "Blitzkreuz"-Tour in Berlin und mega-metal.de wollte es sich nicht nehmen lassen, vor Ort ein kleines Interview mit der Band zu führen. Rede und Antwort standen dabei die beiden Gitarristen Bernhard Horn und Christoph "Kotsche" Koterzina.

v.l.n.r.: Bernhard (Callejon), Hannes (mega-metal.de), Christoph (Callejon), Jennifer

Erstmal, wie geht's euch denn?
Christoph: Soweit alles bestens.
Bernhard: Mir geht's auch gut, aber ich hatte gestern einen sehr harten Tag. Ich erzähle auch immer bei Interviews viel zu viel ...

Weil ... ?
Bernhard: Wir hatten vorgestern eine sehr harte Nacht und dann ging's mir gestern den ganzen Tag schlecht, dann kam die Show und danach war ich wieder voll am Start und heute geht's mir wieder so gut, dass ich dem Totti (Thorsten Becker, Bassist) seinen Interviewplatz weggenommen habe.

Die erste richtige Frage: "Man spricht deutsch!" - Was ist das?
Bernhard: Wir wissen's eigentlich gar nicht so genau ... wir waren nämlich im Studio und - ich weiß, das wissen nicht so viele - aber jeder von uns hat einen Zwillingsbruder der relativ degeneriert und ein bisschen zurückgeblieben ist und die haben uns im Studio übermannt und wollten auch mal Rocker sein, aber konnten nichts eigenes spielen und dann haben die irgendwie Coversongs aufgenommen ... ich weiß auch nicht, ob das cool wird, ich glaub', das wird ziemlich erbärmlich!
Christoph: Ja, das war uns dann natürlich auch viel zu blöd, deswegen haben wir denen das Feld dann auch überlassen. Das waren echt keine schönen Szenen, die sich da abgespielt haben. Wir haben uns auch lange nicht gesehen, dachten dann, die Geschichte hätte sich erledigt aber dann tauchen da diese Typen auf ...

Sind die denn auch auf der Tour dabei?
Bernhard: Vielleicht übernehmen die mal kurz das Feld ... ich glaube, die planen irgendwas Großes, aber ich will's eigentlich gar nicht wissen - sind sehr ekelhafte Menschen ...

Warum genau der Albumtitel "Blitzkreuz" und kein anderer?
Bernhard: Naja, das Blitzkreuz benutzen wir natürlich schon länger als Bandlogo und Symbol und war auch schon bei "Videodrom" zentrales Element vom Artwork und einfach wie sich die Band präsentieren will. Und natürlich ist es ein markantes Zeichen auch für die Fans. Ursprünglich war auch mal die Idee im Raum, dass man das Album einfach "Callejon" nennt, wir haben uns aber dann doch für "Blitzkreuz" entschieden, weil es halt einfach irgendwie geiler ist.

Zum Album selbst, wie war denn der Ablauf beim Songwriting?
Bernhard: Also das Album war schon relativ weit vorgefertigt, mit programmiertem Schlagzeug haben wir uns das dann mehr oder weniger immer hin und hergeschickt, so dass schon relativ früh die Stimmungen der Songs und das ganze Konzept klar waren. Es war nicht so, dass wir einfach gejammed haben sondern eher am Computer und eben professionelleres Arbeiten, weil wir relativ früh analysiert haben, was wir wollen.
Christoph: Es lohnt sich ja auch, das einigermaßen vorher zu produzieren, damit man weiß, wohin alles laufen soll.
Bernhard: Bei der Produktion wurde natürlich auch im Studio noch einiges geändert. Aber obwohl es die aufwendigste und umfangreichste Produktion war, war es trotzdem die angenehmste, weil einfach alles glatt lief und auch untereinander alles Friede-Freude-Eierkuchen war.

Hatten ihr denn hohen Erwartungsdruck von außen oder von euch heraus?
Bernhard: Also von außen war der Druck eigentlich kaum spürbar, wir hatten ja als wir das Album produziert haben, kein Label und sind dann erst mit dem fertigen Album zu Four Music gegangen und von daher war es ein sehr befreites Arbeiten. Wir waren natürlich auch in einer besonderen Situation: Wir haben uns von unserem alten Label Nuclear Blast getrennt, neues Management, Kotsche kam dazu, das waren halt alles wichtige Schritte für die Band, die es halt möglich gemacht haben, so frei zu schreiben. Natürlich hatten wir an uns selbst einen sehr hohen Anspruch, aber es war weniger Druck als ... hmm ...
... Ehrgeiz?
Bernhard :Genau, ein gesunder Ehrgeiz, der sich dann auch für uns bezahlt gemacht hat.

Zum Thema Tour: Wie kamen denn Eskimo Callboy und Wassbass mit ins Line-Up?
Bernhard: Naja, mit Wassbass hatten wir ja schon bei den vier Release-Shows zusammengespielt und die Verbindung ist ja auch durch Nico (Sänger von Wassbass und KIZ) gegeben. Und Eskimo Callboy waren halt zu der Zeit verfügbar und schlagen ganz gut die Brücke zwischen dem Gabba-Zeug, was Wassbass irgendwie machen, dann haben die ja selbst auch noch relativ viel Elektro in ihren Songs und am Ende kommt man halt bei uns an ... in der Sackgasse.

Eskimo Callboy hat man ja in Leipzig den Auftritt untersagt, wie steht ihr dazu?
Bernhard: Ich mein, letzten Endes ist es natürlich das Hausrecht des Veranstalters. Wenn man sagt, die Band ist inhaltlich einfach so weit weg von allem, wofür ich stehe, auch wenn wir jetzt natürlich diese Ansicht nicht teilen, aber dennoch nachvollziehen können. Ich glaube, dass man, wenn man über Eskimo Callboy spricht, bedenken muss, dass das eine Band ist, die auch bei diesen Kontroversen genau in die Kerbe schlägt und davon lebt und profitiert.

Wie ist denn bei euch so die Stimmung während der Tour, geht man sich da auch schonmal auf die Nerven oder ist alles immer harmonisch?
Bernhard: Naja, man muss dazu sehen, dass wir hier auch viele Leute sind: Nur die zwei Busse - zusammen mit den Wassbassern sind wir 23 Leute, dazu noch mal acht Eskimos oder so, sind über 30 Leute, also wenn man einfach mal keinen Bock auf einen hat, gibt es immer irgendwen Neues zum quatschen und was anderes machen. Und wer auch mal alleine sein will, der kann das auch. Außerdem kann man natürlich in den Städten auch Freunde treffen, die Wassbasser kommen ja auch aus Berlin, gehen dann nach Hause, ziehen sich saubere Klamotten an und wir laufen in den selben versifften Sachen rum, wie eh und je, jeder halt wie er's mag.

Welches waren bisher eure beste und eure schlechteste Show?
Bernhard: Also die schlechteste weiß ich direkt, das war auf dem Greenville Festival, da hatten wir halt echt viel Zeit und auch viele Interviews und jeder hat mir dann irgendwie einen Drink serviert und so hab ich dann beim Auftritt total betrunken - glaube ich - nur Murks gespielt und das tut mir auch total Leid und das hab ich auch bis heute immer nicht sagen können. Ja und zur besten, ich würde eigentlich immer sagen: Gestern war die beste Show (Frankfurt), weil vor allem jetzt auf der Tour, es macht einfach total viel Bock, die Leute rasten aus, es ist immer geiler Sound.

Und letzte Frage: Callejon heißt für euch... *macht das Klappenzeichen* ... ACTION!?
Bernhard: Ja genau! Ich hätte es nicht besser treffen können!
Christoph: Ich bin nur froh, dass du nicht wieder "Bock auf Nahrung" sagst. Das war gestern der Leitspruch.
Bernhard: Gut also wir nehmen "Action"!

Super, dann vielen Dank für's Interview!
Bernhard & Christoph: Wir danken auch!


Das Interview führte Hannes Fleisch.
Berlin, 02. November 2012