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Interview: CRAVING

Die Oldenburger Band CRAVING hat nicht nur kürzlich beim neuen Label Apostasy Records unterschrieben, sondern auch noch gleich ein starkes Debütalbum abgeliefert. Grund genug, uns mal ein paar Dinge von Gitarrist, Sänger und Songwriter Ivan Chertov (Foto, 2. von links) näher erläutern zu lassen.

Erzähle zu Beginn doch bitte erstmal ein bisschen was zur bisherigen Geschichte der Band.
Die Band wurde im August 2005 gegründet und heißt seit 2006 Craving. Unseren ersten Gig hatten wir im April 2006 im Amadeus in Oldenburg, damals noch unter dem Namen Erebos. 2006 haben wir innerhalb von vier Tagen eine 9-Track-Demo in Eigenregie eingeprügelt - daraus wurde dann die "Demo 2006". Im November 2007 wurde die 4-Track "Revenge"-EP aufgenommen und im November 2008 veröffentlicht.
Wir hatten in der Vergangenheit viele LineUp-Schwierigkeiten. Als erster ging ca. im August 2006 der damalige Sänger/Bassist, wenige Monate später der Schlagzeuger und Anfang 2008 schließlich der Gitarrist und der Bassist. Seit 2007 ist die Position am Schlagzeug mit Maik besetzt und seit Ende 2008 sind Thorsten an der Gitarre und Eugen am Bass mit dabei.
Die Band hat im Laufe der Jahre knapp 40 Konzerte gespielt, u.a. mit Szenegrößen wie Illdisposed, Sinister, Cataract, Obscurity, Endstille, Eisregen, Lay Down Rotten, Varg, Shining, Debauchery, usw.
Im Juli 2010 haben wir uns zusammen mit Lars Schlüter für zehn Tage in die Alpha Sound Studios zurückgezogen, um an unserem ersten Album zu arbeiten. Helge Stang (ex-Equilibrium) hat zwei Titel eingesungen und die chilenische Gitarristin Sole Genua hat zwei Soli auf dem Album eingespielt. Das Album wurde 2011 von Seeb von Orden Ogan nach einem langem Delay gemixt und gemastered. Am 21. November 2011 haben wir dann einen Deal bei Apostasy Records gelandet und veröffentlichen am 20. Januar 2012 über eben Apostasy Records und Edel Distibutions unser erstes selbstbetiteltes Album.

Welches sind eure musikalischen Einflüsse und welche Bands gehören zu euren Favouriten?
Die musikalischen Einflüsse reichen von Iron Maiden bis Cannibal Corpse. Unser Gitarrist Thorsten ist beispielsweise ein riesen Iron Maiden-Fan und hat zu Hause eine riesige Fansammlung. Eugen mag z.B. gerne Amon Amarth, Six Feet Under, The Berzerker usw. Maik steht auf viele Bands, aber er liebt natürlich solche Bands wie Behemoth, Nile, Braindrill usw. - könnt ihr euch denken warum? :-)
Ich selber höre seit Jahren Devin Townsend rauf und runter. Und Iron Maiden finden genau so oft Platz in meinem Player, wie z.B. Volturyon. Sagen wir mal so, wir mögen vieles!

Wie kam die Zusammenarbeit mit Apostasy Records zustande?
Ende 2011 haben wir mit der Labelpromo angefangen. Tomasz Wisniewski von Apostasy Records hat sich die CD genau angehört und hatte Interesse, sie zu veröffentlichen. Wir hatten bereits 2009 Angebote von ein paar Firmen, aber Tomasz hat uns mit seinem Angebot gezeigt, dass es ihm wichtig ist und das er sein Ding durchziehen wird - was wir auch hoffen.

Und die Zusammenarbeit mit Arafel- und ex-Equilibrium-Sänger Helge Stang?
Ich habe Helge, nachdem er Equilibrium 2010 verlassen musste, einfach eine Mail geschickt. Allerdings habe ich nie damit gerechnet, eine Antwort von ihm zu bekommen. Helge fand unsere Musik interessant und sagte den Termin im Sommer zu. So einfach kann es gehen.

Erzähle doch mal bitte etwas zum Entstehungsprozess und dem Songwriting zum Album.
Zwei Titel sind von der "Revenge"-EP entnommen und zwar der gleichnamige Song, sowie "Nameless". Die restlichen Songs entstanden zwischen 2007 und 2010. Die Songtexte wurden Ende 2009/Anfang 2010 zu Ende verfasst. Der älteste Song auf dem Album ist somit "Revenge", der allerdings im neuem Soundgewand und verbesserten Gesangslinien einiges an Wucht gewonnen hat.
Die Aufnahmen haben sich als sehr anstrengend erwiesen. Wir haben vier bis fünf Tage für das Schlagzeug, einen Tag für den Bass, nur zwei Tage für die kompletten Gitarren inklusive Soli gehabt und da blieben dann nur noch zwei Tage für den Gesang übrig. Dabei war ich persönlich zum Schluss ganz schön im Arsch, denn ich musste mit den Gitarren viel Arbeit abdecken und ebenfalls bei den Schlagzeugaufnahmen aufpassen. Da bleibt einem natürlich nicht mehr so viel Energie für den Gesang, wie man gerne hätte. Bei den Aufnahmen waren zwei Genregrößen dabei, z.B. wurde das Schlagzeug von Markus Freiwald (Drummer bei Sodom) gestimmt. Lars Dietrich, der Livemischer von Caliban, hat uns mit den Bassaufnahmen geholfen.

Wie würdest Du das Album jemandem beschreiben, der es noch nie gehört hat?
Das ist eine sehr schwierige Frage. Wenn der Hörer anderen Musikrichtungen gegenüber offen ist und nicht nur auf ein Genre steht, wird er an unserem Album jede Menge Spaß haben. Melodischer Metal gepaart mit keltischen Klängen plus Death plus Black Metal und vielen Blastbeats.

Ein Markenzeichen ist sicherlich die Tatsache, dass ihr deutsche, englische und russische Texte habt.
Bei "Into The Forest" entstanden z.B. erst der Text und dann erst die Musik. Ebenfalls wie bei "Wolfsherz" kamen erst der Refrain-Text und dann die Musik. Wie du siehst, war das eine Sache mit der Muse. Die ist bei mir halt multikulturell veranlagt. :-)

Was war rückblickend die schlechteste Erfahrung, die ihr als Band gemacht habt?
Also die schlechteste Erfahrung war der zehn Monate lange Mixing Delay und die ewigen "ich mach das noch diesen Monat!"-Ausreden von Seeb, was sehr frustrierend und motivationstötend war. Aber letztendlich ist doch noch alles gut gegangen und nun wir sind mit der CD im leckeren Soundgewand am Start. Immer diese vielbeschäftigten Studenten. :-)

Und welches die beste?
Einheitliche Meinung aller Bandmitglieder: Der Studioaufenthalt! Obwohl das aufgrund der Zeitknappheit sehr anstrengend war, hat es trotzdem sehr viel Spaß gemacht! Nächstes Mal sollen es allerdings mehr als zehn Tage sein - das war diesmal zu knapp berechnet.

Wie sehen eure weiteren Ziele aus, sowohl in diesem Jahr als auch darüber hinaus?
Ich hoffe, wir kommen dieses Jahr noch irgendwann zum Touren, das wäre auf jeden Fall das nächste Ziel. Ansonsten werden wir versuchen, jede Konzertgelegenheit mitzunehmen und die Leute möglichst live zu begeistern. Auf jeden Fall müssen wir mal wieder in der Heimat spielen.

Habt ihr Wunschbands, mit denen ihr gerne mal die Bühne teilen bzw. auf Tour gehen würdet?
Uff, es gibt eine Menge Bands, mit denen wir gerne zusammen spielen würden. Ich persönlich würde sehr gerne mit Cradle Of Filth touren, aber das wäre finanziell leider nur schwer machbar. Was der Rest der Band wohl möchte ... Iron Maiden wäre nicht schlecht ... haha!
Es gibt eine Menge Bands, mit denen wir gerne die Bühne teilen würden, aber das würde hier jetzt den Rahmen sprengen.

Ein paar abschließende Worte?
Danke für das tolle Interview! Geht und kauft euch unser Album und besucht uns bei unseren Konzerten! Ladet euch das Album bitte nicht herunter - damit schadet ihr nur uns und unserem Label.
Wir sehen uns bei einem unserer Konzerte!


Das Interview führte Marco Zimmer (per Mail).