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Interview: OVERTHROW

Thrash Metal, Hardcore, Rock'n'Roll, der Rotz Rock von heute - mit "Adjust To Darkness" haben die Norweger von OVERTHROW ein Album ins Rund geworfen, welches alte und neue Schule auf energetische Weise verbindet. Sänger/Gitarrist Ole Gaard Varhaug (Foto, 2. von links) plaudert dazu etwas aus dem Nähkästchen.

Auf einem der Pressefotos trägst Du eine Jeansjacke mit einem Kvelertak- und einem Demolition Hammer-Patch. Ist das die Essenz von Overthrow?
Nun, es war nicht unsere Absicht, eine unterschwellige Botschaft in die Bilder einfließen zu lassen, aber irgendwie ist es so passiert. Demolition Hammer waren eine der brutalsten und geilsten Thrash Metal Bands aller Zeiten und Kvelertak stehen für so viele Stile und Genres. Ich denke, da passen wir genau dazwischen.

Auf den anderen Fotos sieht man die Band mit Shirts von Slayer, Thin Lizzy, Gojira, Kyuss, Nekromantheon, Entombed, Mastodon, Black Flag, The Sword, Testament.
Erstmal bin ich beeindruckt von eurem Spektrum und es beschreibt euren Sound verdammt perfekt. Doch wie zur Hölle habt ihr zusammengefunden, wo ihr doch so "verschieden" seid?

Vielen Dank! All diese Bands hatten einen großen Einfluss auf uns. Wir haben immer die verschiedensten Sachen gehört, egal ob Rock'n'Roll, Pop oder Blues - da gibt es für uns keine Limits. Gute Musik ist einfach gute Musik. Erlend, Espen und ich sind in der gleichen Nachbarschaft aufgewachsen und haben die Band als Jugendliche gegründet, nachdem wir bei einem Slayer-Gig waren. Tor Arne kam ein Jahr später dazu. Musikalische Abwechslung ist enorm wichtig für lebendige Musik.

Das Album wurde von Ashley Stubbert (Kvelertak, Purified In Blood) produziert und von Matt Bayles (Mastodon, Purified In Blood, Botch, Isis) gemischt - zwei bekannte Namen in der Szene. Als Band, die z.B. viel am Cover-Artwork mitgearbeitet hat - wie war da die Arbeit im Studio? Eine Zeit vieler Kompromisse oder hatte jeder von Anfang an das gleiche Ziel vor Augen?
Das Artwork ist von Kjetil Brandsdal und wir haben hauptsächlich Input bezüglich der Themen gegeben, damit er die Richtung wusste. Wir wollten ja nicht bei einem gelben Hasen enden. Im Studio wussten wir ganz genau, wie wir klingen wollten. Wir sind keine Sound-Freaks, das haben wir Ashley und Matt überlassen. Plug & Play und danach quatschen. Ashley hat einen Mordsjob gemacht und hat brillant verstanden, wo wir hinwollten. Und Matt hat dem Ganzen noch mal die Krone aufgesetzt. Wir sind echt begeistert mit dem finalen Sound.

Ihr habt bereits für Bands eröffnet wie In Flames, Cancer Bats, Clutch oder Kvelertak. Rückblickend, wie unterschieden sich die jeweiligen Zuschauer untereinander? Wo gab es die größte Akzeptanz? Welches Publikum war schwersten zu "überzeugen"?
Außer der Clutch-Tour waren die Zuschauer gar nicht so unterschiedlich. Mit unserem Sound kommen wir auf jeden Fall besser bei der In Flames/Kvelertak/Cancer Bats/"Die jungen Wilden"-Fraktion an, als bei etwas entspannteren Bikern ... schätze ich?! Die waren definitiv am schwersten zu überzeugen. Gravierende Unterschiede gab es natürlich bei der Größe des Publikums. In Flames in Hallen mit vierstelliger Kapazität und die Cancer Bats eher in den kleinen Clubs - Spaß gemacht haben sie aber alle.

Die Presse entsendet bereits schon Lobpreisungen in eure Richtung und spricht von einer großen Zukunft. Tangiert euch das in irgendeiner Weise?
Ganz persönlich freue ich mich über jedes positive Wort, das über die Band und das Debüt geschrieben wird. Schlussendlich versuchen wir aber, nicht darüber nachzudenken. Denn selbst das Review von einem der größten Magazine ist am Ende die Meinung eines Einzelnen. Nicht wichtiger als der Typ, der beim Stagediving irgendetwas rumbrüllt. Für Bands in unserer Situation ist es natürlich gut, die Presse auf unserer Seite zu haben. Doch schlechte Reviews kommen immer und die darf man sich nicht zu Herzen nehmen. Die Band ist hier, um Spaß zu haben. Und diese Essenz wischt jedes Review beiseite.

Wo seht ihr euch denn in naher Zukunft? Speziell für uns ist natürlich eine Gastspielreise in Deutschland interessant.
Ja, es wird einige Support-Shows in Deutschland geben, als Teil einer richtig coolen Tour, die aber gerade auf Anfang 2013 verschoben wurde. Jetzt sind unsere Pläne, dass wir uns den Arsch abspielen werden - egal wie viel, egal wie oft.


Das Interview führte Siegfried Wehkamp (per Mail).