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Interview: SWALLOW THE SUN

Mit "Emerald Forest And The Blackbird" ist den finnischen Doom Deathern von SWALLOW THE SUN erneut ein großartiges Werk gelungen. Im Interview gibt Keyboarder Aleksi Munter (Foto, 2. von links) Auskunft über die Vorliebe für tiefe Temperaturen, gesanglichen Diskussionsstoff und langsame Schlagzeuger.

Zuerst natürlich herzlichen Glückwunsch zu einem würdigen Nachfolger für "New Moon". Seitdem sind über zwei Jahre vergangen. Welche Erfahrungen habt ihr in der Zeit gemacht, die direkten Einfluss auf das neue Album hatten?
Vielen Dank! Nun, wir haben eigentlich nur einen Haufen von Live-Shows gespielt und haben uns im Anschluss eine Auszeit genommen. Danach waren wir wieder fit und zum Platzen voll mit neuen Ideen, die wir umsetzen wollten.

Ohne es im Vorfeld zu wissen, hört man von Anfang an, dass es sich bei "Emerald Forest And The Blackbird" um ein Konzept-Album handelt. Drei Fragen direkt zu dem Thema:

1. Wann und wie wurde diese Idee geboren?
Juha's (Gitarrist und Hauptsongwriter) Vision von diesem Album war eindeutig. Und die Geschichte hinter dem Albumtitel hängt mit einem finnischen Wiegenlied zusammen - es heißt "Sininen Uni".

2. Wie lange dauerte es, bis die Story fertig war?
Es ist nicht exakt ein Konzept-Album in dem Sinne, dass alle Songs einer fortlaufenden Storyline folgen. Sie sind eher thematisch auf einem Level. Deswegen sind sie nicht immer an die Storyline gebunden, sondern beschäftigen sich im Allgemeinen mit den Zuneigungen und Verlusten, die jeder so hat, unsere Entscheidungen und Absichten im Leben.

3. Musste die Musik der Story folgen oder manchmal auch anders herum?
Die Musik musste der Story definitiv mehr folgen. Als wir mit den Aufnahmen begannen war bereits klar, welche Songs an welcher Stelle stehen würden.

Sprechen wir kurz über euren Drummer Kai Hatho. Er ist bereits bekannt für seine technischen Fähigkeiten und seine Schnelligkeit durch Bands wie Rotten Sound und Wintersun. Nimm es nicht zu ernst, wenn ich frage, ob er manchmal etwas "gelangweilt" ist, langsameres Material zu spielen? Abgesehen davon klingt euer Sound durch ihn noch lebendiger.
Nun, nicht wirklich. Wenn du ihn fragen würdest, ist die Herausforderung langsamere Sachen zu spielen weitaus schwieriger. Beim schnellen Kram geht es darum, mit speziellen, technischen Aspekten fertig zu werden. Aber bei einem Viertelzeit-Feeling und 60 bpm den Groove und das Timing zu behalten, ist schon eine andere Sache. Jeder Schlagzeuger sollte das mal probieren. Aber ja, da stimme ich zu, es ist ein Vergnügen mit ihm zusammen zu spielen, weil er ein bodenständiger Schlagzeuger ist, dabei aber immer innovativ bleibt.

Wie kam die Zusammenarbeit mit Anette Olzon von Nightwish zustande? Unter Nightwish-Die Hard-Fans wird sie nie eine würdige Nachfolgerin für Tarja Turunen, nichtsdestotrotz ist sie eine gute Sängerin und passt überraschend gut zu euch.
Als wir auf der Suche für jemanden zu "Cathedral Walls" waren, hörten wir einiges von ihren Solo Sachen. Und genau das hatten wir gesucht. Wir haben den Kontakt über Tuomas (Nightwish-Mastermind) hergestellt, sie fand den Song toll und sagte ganz einfach zu. Aufgenommen hat sie alles in Schweden und es hat genau das, was der Song brauchte. Wir waren uns darüber im Klaren, dass es Diskussionsstoff liefern würde und viele Leute waren ziemlich misstrauisch deswegen, aber wir wussten von Anfang an, dass es funktionieren würde.

Finnland ist bekannt für wunderschöne Landschaften, "die 1000 Seen", aber auch dunkle Winter, tiefe Temperaturen - Dinge, die sich oft in der Musik wiederfinden. Wie bei Swallow The Sun. Doch was macht ihr in eurer Freizeit abseits dieser Melancholie, um euch zu amüsieren?
Hauptsächlich saufen wir massig und dann der übliche Selbstmord. Quatsch - im Ernst, wir sind ein ganz fröhlicher Haufen. Ich glaube, dass diese Art von Musik dabei hilft, seine negativen Emotionen zu kanalisieren anstatt dass sie dich auffressen. Ganz persönlich hat mich das fehlende Sonnenlicht nie gestört. Als es letzten Sommer auch für Finnland sehr heiß war, habe ich mich dabei erwischt, lieber in einem kälteren Klima wohnen zu wollen, haha. Aber egal, wir amüsieren uns sehr gut, obwohl wir dafür meistens drinnen bleiben.


Das Interview führte Siegfried Wehkamp (per Mail).