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Interview: HELL:ON

Bevor die Thrasher von HELL:ON im Herbst 2013 für ein paar Konzerte nach Deutschland zurückkehren, haben wir bei der Band aus der Ukraine mal kurz nachgehakt und uns ein paar Fragen beantworten lassen.

Ein besonderer Dank gilt Leo & Ivan von CRAVING, die dieses Interview ins Russische und wieder zurück ins Deutsche übersetzt haben.

Als Band aus der Ukraine hat man es vermutlich ziemlich schwer, seine Musik einer breiten Masse - speziell auch in West-Europa - zugänglich zu machen. Wie sehen eure Pläne dahingehend aus?
Stimmt, eine Menge Europäer wissen nicht mal, dass unser Land existiert. Zum Glück hat sich das nach der Fußball-WM 2012 erheblich gebessert. Was uns angeht, wir spielen bereits seit 2009 Gigs im Ausland. Wir haben in Polen angefangen, spielten auch schon in der Tschechischen Republik, in Ungarn und in Slowenien. Letztes Jahr haben wir auch drei Konzerte in Deutschland gegeben. Und diesen Herbst wollen wir für einige Gigs zurückkommen. Abseits der Bühne arbeiteten wir mit der deutschen Promo-Agentur SureShotWorx zusammen und ich denke, das verhalf uns zu vielen guten Resonanzen in den europäischen Medien, als wir letztes Jahr unser drittes Album "Age Of Oblivion" veröffentlichten.

Wie steht es in der Ukraine generell um die Metal-Szene?
Die ukrainische Metalszene wächst extrem schnell. Jahr für Jahr kommen mehr gute Clubs hinzu, mehr gute Bands und mehr gute Promoter. Es könnte noch besser laufen, aber wegen unserer instabilen Wirtschaftslage haben die Leute eben andere Dinge im Kopf als Musik - die meisten müssen sehen, wie sie mit ihrem Einkommen über die Runden kommen. Auf der anderen Seite macht aber auch gerade das die Szene so stark: Wir müssen uns alles hart erarbeiten - und das schlägt sich auch in der Musik und der Mentalität in der Szene nieder.

Auf eurem letzten Album "Age Of Oblivion" befindet sich mit "Punk Guys" eine Coverversion von Master. Warum habt ihr genau diesen Titel gewählt?
Zum 25. Jubiläum von Master wollte deren Label eine Tribute-Compilation zusammenstellen und hat uns gefragt, ob wir nicht einen Song dafür aufnehmen wollen. Die Wahl fiel auf "Punk Guys". Ein tolles Stück mit einer coolen Old School Thrash Metal-Atmosphäre, auf das wir uns schnell einigen konnten. Wir waren mit der Aufnahme derart glücklich, dass wir den Song unbedingt auf dem Album haben wollten und glücklicherweise hatten die Jungs von Master nichts dagegen.

Wie kam die Zusammenarbeit mit Annihilator's Jeff Waters zustande, der zu "My Doll" ein Gastsolo beigesteuert hat?
Noch bevor wir mit dem Songwriting anfingen, spielten wir mit der Idee, einen Gastmusiker auf dem Album zu haben. Jeff war da ganz klar ein Wunschkandidat. Während der Produktion schickten wir ihm also eine Aufnahme und fragten ihn, ob er Lust hätte, darauf ein Solo zu spielen - als Antwort kam dieses unglaubliche Stück Gitarrenarbeit, welches auf dem Song zu hören ist. Wir sind wirklich glücklich und geehrt, einen der besten Metal-Gitarristen überhaupt auf unserem Album zu haben!

Wie würdet ihr generell eure musikalischen Einflüsse beschreiben?
Naja, jeder in der Band hat einen etwas anderen Geschmack. Was wir alle lieben, sind die klassischen Sachen, Thrash Metal, Death Metal, Hard'n'Heavy usw. - Slayer, Sepultura, aber auch Iron Maiden und Ozzy. Morbid Angel und Cannibal Corpse auf der einen Seite, Judas Priest und Dio auf der anderen ... so viele Namen, haha! All das hat uns beeinflusst, aber wir versuchen auch, unseren eigenen Weg zu gehen, statt nur zu kopieren. Wir versuchen, all diese Einflüsse in uns aufzunehmen und durch unsere Persönlichkeiten als Klang in die Welt zurückfließen zu lassen.

Gibt es schon Pläne für ein neues Album? Was könnt ihr dazu bereits verraten?
Wir arbeiten gerade an einem neuen Album, welches im Herbst erscheinen wird. Wir werden im Mai in das Studio gehen, in welchem wir schon unser letztes Album aufgenommen hatten - Tony Alion Productions in Zaporozhye in der Ukraine. Das Album wird "Hunt" heißen und wir werden mit Andy LaRoque (King Diamond, Death, At The Gates) wieder einen tollen Gastmusiker an Bord haben. Ich denke, das neue Material hat stärkere Death Metal-Einflüsse, es erinnert uns ein wenig an unser Debüt "Strong Enough", auf dem wir ebenfalls Death Metal-Elemente verwendeten, die wir aber auf den letzten Alben ein wenig vernachlässigt haben.

Ihr wart zuletzt Ende 2012 für ein paar Gigs in Deutschland. Wie wurdet ihr vom deutschen Publikum aufgenommen und welches sind die grundlegendsten Unterschiede zu Konzerten in der Ukraine?
Naja, wir haben bisher gerade mal drei Shows in Deutschland gespielt, das heißt, wir haben noch nicht allzu viel gesehen und erlebt. Aber es hat uns wirklich Spaß gemacht, die Leute haben wie wild geheadbangt und natürlich unsere Shirts und CDs gekauft, haha! Was die Unterschiede zwischen Konzerten in Deutschland und in der Ukraine angeht ... frag das doch noch einmal, nachdem wir die Tour im Herbst hinter uns haben!

Wie sehen generell eure Pläne für die Zukunft aus?
Zuerst werden wir im Sommer das Album beenden. Dann werden wir auf Europa-Tour gehen und dieses Album bewerben. Außerdem spielen natürlich auch in der Ukraine einige Konzerte. Vielleicht nehmen wir auch einen Videoclip zu einem der neuen Songs auf, wer weiß.


Das Interview führte Marco Zimmer (per Mail).
Mai 2013