Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

Interview: MISEO

Wenn ein erstes Lebenszeichen einer neuen Band - wie im Falle des im Januar 2013 gegründeten hessischen Trios MISEO deren EP "The Dead Will Predominate" - nicht nur bei uns sofort aufhorchen lässt, sondern der Band auch prompt einen Plattendeal beschert, dann sind das Gründe genug, der Band umgehend mal ein paar Fragen zu stellen.

Der Name Miseo kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie "Hass". Hat dieser Name bzw. Begriff für euch eine nähere Bedeutung oder wie seid ihr darauf gekommen?
Da Ferli (Sänger/Gitarrist) die Inspiration für unsere Texte nicht nur im Alltag, sondern auch oft in alten Mythologien findet, ist er des öfteren auf den Begriff "Miseo" gestoßen. Weil die Texte größtenteils misanthropischen Hintergrund haben, ist dieser Name mehr als passend.

In welchen Bands habt ihr vorher gespielt (oder spielt ihr immer noch) und wie habt ihr zusammengefunden?
Wir sind seit Ewigkeiten befreundet und haben hier und da schonmal zusammen Musik gemacht. Wir spielen aber noch in anderen aktiven Bands wie Milking the Goatmachine, Lay Down Rotten und Carnal Ghoul.

Wie man der offiziellen Info entnehmen kann, nutzt ihr textlich und auch musikalisch die Band als Ventil, um eure Wut über die Gesellschaft abzulassen. Gegen was richtet sich eure Wut und Kritik genau?
Unsere Kritik richtet sich an die Gesellschaft. Wir sind der Meinung, dass die Menschheit auf ihre selbstzerstörerische Art auf ihren Zerfall hinarbeitet. Themen sind unter anderem die Auswirkungen von Gier, Neid und rücksichtslosem Egoismus.

Um mal konkreter auf die Titel der EP einzugehen. Könntet ihr mal kurz den Inhalt/die textliche Thematik der einzelnen Titel erläutern:

"I Hate Humans"

Dieser Song spiegelt den Standpunkt der Band wieder. Thematisch geht es darum, dass die Menschheit nicht wieder gutmachen kann, was die letzten 2000 Jahre passiert ist.

"Cold Blood"
Dieser Song ist zweideutig. Es geht zum einen um die Kaltblütigkeit der Menschheit und zum anderen um das kalte Blut der vielen Opfer, die daraus resultieren. The dead will predominate!

"Death List"
"Death List" handelt vom zunehmenden Menschenhass weltweit. Wenn jeder mal ehrlich ist, hat er schonmal einen Gedanken an Mord verschwendet. So haben sich viele Menschen im Unterbewusstein schonmal eine "Death List" zusammengestellt.

Und was hat es mit dem EP-Titel "The Dead Will Predominate" auf sich?
Irgendwann werden die Toten überwiegen ...

Warum gibt es erstmal "nur" eine EP? War das so auch euer Plan? Und wie sieht's mit einem Album aus?
Im Grundprinzip war die EP erstmal nur für uns, zu Promozwecken gedacht. Das Material fiel einigen Labels in die Hände und Blacksmith Records hat sich sofort angeboten, uns eine Plattform zu bieten und die EP zu veröffentlichen. Mit der EP wollen wir uns in der Metal-Szene platzieren und aktuell arbeiten wir schon akribisch an einem kompletten Album.

Welche Ziele möchtet ihr mit der EP im Bestfalle erreichen?
Die Frage ist nicht, was wollen wir mit der EP erreichen, sondern wen. Wir wollen unsere Musik so weit es geht um die Welt tragen und möglichst viele Menschen zum Nachdenken anregen.

Wo seht ihr selber eure musikalischen Einflüsse und auch Vorbilder?
Wir sind ganz klar vom US Death Metal beeinflusst. Unsere Vorbilder sind Größen wie Dying Fetus und Misery Index.

Wie sehen die weiteren Pläne aus? Tour/Konzerte?
Wie schon erwähnt, arbeiten wir gerade an einem kompletten Album und die ersten Shows sind in Planung.


Das Interview führte Marco Zimmer (per Mail).
Juni 2013