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Interview: NEGATOR

Im Zuge der Veröffentlichung des neuen Albums "Gates To The Pantheon" beantwortete uns NEGATOR-Fronter Nachtgarm (Foto, Mitte) kurz ein paar Fragen.

Welche grundlegenden Dinge unterscheiden "Gates To The Pantheon" vom Vorgänger "Panzer Metal"? Mir fällt z.B. das gelegentlich leicht gedrosselte Tempo und deine mitunter tiefere Stimme auf.
Grundsätzlich unterscheidet sich "Gates To The Pantheon" in allen Belangen von seinem Vorgänger. Bei "Panzer Metal" lag der Fokus auf der Geradlinigkeit der Songs. Bei der neuen Scheibe wollten wir differenzierter und vielschichtiger Vorgehen, was sich dann, unter anderem, im "untypischen" Gesang und den immer mal wieder auftauchenden Tempowechsel niederschlug. Darüber hinaus transportiert das neue Material eine ganz andere Stimmung, als die Platten davor.

Ein Labelwechsel führt häufig auch zu einem Wechsel des Umfeldes, wie z.B. des Produzenten. Die langjährige Zusammenarbeit mit Eike Freese scheint aber so gut zu laufen, dass sich diese Frage vermutlich gar nicht stellte?
Nicht ganz. Es stand kurz die Überlegung im Raum, dieses Mal auf einen anderen Produzenten zurückzugreifen. Die Entscheidung, das neue Album dann doch wieder mit Eike zu machen, fiel dann am Ende aus folgenden Gründen: Zum einen ist er ein herausragender Produzent, zum anderen ein langjähriger Freund und in Anbetracht der Tatsache, dass wir schon drei Alben miteinander gemacht haben und er sich ständig, genau wie wir, weiterentwickelt und kein Freund von Wiederholungen und Stagnation ist, mussten wir dieses Album mit ihm machen. Er versteht unsere Visionen und kann diese dann auch umsetzen. Mit einem neuen Produzenten müssten wir uns erst einmal aufeinander abstimmen und das würde unnötig Zeit und Energie kosten.

Kannst Du einen kurzen Überblick über die textliche Thematik des Albums geben?
Die Texte auf "Gates To The Pantheon" haben einen sehr persönlichen Hintergrund. Ich habe über die letzten zwei Jahre hinweg sehr viel über mich selbst gelernt und habe aus diesem Lernprozess heraus viele tiefschürfende Emotionen genommen und Texte daraus gemacht. Ich habe mich dieses Mal verschiedenster Mythologien bedient, um meine Texte in - zu der Musik passende - Metaphern zu packen. Alles bei Negator hängt immer von der jeweiligen Lebenssituation und den damit verbundenen emotionalen Auswirkungen zusammen. Siehe es als eine Art Seelenreise durch verschiedene Abgründe, bei der dann das Pantheon am Ende des Weges als Geisteszustand wartet.

"Nergal, The Raging King" scheint einen sehr tiefgründigen geschichtlichen Hintergrund zu haben?
Das stimmt. Ich habe mich der sumerischen Mythologie angenommen und Nergals Weg zum König der Unterwelt als Metapher für meine eigene Geschichte benutzt. Ein sehr emotionaler Song mit großer Aussagekraft. Zumindest für uns.

Spätestens seit dem Song "Alte Werte" vom Vorgängeralbum, taucht dieser Begriff in eurem Zusammenhang häufiger mal auf. Wie definiert ihr diese alten Werte?
Es geht und ging uns dabei immer um die Tatsache, dass viele Leute einfach gerne mal vergessen, wo sie herkommen. Weiterentwicklung ist eine tolle Sache, wenn man seine Wurzeln dabei nicht verleugnet. Vor allem wenn es um Musik, im speziellen um Metal, geht.

Als Bonustrack habt ihr "Necrodaemon Terrorsathan" von Belphegor gewählt und gecovert. Warum genau diesen Titel?
Weil es ein geiler Song ist! Darüber hinaus passt er doch erstaunlich gut in das Soundgewand unserer neuen CD. Da ich auch mit Helmuth seit langer Zeit befreundet bin, lag es nahe, dem Song ein Cover zu widmen.

In der Presseinfo zum Album heißt es: "Die hohe Live-Präsenz von Dark Funeral führte dazu, dass Negator sich im Live-Sektor 2012 zurückhaltend zeigten." Kann man davon ausgehen, dass ihr 2013 und generell zukünftig wieder häufiger live zu sehen sein werdet? Gibt es schon konkrete Pläne in diese Richtung?
Ja. Wir arbeiten im Moment mit Hochdruck an Gigs, Festival Auftritten und auch über eine Tour wurde bereits gesprochen. Wir sehen zu, dass unsere Live-Präsenz sich erheblich steigern wird. Alle bisher bestätigten Daten können auf unserer Homepage, oder auf unseren "Socials" eingesehen werden.

Stichwort Dark Funeral. Deine Trennung von den Schweden lies zweifelsfrei ein paar Fragezeichen zurück, zumal auch die allgemeinen Erklärungen und Begründungen sehr knapp gehalten wurden. Gibt es zu diesem Thema noch etwas, das Du hinzufügen möchtest?
Nur, dass ich jetzt wieder 200% für Negator geben kann und nicht nur 100%, wie zu Zeiten Dark Funerals.


Das Interview führte Marco Zimmer (per Mail).
April 2013