Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

Interview: PUTERAEON

Das schwedische Death Metal Bollwork PUTERAEON hat mit "The Crawling Chaos" nun zum dritten Mal ein Werk abgeliefert, welches man als traditionsbewusster Todesblei-Fan mit Vorliebe für Skandinavien einfach mögen, ja richtig stark finden muss. Beständigkeit ist hier das Zauberwort. Und auch eine notwendige Bodenständigkeit, die Fronter Jonas Lindblood (Foto, 2. von rechts) im folgenden Interview gut unterstreicht.

Jonas, ich will ehrlich sein. Beim Gedanken an ein Interview mit dir, musste ich kurzzeitig über Themen nachdenken, denn die musikalische Vision von Puteraeon scheint mir ziemlich klar zu sein. Gefragt wurde ich aber mit den Worten: "Lust auf ein Interview mit Jonas über Lovecraft, Cthulhu, Bier und schwedischen Death Metal?"
Also, ist es wirklich so einfach?
Haha, es muss doch nicht komplizierter sein, als das!

Okay, Schluss mit lustig. "The Crawling Chaos" ist schließlich alles außer lustig. Die Atmosphäre ist noch beängstigender geworden, als schon auf "Cult Cthulhu". Es scheint, als hätte die Atmosphäre das Songwriting etwas überrannt und die extrem direkten Songs mussten zurückstecken. Hat das eventuell mit dem textlichen Konzept zu tun?
Irgendwie hat sich das einfach so entwickelt. Unheimlich und dunkel. Ich mag es einfach so. Ich habe mich nicht hingesetzt und gedacht, das muss jetzt dunkler als "Cult Cthulhu" werden. Es ist einfach passiert. Ich denke, die Atmosphäre war sogar noch vor den Texten da und die kommen einfach dazu. Artwork, Musik, Texte und Samples, alles zusammen, kombiniert und überarbeitet, verstärkt dann noch mal die gruselige Atmosphäre.

Zusätzlich sind auch deine Vocals grimmiger und dunkler, als in der Vergangenheit. Hast du neuerdings drei Lungen?
Die Vocals sind schon besser, als auf dem letzten Album. Ich war bei den beiden Vorgängern etwas faul, habe einfach in einem Take durchgesungen und ein paar Backings hinzugefügt. Dieses Mal habe ich zwei Kanäle für die Lead Vocals benutzt. Erst eine Line gesungen, dann die nächste übersprungen und dann wieder die dritte. Dann auf dem zweiten Kanal die zweite und vierte. Plus ein paar Backings, von denen Rune (Foss - zweiter Gitarrist) auch ein paar beigesteuert hat. Die Vocals haben einfach mehr Glanz bekommen. Das hatte ich Andy (La Roque) beim Mix auch gesagt.

Letzten Sommer waren Puteraeon in Deutschland auf Tour (wir erinnern uns gerne an den Gig in Leer).
Wie schwer war es auf Tour?
Dieses Mal war alles viel leichter. Wir hatten keine Probleme mit dem Auto, so wie 2011 auf dem Weg zum Party.San, wo die Karre einfach zusammengebrochen ist. Also das war schon mal klasse. Luxuriöses Leben, mit einem Mietwagen durch die Gegend cruisen, während auf dem Rücksitz die dreckige, nasse Wäsche zum Trocknen hängt. Lecker!
Hat sich die Tour finanziell irgendwie gelohnt?
Finanziell lief es um einiges besser, als wir erwartet hatten. Unser Ziel war mit Null rauszugehen, aber wir haben es irgendwie fertig gebracht, noch ein bisschen in unsere Taschen zu bringen, zumindest in die Bandkasse.
Welche Reaktionen gab es nach der Heimkehr zu Hause?
Zu Hause ging es sofort zum normalen Leben zurück. Termine und Routine. Familie und Freunde möchten natürlich wissen, wie es auf Tour war, aber eigentlich ging es sofort zur Realität zurück.
Gibt es eine denkwürdige Story von der Tour?
Nicht wirklich. Wir hatten eigentlich die ganze Zeit eine gute Zeit. Ich erinnere mich aber an die Hitze auf der Bühne in Hamburg. Nach dem Gig dachte ich wirklich, ich müsse sterben, haha! Wir hatten viel Spaß mit den netten Jungs von Revel In Flesh und eine echt spaßige Party am Ende der Tour mit unseren Freunden von Blood Mortized. Ein Killer Finale!
Und wo wir dann schon bei Bier sind - welches Bier liegt dir am meisten?
Einer meiner Favoriten ist Erdinger Weißbier. Für meinen Geschmack das beste Weißbier! Ich mag die meisten Biere, aber hier sind ein paar richtig gute: Brekeriet Blondette, Brewdog Punk IPA, Sierra Nevada Torpedo extra IPA.

Puteraeon bestehen seit "The Esoteric Order" aus den selben vier Bandmitgliedern. Fast schon unüblich heutzutage, findest du nicht?!
Ja, da ist es wirklich. Aber wir lieben diese Musik und wir lieben es, sie gemeinsam rüberzubringen. Es fing mit mir an und ich sprach dann mit Daniel und Anders über eine Zusammenarbeit. Danach kam Hasse dazu, der aber nur für ein paar Monate dabei war und auch nur bei schätzungsweise vier oder fünf Rehearsals. Für ihn kam Rune ziemlich schnell in die Band. Wir sind alle das Fundament dessen, was Puteraeon heute ausmacht. Jeder hilft bei den Dingen, die gemacht werden müssen. Im Prinzip haben hier vier Freunde einfach eine verdammt gute Zeit.

"The Esoteric Order" - 2011
"Cult Cthuhlu" - 2012
"The Crawling Chaos" - 2014
Ihr arbeitet schnell. Da brauche ich fast nicht zu fragen, ob du schon wieder etwas in der Mache hast. Hast du vielleicht schon einen kleinen Ausblick auf die zukünftige Puteraeon-Action?
Nun, derzeit proben wir für ein paar Gigs in Schweden, aber danach ist noch gar nichts gebucht. Ich schätze, dann ist wieder Songwriting-Zeit. Wir haben hier ein paar Skelette - wie wir sie nennen - also halbfertige Songs mit drei oder vier Riffs. Meiner Meinung nach genau das Gleiche, was wir vorher auch gemacht haben. Wenn Änderungen kommen, dann nur in ganz kleinen Ausmaßen. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Musik und da halten wir auch dran fest.

Da sind wir aber heilfroh. Besten Dank für das Interview!
Ich danke euch für das Interview und den Support. Ia! Ia! Nyarlathothep!


Das Interview führte Siegfried Wehkamp (per Mail).
Mai 2014