Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

Interview: TEMPEL

Mit ihrem Debüt "At The Steps Of The Temple" hat das Phoenix-Duo TEMPEL ein kleines Überraschungswerk im grenzüberschreitenden Bereich Black/Sludge/Post geschaffen. So außergewöhnlich das Album auch ist, so simpel waren dafür die Anfänge, wie uns Drummer Rich per Mail wissen lässt.

Herzlichen Glückwunsch zu einem wundervoll intensiven Debütalbum!
Gebt uns bitte einen kurzen Überblick darüber, wie Tempel entstanden sind.
Ryan und ich trafen uns in der High School und die Musik war von Anfang an unsere Verbindung. Zu der Zeit waren wir in einer Band mit ein paar anderen Leuten. Doch nach und nach mussten wir uns mit ihrem fehlenden Interesse abfinden und so hat es sich auf uns beide runter reduziert. Genau genommen waren wir erst ab 2006 ein Duo. Danach ging alles irgendwie viel relaxter von der Hand, da wir beim Schreiben von neuem Material nicht die anderen nach ihrer Meinung fragen und dafür auch noch hinterher rennen mussten.

War es von Anfang an klar, dass Tempel eine Instrumentalband wird?
Am Anfang hatten wir schon einen Sänger. Bevor die anderen uns verließen, wollten wir auch eine traditionelle Fünf-Mann-Band darstellen. Wir befassten uns damals schon mit instrumentaler Musik und es erschien uns schlichtweg der richtige Weg zu sein.

Was macht die instrumentale Welt "besser" bzw. geeigneter für euch im Gegensatz zur Gesangs-Welt?
Bei der Art und Weise, mit der wir Songs schreiben, haben wir nicht einmal an Vocals gedacht. Selbst als wir einen Sänger hatten, sind die Songs auf eine Art entstanden, die nicht gerade viel Platz für Gesang ließ. Wir haben auch nie über die traditionellen Songstrukturen im Sinne von Vers und Chorus nachgedacht. Das Instrumentale kommt bei uns ganz natürlich.

"At The Steps Of The Temple" klingt wie ein großer atmosphärischer Trip durch sechs verschiedene Areale in einer Welt. Anstatt dessen hättet ihr auch einen einzigen Track aufnehmen können, wie beispielsweise Edge Of Sanity mit "Crimson I + II". War das eine Option?
Nein, die Songs haben wir über Jahre hinweg aufgenommen und als die Zeit reif für eine vollständige Aufnahme für das Album war, machte es einfach keinen Sinn, alle so miteinander zu verbinden, dass sie einen Track ergeben. Wir haben aber viel mit der Idee gespielt, eine lange EP mit einem über 20-minütigen Song aufzunehmen. Man weiß halt nie genau, was so passieren kann.

Tempel besteht aus zwei Bandmitgliedern. Die niederländische Band Urfaust spielt sogar auf der Bühne nur mit zwei Personen. Wie sehen da eure Pläne für die Bühne aus?
Dafür haben wir haben im Moment gar keine Pläne. Wir müssten erst einmal Leute finden, mit denen wir menschlich klar kommen und natürlich die Zeit, um auf Tour zu gehen. Wir haben Beruf und Familie und es wäre schon hart, da einfach ein Break zu machen, nur um auf Tour zu gehen. Derzeit kümmern wir uns lieber um die Fertigstellung des Nachfolgealbums und da geht unsere restliche Freizeit bei drauf.

Welcher Grund steckt dahinter, dass ihr den Bandnamen in der deutschen Schreibweise gewählt habt?
Ursprünglich hieß es auch "Temple" aber mit der Vertragsunterzeichnung bei Prosthetic Records wollten wir einfach irgendwelchen rechtlichen Schwierigkeiten aus dem Weg gehen und haben uns so für die deutsche - weniger übliche - Schreibweise entschieden.

Um einer Person zu sagen "Hör dir Tempel an" - welche drei (oder auch fünf) Alben sollte diese Person bereits besitzen?
Drudkh - Forgotten Legends
Lunar Aurora - Mond
The Chasm - Farseeing The Paranormal Abysm
Rotten Sound - Cycles
Meshuggah - Catch 33


Das Interview führte Siegfried Wehkamp (per Mail).
Januar 2014