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Interview: ELECTRIC CITIZEN

Hi, könnt ihr euch kurz vorstellen, wer ihr seid?
Ross: Ich bin Ross Dolan und spiele Gitarre bei Electric Citizen.
Laura: Und ich bin Laura Dolan und singe bei Electric Citizen.

Die Europa-Tour neigt sich langsam zum Ende. Ist was Besonderes passiert? Wie läuft die Tour so?
Laura: Es ist super! Das ist unsere erste Tour in Großbritannien und Europa. Für uns ist jede Stadt aufregend. Einfach nur die ganzen neuen Orte zu sehen und neue Leute kennen zu lernen. Es ist einfach unglaublich, ich meine, ein Traum ist wahr geworden. Bis jetzt haben wir nur in den USA getourt. Wir sind wirklich begeistert hier zu sein.
Ross: Ja wir lieben die deutschen Fans. Hier reagieren die Leute so stark und positiv auf uns. Wir brauchen das wirklich. Es ist sehr cool, das die ganze Zeit zu fühlen.

Es ist nicht gerade einfach, wenn man das erste Mal hier drüben ist oder?
Laura: Ja, besonders als Supportband. Niemand ist wirklich hier, um dich zu sehen. Wir hoffen, dass wir ein paar Fans gewinnen können. Es ist aufregend, neue Fans zu gewinnen, die noch nie was von dir gehört haben.

Hattet ihr einen Abend, der am besten war?
Laura: Ich denke die beste Show war in Wiesbaden …
Ross: Ja, eine der besten Shows aller Zeiten, aber alle Orte sind so aufregend.

Das ist schon die zweite Tour mit Wolfmother. Hat sich irgendwas geändert zur letzten Tour 2014?
Ross: Nicht wirklich. Das sind großartige Leute. Die erste Tour war in den USA und wir haben wieder eine Menge Spaß zusammen gehabt.
Laura: Ich meine, Wolfmother ist eine Band, die wir schon lange hören. Ich kann mich erinnern, als wir sie das erste Mal gesehen haben. Wir sind über vier Stunden zum Konzert gefahren. Es ist wirklich aufregend für uns, mit ihnen zu touren, einer Band, zu der wir hinauf schauen. Sie haben den heavy Rock'n'Roll Sound zurückgebracht. Es war großartig rauszufinden, dass das coole Leute sind und mit ihnen zu reden. Es ist sehr cool, mit ihnen hier in Europa zu touren. Ich meine, die verkaufen eine Menge riesen Hallen aus, es ist aufregend, das zu sehen.
Ross: Ja es ist wirklich cool, ein Teil von dem zu sein.

Ihr habt mittlerweile große Touren in den USA hinter euch. Gibt's Unterschiede zu eurer ersten Europa Tour?
Laura: Wir fühlen auf jeden Fall, dass es hier eine größere Anerkennung für Rock'n'Roll gibt, als in den USA.
Ross: Ja, es kommt aber auch in den USA langsam zurück.
Laura: Ja, da ist ein Comeback. Hauptsächlich in den Städten wie New York oder ganz Kalifornien. Da ist eine größere Anerkennung mittlerweile und eine größere Crowd. Es ist super, nach Europa zu kommen und all die Massen zu sehen. Junge und ältere Leute, die einfach nur den Rock'n'Roll genießen. Das ist großartig. Es ist auch sehr interessant für uns mit Bands wie Fu Manchu oder Pentagram zu touren, bei denen mehr die heavier Fans sind und dann mit Wolfmother, was schon eher in die Mainstreamrichtung geht. Es ist nett beides zu haben.
Ross: Ich denke, unsere Musik ist für jeden. Wir wollen unsere Musik verstreuen und nicht zu sehr in die Richtung gehen oder in die andere. Es ist wie in der Mitte von den beiden zu stehen.

Plant ihr schon eine Headliner-Tour in Europa oder ein paar Festival-Shows?
Ross: Wir werden zurückkommen, ja!
Laura: Wir arbeiten daran. Wir haben schon ein paar Shows mit Orange Goblin in UK gebucht im September/Oktober und wir spielen auf einigen Festivals, wie dem Desert Fest Belgien und dem Doom vs. Stoner Rock Fest in Sheffield UK. Das ist das, was bis jetzt bekannt ist. Aber wir wollen noch eine Clubtour hier drüben machen. Ich würde hier wirklich gerne in den kleineren Clubs spielen, in denen man auf Augenhöhe mit den Fans ist. Die Art von Konzerten mit einer Menge Energie. Hoffentlich sehen wir uns im Oktober hier wieder.

Es gibt zurzeit eine Art "New Wave of 70s style Rock". Welche Bands inspirieren euch?
Ross: Oh ja. Ich meine da sind so viele. Ich könnte jetzt an die 30 Bands aufzählen. Aber auf jeden Fall Bands wie Pentagram und The Stooges. Zudem inspiriert einen diese ganze Midwestern mentality. Und natürlich meine all time favorites T. Rex.
Laura: Ja, da sind so viele aus den 60ern und 70ern. Wir wollen dem auch einen modernen Sound geben. Manchmal ist mehr der psychische Stuff und dann wieder eher Heavy Rock und Proto Metal. Eine meiner Lieblingssängerin ist P.P. Arnold mit The Small Faces. Obwohl sie einen ganz anderen Stil als wir haben. Aber ich sehe wirklich zu ihr auf. Und aus Deutschland Frumpy, eine Prog Band aus den frühen 70ern. Die solltest die mal auschecken. Das ist eine Female Fronted Band mit einer wirklich tiefen Stimme.
Ross: Das ist wirklich großartiger progressive Rock Stuff
Laura: All die Female Bands wie the Runaways, Joan Jett und so weiter. Wir durften mal für Joan Jett auf einem Festival eröffnen und ich durfte sie treffen. Das war riesig für mich. Und am selben Tag kam auch noch der Anruf, ob wir Wolfmother supporten wollen (2014). Das passierte alles an einem Tag.

Gibt es Bands, mit denen ihr die Bühne teilen wollt? Ich meine, ihr habt schon eine beindruckende Liste.
Ross: Ja, wir haben eine großartige Liste. Ich meine, wir haben schon mit Pentagram getourt. Die waren sozusagen mein Einstieg in die 70er Jahre Underground Rock Szene. Die haben mir die Tür für so viele großartige Bands geöffnet.
Laura: Da sind immer noch einige Bands draußen. Ich würde es lieben, mit Alice Cooper zu touren. Hier guck (zeigt mir ihre Alice Cooper Jacke). Und The Stooges wäre super. Wir werden beim Psycho Las Vegas spielen, wo auch Mudhoney am gleichen Tag sind. Wir sind wirklich aufgeregt.

Wer übernimmt bei euch das Songwriting?
Laura: Ich schreibe die Texte und Ross schreibt die Gitarrenparts.
Ross: Ja, wir schreiben die Songs zusammen.

Eure zweite LP kommt jetzt raus. Was könnt ihr mir darüber erzählen und den Prozess bis dahin?
Laura: Wir fühlen, dass das immer noch wir sind, aber eine andere Version von uns. Als wir die erste LP aufgenommen haben, hatten wir kein Geld und probiert, so günstig wie möglich zu produzieren.
Ross: Das erste Album war just for fun, wirklich.
Laura: Beim zweiten Album haben wir dann probiert, mehr Zeit zu investieren, in die Produktion, die Aufnahme und das Songwriting.
Ross: Vor dem ersten Album haben wir nicht wirklich getourt. Das ist was ganz anderes. Und jetzt haben wir die ganze Zeit nur getourt und ganz andere Erfahrungen. Wir haben viel Zeit in das zweite Album investiert.
Laura: Wir hatten eine wirklich coole Produktion und einen guten Mix in Nashville, was wir beim ersten nicht hatten. Aber wir hatten wieder den gleichen Produzenten und haben es im gleichen Studio aufgenommen. Viel hat sich geändert aber viel ist auch gleich geblieben.


Das Interview führte Jörg Kandziora.
Berlin, 02. Mai 2016