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Interview: LORD DYING

Hi, kannst du dich als erstes einmal für unsere Leser vorstellen?
Yeah, ich bin Erik von Lord Dying. Alles klar!?

Heute ist der neunte Tag der Tour. Ist irgendetwas Besonderes passiert die letzten Tage? Wie lief die Tour bisher?
Es ist eine großartige Tour. Die ganze Tour ist ziemlich lustig. Mit Cancer Bats um die ganze Welt. Wir waren im Dezember erst in Kanada, dann Großbritannien und jetzt Europa. Es ist ziemlich super und recht stressig, haha.

Wo war die beste Show seitdem ihr hier drüben seid?
Gestern war wahrscheinlich eine der besten Shows überhaupt.

In Stuttgart, ja?
Ja, es war großartig! Köln war auch ziemlich cool. Wir lieben Deutschland, es macht Spaß hier.

Ihr seid auf dieser Tour jeden Tag in einer anderen Stadt. Existieren große Unterschiede beim Touren durch Europa oder die USA und Kanada? Allein schon wegen den Entfernungen?
Ja, die Entfernungen sind ein großer Unterschied. Hier sind die Wege viel kürzer, das ist super. In der Regel ist Kanada besser als die USA und Europa besser als beide, da die Verpflegung und Beherbergung der Bands viel besser ist. Zudem ist überall ein super Soundsystem. Ich meine, es fühlt sich hier viel professioneller an. Wir lieben es hier zu touren.

Als ich euch das letzte Mal gesehen habe, war das mit Red Fang auf deren Tour 2014. Das war euer erstes Mal in Europa richtig?
Ja, das war es.

Hat sich bei euch seit dem irgendwas verändert in der Professionalität oder so?
Ja, wir hatten viele Veränderungen. Wir haben vor einem Jahr eine neue Platte rausgebracht. Wir hatten viele verschiedene Drummer. Heute Abend spielen wir nur zu dritt, zwei Gitarren und ein Drummer. Wir haben keinen Bass dieses Mal, haha. Es hat sich eine Menge verändert, aber es ist sehr interessant ohne Bassisten zu spielen. Fühlt sich sehr ungewohnt an.

Als ihr mit Red Fang hier in Berlin wart, habt ihr hier direkt eine Woche später nochmal in einer kleinen Location gespielt. Wie kam das? Zwei Mal in der gleichen Stadt innerhalb einer Woche?
Haha, ja das war wohl George von The Shrine. Wir haben, bevor wir auf dem Roadburn gespielt haben, ein wenig gequatscht, dass wir noch einen Platz zum Spielen bräuchten. Und dann war bei der Show in Amsterdam ein Freund von George, der Promoter in Berlin ist. Er fragte George, ob wir Bock haben und wir sagten "ja, lass uns nochmal da spielen!", haha.

Was findest du besser? Eher in kleineren Clubs oder in größeren Hallen zu spielen?
Oh, wir mögen beides, wir bevorzugen ... ähm … ich meine, eigentlich hängt alles davon ab, wie viele Leute da sind. Es macht in großen Hallen Spaß, wenn es wirklich voll ist. Es macht aber auch mehr Spaß, wenn ein kleiner Club voll ist, anstatt ein großer, der nur halbvoll ist.

Ihr habt beide eure Platten bei Relapse Records veröffentlicht?
Jep.

Was hat sich von der ersten zur zweiten Platte verändert? Seid ihr jetzt professioneller?
Es hat sich einiges im Schreibprozess geändert. Etwas zu schreiben ist jetzt um einiges einfacher. Zudem ist alles brutaler und griffiger. Das erste Album war eher eine Kombination aus allem, was wir bis dahin geschrieben hatten. Aber bei "Poisonend Altars" wurde alles zur gleichen Zeit geschrieben, es ist intensiver und passt mehr zusammen. Außerdem hat es Joel Grind von Toxic Holocaust aufgenommen. Joel ist großartig. Er hat es poliert und dreckig zugleich gemacht, wenn das einen Sinn ergibt, haha. Er hat einen wirklich guten Job gemacht.

"Poisoned Altars" ist jetzt ein knappes Jahr alt. Irgendwelche Pläne für die nächste Veröffentlichung?
Ja, wir haben eine EP geschrieben. Wir müssen sie nur noch wieder mit Joel aufnehmen. Ich denke, wir werden sie im April aufnehmen und dann im Sommer veröffentlichen.

Wer schreibt bei euch die Riffs? Wer die Lyrics? Oder ist das eher eine Brainstorming-Runde?
Ich schreibe alle Lyrics und viele Riffs, Chris schreibt auch eine Menge Riffs. Dann bringen wir die zusammen und arbeiten daran. Wenn der Song fertig ist, kommen die Texte. Als erstes kommen immer die Riffs, dann die Drums und wenn wir die haben dann der Bass.

Habt ihr noch weitere Tour-Pläne dieses Jahr? Vielleicht eine Festival-Tour oder sowas?
Ja ich denke schon. Wir überlegen hier im Sommer eine Drei-Wochen-Festival-Tour zu machen. Aber erstmal touren wir mit Weedeater und Today Is The Day in den USA.

Wann denkst du, könntet ihr für eine Headliner-Tour hier in Europa bereit sein?
Ich hoffe, wir können das im Winter nächsten Jahres schaffen. Ich denke, wir wollen erstmal die Festival-Tour hinbekommen und die Tour danach wird eine Headliner-Tour.

Ihr habt euch schon die Bühne mit Down, Red Fang und anderen großen Namen geteilt. Mit wem wollt ihr euch mal unbedingt in der Zukunft die Bühne teilen? Gibt es da bestimmte Bands?
Oh, ja klar. Slayer oder Judas Priest, haha. Zu Mastodon würden wir auch nicht nein sagen. Aber definitiv Slayer, das wäre super.

Sind das dieselben Bands, die euch inspiriert haben? Oder gab es da noch andere?
Ja, Slayer auf jeden Fall. Metallica früher auch noch und dieser ganze klassische Stuff. Zudem ist da eine Menge neues Zeug. Viele neue Bands machen gute Musik.

So, gibt's noch was, was du den Lesern mitteilen willst?
Oh ja, wir bedanken uns bei allen, die auf unsere Shows kommen und uns supporten. Wir kommen wieder, wenn ihr wieder auf unsere Shows kommt. So, kommt raus, haha.


Das Interview führte Jörg Kandziora.
Berlin, 07. Februar 2016