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Interview: REVEL IN FLESH

Einmal mehr haben REVEL IN FLESH mit "Emissary Of All Plagues" ein wirklich amtliches Death Metal-Album abgeliefert, was uns natürlich dazu veranlasste, der Band kurz ein paar Fragen zukommen zu lassen. Rede und Antwort standen Maggesson (Gitarre) und Haubersson (Vocals).

Man musste diesmal ganze zwei Jahre auf ein neues Album von euch warten. Was waren die Gründe für diese doch recht lange Zeit?
Maggesson: Zum einen wollten wir uns ein bisschen mehr Zeit für alles nehmen und nichts überhasten, zum anderen sind wir alle berufstätig und auch teilweise noch in anderen Bands aktiv und waren seit dem letzten Album livetechnisch sehr viel unterwegs. Da bleibt nur wenig Zeit, sich um Songwriting, Recording und alles Organisatorische, das noch zu einem neuen Album gehört und benötigt wird, unter einen Hut zu bekommen.
Gut Ding braucht erfahrungsgemäß manchmal Weile und das hat sich auch bei "Emissary Of All Plagues" wieder bewahrheitet.

Welches sind die Hauptunterschiede zwischen "Emissary Of All Plagues" und dem Vorgänger "Death Kult Legions"?

Maggesson: Ich denke, dass wir uns mit "Emissary Of All Plagues" in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt haben. Der Sound ist extrem druckvoll, brutal und wuchtig, aber dennoch der bisher klarste, den wir je hatten. Dan Swanö hat hier echt wieder sehr gute Arbeit geleistet und prägt mit seinem Know-how unseren Sound, seit wir mit REVEL IN FLESH angefangen haben. Die Songs gehen noch ein bisschen tiefer, sind teilweise melodischer, aber trotzdem noch extrem heavy und haben eine sehr düstere Atmosphäre. Es ist sehr abwechlungsreich: Von Midtempo, über schnelles Geballer, bis hin zu langsamen und epischen Parts ist alles vertreten - nur eben einen Schritt weiter!

Ist das Mehr an Melodien und "Hits" auf dem neuen Album eine automatische Entwicklung im Entstehungsprozess des Albums gewesen oder gar ein Stück weit Planung?

Maggesson: Geplant war da nichts! Für mich hat es noch nie funktioniert, einen Song zu planen oder zu erzwingen! Entweder es ergibt sich etwas oder eben nicht. Ich halte es bei meinem Songwriting so wie schon Chuck (R.I.P.) von the mighty DEATH es zu sagen pflegte: "Let the Metal flow".
Das funktioniert und hat sich bewährt. Was allerdings eine große Rolle spielt, ist der Sound, mit dem man anfängt, die Songs zu schreiben. Da sollte schon irgendwo ein HM2 Pedal im Signalweg hängen um "in the right mood for some Swedisch Death Metal" zu kommen … u know?!

Es heißt, ihr hättet nun endlich den "ultimativen Schwedentod-Tribute-Gitarren-Sound" gefunden. Das klingt irgendwie nach einer Art Geheimrezept. Welches sind denn die Zutaten?
Maggesson: Grundsätzlich mal das H-Tuning, da Schweden ja bekanntermaßen 5 Halbtöne tiefer liegt. Dann natürlich eine große Portion HM2 Buzzsaw Inferno und als Garnierung einen guten alten Marshall JCM 800 Amp (zur Not auch 'nen Engl, Peavey oder Mesa Amp), um das ganze lautstärketechnisch auf ein niveauvolles Maß zu bringen. Aber am wichtigsten für den Sound auf der CD sind die Hände, Ohren und Erfahrung eines Dan Swanö, damit die ganzen Zutaten auch zu einem ordentlichen Menü zusammen kommen.

Nach Coverversionen von Autopsy und Benediction, erscheint UFO's "Doctor Doctor" doch eher ungewöhnlich. Wie kam es zu dieser Wahl?

Maggesson: So ungewöhnlich war diese Wahl zumindest für uns nicht. Wir hatten ja schon auf "Death Kult Legions" mit Manilla Road's "Necropolis" einen Song auf dem Album, der eigentlich aus einer ganz anderen Ecke kommt.
Der "Doctor" läuft schon seit Jahren in unseren Playlisten rauf und runter und darf bei keiner Party fehlen. Es war nur 'ne Frage der Zeit, bis wir uns aufgerafft haben, um den Song mal durchs HM2 Pedal zu jagen und zu schauen, ob das Ganze funktioniert und das hat es. Von daher war es klar, dass dieser Song unsere Coverversion für's neue Album wird!

Vinyl-Liebhaber freuen sich natürlich über eure vielzähligen Split-Singles. Gibt es Pläne, diese Songs auch mal den reinen CD-Käufern in Form von z.B. einer Bonus-CD o.ä. zugänglich zu machen?

Maggesson: Wir haben uns das tatsächlich auch schon einmal überlegt, aber weiter sind wir bei diesem Thema auch noch nicht gekommen. Vielleicht ergibt sich ja in der Zukunft mal was in der Richtung, aber momentan steht für uns erstmal die Promo vom neuen Album an oberster Stelle. Was kommende Veröffentlichungen angeht, werden wir schauen, was 2017 so mit sich bringen wird!
Haubersson: Uns ist bewusst, dass wir nach 8 Splits im Prinzip fast ein weiteres Album mit den Split-Songs füllen könnten, aber es geht auch darum den "Sammler-Faktor" zu bewahren! Es gibt Anfragen nach CD-Versionen oder Digitalen Zugängen zu den Split-EP Tracks, aber momentan gilt es nach wie vor: Offiziell gibt's die Sachen nur auf Vinyl Only!
Aber die Idee einer Compilation steht im Raum und wird früher oder später auch kommen!

Da es bis zum nächsten Album vermutlich weitere Split-Singles geben wird: Gibt es da schon konkrete Pläne oder auch Wünsche?
Maggesson: Ne Split 7"EP mit Dismember wär eine geile Sache, Ha! Ha!
Haubersson: Es gibt Gespräche für weitere Splits, aber noch keine konkreten planerischen Schritte. Es war erstmals auch so, dass wir in der "Emissary"-Session keine weiteren Songs für EPs oder ähnliches mit geschrieben haben. Alles Material, welches wir selber sehr kritisch aus vielen Fragmenten und Ideen ausgesucht haben, landete final auf dem Album!

Was können wir 2017 von euch erwarten?

Maggesson: Wir werden natürlich unser neues Album mit einigen Gigs im neuen Jahr ordentlich promoten. Das ein oder andere Festival ist auch schon bestätigt. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr auch mit einer kleinen Tour. Wir sind auf jeden fall hochmotiviert und freuen uns schon, die neuen Songs live präsentieren zu können!

Vielen Dank für eure Zeit!

Maggesson: Immer gerne! Danke für das Interview. Für REVEL News und Merch schaut einfach mal auf unserer Homepage oder Facebookseite vorbei! Cheerz!


Das Interview führte Marco Zimmer (per Mail).
Dezember 2016