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Interview: VANIK

Durchgeknallter Axt-Scherge des Bösen bei Midnight, arschcool rockender Bruder bei Vandallus. Doch jetzt hat Commandor Vanik die Schnauze voll und zieht sein eigenes geiles Ding durch (Review).
Schnauze voll? Von wegen! Lest einfach selbst, was der seine Musik sehr ernst aber sich selbst nicht so bierernst nehmende Shaun Paul Vanek auf seine unvergleichliche Art zu "seinem" Debüt zu sagen hat.

Die Daseinsberechtigung von VANIK erklärt sich ja bereits durch die musikalische Qualität. Aber es gibt immer noch genügend eifersüchtige Zweifler oder die sogenannten "Internet Warriors", die nichts Besseres zu tun haben, als das Haar in der Suppe zu suchen. Diese werden die Notwendigkeit von VANIK wohl nie verstehen, wo es doch bereits Midnight und Vandallus gibt.
Also, tu uns doch bitte einen Gefallen und erkläre uns und den besagten Knalltüten, warum es VANIK geben "muss".
Haters who love to hate because they think its fuckin great when they hang with Nate! (musste man einfach im Originalton stehen lassen, macht ja sonst keinen Sinn)
Ich weiß ganz ehrlich nicht, was ich davon halten soll. Ich mache mir keine Gedanken um solche "Mrs. Doubtfires", wenn ich ein Album mache. Vanik ist mein Baby, weil es alles hat, was ich in einem Album haben möchte. Horrorfilm-Elemente, High Energy Rock/Metal, Risiken, instrumentalen Bullshit und mich, wie ich mich selbst herausfordere, das erste Mal zu singen. Midnight sind Jamie's Baby. Ich komme nur mit meiner Gitarre vorbei, schieb sie irgendwelchen Bitches rein, während ich auf der Bühne stehe, hole mir meinen Millionen-Scheck ab und ab geht's nach Hause. Midnight sind die perfekt eingefangene Vision von Jamie und ich habe damit kein Problem, ihn im Studio das Ding allein durchziehen zu lassen. Vandallus ist das Kind meines Bruders, der den Siebziger und Achtziger Hard Rock Sound einfängt. "Vanik" bin ich, wie ich den anderen beiden Bands 'ne lange Nase zeige und meine Vision genau zu dem Punkt bringe, wo "ich" es haben will.

Obwohl auf "Vanik" ein paar Midnight-artige Songs vertreten sind, zeigt das Album doch mehr Abwechslung und behält dabei sowohl ein rohes Punk-Feeling, als auch einen leidenschaftlichen Metal-Charakter. Ich frage das ohne negative Absichten - hören wir hier Songs, die vielleicht nicht "hässlich genug" waren für Midnight?
Es gibt keine Fotos von mir in dem Album, weil ich hässlich bin (deshalb auch seine eigene Karikatur in diesem Interview), wie mein Cousin Leroy, hehe!
Ich schiebe keine Ideen zu Midnight für mögliche Songs. Das macht alles Jamie. Die Formel für die Band funktioniert und ist ein "fuckin' killer"! Warum sollte ich da unnötig mit meiner Forke im Heu herumstochern?! So bin ich nicht. Ich war bereits Midnight-Fan, bevor ich zur Band stieß - demzufolge: ich werde daran nichts ändern.

Nimm mich bitte nicht zu sehr für voll - aber musstest du dir Athenar's Segen abholen, um VANIK zu starten?
Danke, ich weiß zu schätzen, dass du es nicht so ernst nimmst. Macht so ja auch viel mehr Laune.
Yeah! Wir sind in die Kirche gegangen, er nahm das Kreuz, hat es mir hinten hinein gerammt und mich mit Wasser bespritzt (zumindest hoffe ich, dass es Wasser war!). "Die Macht von Chevy Chase zwingt dich!"

In meinen Ohren hast du bei Vandallus bereits gezeigt, dass dein Gitarrenspiel mehr zu bieten hat, als du bei Midnight zeigst (zeigen darfst?). Sind VANIK jetzt die perfekte Spielwiese oder hast du vielleicht noch mehr in der Hinterhand?
Ich denke nicht wirklich darüber nach, dass ich den Leuten zeigen will, wie toll ich auf der Gitarre herumfiedeln kann (oder eben nicht). Das Beste ist immer, dem Song selbst zu dienen. Bei "Vanik" ging es immer mehr darum, gute Songs abzuliefern und die Live-Energie im Raum einzufangen. Ich wollte sicher gehen, dass man den Ausdruck und nicht die Perfektion hören kann. So etwas ist heutzutage viel wertvoller. Sichere Aufnahmen, die perfekt klingen - für so einen Scheiß bin ich nicht zu haben!

"Dr. Speed" ist offensichtlich ein Lemmy Tribute, oder?!
Ich schätze, es könnte Motörhead sein - "Dr. Rock" oder "I Was Built For Speed" oder war es KISS mit "Mr. Speed"? Wer weiß, was da in meinem Kopf vorging.
Bei aller Fairness muss ich sagen, dass Lemmy's Tod eine Menge musikalische Inspiration auf diesem Album hinterlassen hat. Ich habe angefangen zu schreiben, quasi direkt nachdem er gegangen ist - was für eine Schande. Ich habe ihn getroffen als ich gerade mal 15 Jahre alt war. Er war so cool und es hat irgendwie mein Leben verändert. Ich wollte doch Ghostbuster werden und er brachte mich dazu, Musik zu machen.

In einem Interview mit Dee Snider las ich, dass seine Frau glaubt, Lemmy wäre ein Engel gewesen. Wenn Lemmy etwas sagte, hörten alle zu und er hatte immer weise Worte für seine Mitmenschen. Was bedeutete er dir?
Das klingt nach einem verdammt guten Deal für mich, weil ich dem zustimme. Es ist eine Schande, dass heutzutage nicht mehr Menschen von diesem Kaliber da draußen sind. Lemmy hat Dinge immer auf seine Weise getan. Es hat ihn einfach nicht gekümmert, was andere dachten. Speziell, wenn er Fotos von sich gepostet hat, wie er im Burger King sitzt oder Brezeln futtert im Kaufhaus bei Anne Anne's. Als Musiker hatte er etwas Mystisches und er hat sich zu 100% seine Wünsche erfüllt. Am Wichtigsten ist aber, er hat nie jemanden gefragt, was er von diesem oder jenem Song hält, den er gerade geschrieben hat (außer ihm war die Meinung einer Person wirklich äußerst wichtig). Wen kümmert es, richtig? Menschen haben das gesehen und es ihm gleich getan, tun sie immer noch und werden es auch weiterhin. Diese Art von Mentalität lebt ewig weiter. Je mehr du die Meinung anderer Leute heranlässt, desto mehr pflücken sie dir deine auseinander.

Ich schätze, du wärst wohl verrückt genug, um eine Midnight/Vandallus/Vanik-Tour zu starten. Auf der anderen Seite bist du sicherlich auch clever genug, es eben nicht zu tun. Was ist schlussendlich die Wahrheit?
Ich bin total crazy! So crazy wie "Crazy Nights", KISS-mäßig. Aber nein, ich kann dir versichern, dass es keine Midnight/Vandallus/Vanik-Tour geben wird. Das ist die schlussendliche Wahrheit!

Na ja, cool wäre es trotzdem, oder!?


Das Interview führte Siegfried Wehkamp (per Mail).
Januar 2017