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Konzert: CRADLE OF FILTH - 10.12.2006 - Hamburg

Location: Markthalle
Support: Deathstars


Die metallischen Elektro-Goth-Rocker Deathstars und Cradle Of Filth gemeinsam auf Tour. Kann das gutgehen?
Okay, über die Tatsache, dass Cradle Of Filth sicherlich vieles machen, aber keinen Black Metal (mehr) brauchen wir hier gar nicht zu diskutieren. Ebenso wenig wie über die Tatsache, dass das "typische" Cradle-Publikum verhältnismässig jung ist und zumindest zu einem gewissen Teil dann doch eher "dark/gothisch" veranlagt ist, als metallisch.

Und wohl aus genau diesem Grund kommen die DEATHSTARS heute weitaus besser an, als ich das im Vorfeld geglaubt hätte.
Die Markthalle - ohnehin nicht gerade meine favorisierte Location in Hamburg - platzt jetzt schon fast aus allen Nähten. Ein Vorwärtskommen ist nur noch bedingt möglich. Aber das, was vor - und natürlich auf - der Bühne passiert, sorgt bereits jetzt für die richtige Stimmung. Die Deathstars präsentieren sich bestens gelaunt und spielfreudig und sind live noch um einiges härter/metallischer als auf CD.
Auch wenn Sänger "Whiplasher" permanent in typischer Gothic-Haltung posiert, inklusive Plüsch-Schal und "oben ohne", wird jedem Song der entsprechende Applaus zuteil. Das Set zieht sich quer durch beide Alben und lässt dabei natürlich Hits wie "Cyanide", "Synthetic Generation" oder auch "Blitzkrieg Boom" nicht aus.
Nach rund 45 Minuten ist die optisch wirklich ansprechende Darbietung dann bereits zu Ende. Eine "Vor"-Band, die wirklich Spass macht und im Nachhinein ein dann doch perfekter Opener gewesen ist.

Deathstars

Hatte ich eigentlich schonmal erwähnt, dass ich Umbaupausen wie die Pest hasse? Nein? Dann sei das hiermit mal getan. Satte 35 Minuten lang wird die Bühne für die Briten hergerichtet. Zeit, die natürlich durchaus berechtigt ist, denn Live-Auftritte von CRADLE OF FILTH zählten in der Vergangenheit nicht immer unbedingt zu den Highlights in Sachen Sound - zumindest bei den Konzerten, bei denen ich war.
Dann geht's endlich los. Und man hätte kaum besser anfangen können, als nach dem Intro "Under Pregnant Skies She Comes Alive Like Miss Leviathan" gleich "Dirge Inferno" dem jetzt komplett ausrastenden Publikum um die Ohren zu knallen: Was in den kommenden 90 Minuten passiert, gleicht schon einem Siegeszug der Briten um Front-Kreischer Dani Filth, der es nach wie vor perfekt beherrscht, in einem einzigen gesungenen Satz zwischen Kreischen und Growlen zu wechseln.
Die Setliste liest sich wie ein Best Of - ob "Dusk And Her Embrace", "Cruelty Brought The Orchids" oder "Her Ghost In The Fog" - die Songauswahl ist perfekt. Selbst das geniale Instrumental "Rise Of The Pentagram" - vom aktuellen Album "Thornography" - wird in einer atemberaubenden und perfekten Art und Weise runtergespielt, die einem vor Staunen fast schon den Mund offen stehen lässt.
Die Luft in der Halle lässt sich spätestens jetzt in Scheiben schneiden, das Atmen fällt immer schwerer, aber egal, bei dieser Show kann man einfach nicht still am Rand HErumstehen. Und selbst der von mir so gehasste Song "Temptation" entpuppt sich prompt als einer der Stimmungshits am heutigen Abend.
Auch wenn es leider keine einzige Zugabe gibt, die nach dem Abschluss-Song "From The Cradle To Enslave" natürlich mehr als deutlich gefordert wurde, aber mit der heutigen Leistung und einem 90-minütigen Set, das eigentlich keinerlei Wünsche offenlässt, kann man mehr als zufrieden sein.
Ein absolut grandioses Konzert und der beste Cradle Of Filth-Auftritt, den ich bis zum heutigen Tage sehen durfte.

Cradle Of Filth

Setlist - Cradle Of Filth
Intro: Under Pregnant Skies She Comes Alive Like Miss Leviathan
Dirge Inferno
Tonight In Flames
Dusk And Her Embrace
Her Ghost In The Fog
Nymphetamine
Ebony Dressed For Sunset
The Forest Whispers My Name
I Am The Thorn
Rise Of The Pentagram
Cruelty Brought The Orchids
Temptation
Under Huntress Moon
Gilded Cunt
Cthulhu Dawn
From The Cradle To Enslave


Text & Fotos: Marco Zimmer