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Konzert: HATESPHERE - 30.11.2006 - Bremen

Location: Tower
Support: Raunchy, Volbeat


Kleine Tour, kleiner Club, kleiner Preis und drei für Szene-Verhältnisse verdammt gute Bands - da kann der Abend gar nicht schlecht werden. Und als die mega-metal.de-Belegschaft den Tower in Bremen betritt, wird aufgrund der "Größe" des Clubs schnell klar, dass die Vorboten sich wohl bestätigen werden. Wer bei der winzigen Bühne in der ersten Reihe steht, kann den Musikern die Schnürsenkel zubinden. Eine richtig gemütliche Atmosphäre.


Da lässt sich der Opener VOLBEAT auch nicht lange bitten, stapft durch das Publikum auf die Bühne, stöpselt ein und legt ohne Umwege mit "Another Day, Another Way" los. Direkt nach den ersten Tönen fühle ich mich in meiner Prognose nach dem Auftritt auf dem diesjährigen Rock Hard-Festival bestätigt. Diese Dänen funktionieren mit ihrer Rock'n'Roll-Einstellung im Club am besten. Zu ihrer Mischung aus Life Of Agony, Danzig, (Re-)Load-igen Metallica und Elvis kann man einfach völlig losgelöst abgehen. Jeder Song ist ein Volltreffer und kann heute bei gutem Sound und einer tighten Performance genossen werden. Frontmann Michael Poulsen - ohnehin der stimmliche und optische Exot des Abends - sammelt mit knappen, aber sympathischen Ansagen Pluspunkte, so dass die steigende Stimmung im Tower die Herrschaften sogar zu einer spontanen Johnny Cash-Adaption namens "Sad Man's Tongue" hinreißen läßt. Nach einer halben Stunde ist die Meute vor der Bühne genug vorgeheizt und wir freuen uns auf den Februar 2007 - da kommt nämlich das zweite Album auf den Markt.

Volbeat

Zeit zum Verschnaufen bleibt eigentlich kaum, denn nach einer wirklich kurzen Umbaupase betreten dann auch schon RAUNCHY die Bühne. Nun ist dieser typische Death-lastige Metalcore sicherlich nicht jedermanns Sache und vereinzelte Herrschaften im Publikum ziehen den Gang zur Theke vor, aber (nicht nur) die ersten Reihen sind gleich beim Hammer-Opener "This Legend Forever" vollends am Austicken. Nach der Partylaune bei Volbeat gibt's jetzt erstmal satt auf die Fresse. Raunchy präsentieren Songs aus allen drei Alben, wobei gerade die Titel des aktuellen Outputs "Death Pop Romance", unter anderem auch das besonders clubtaugliche "Remembrance" am stärksten abgefeiert werden. Die ersten Circlepits am heutigen Abend sorgen schonmal für die nötige Aufwärmung für den Auftritt von Hatesphere. Bis dahin sorgt aber Raunchy-Frontmann Kasper Thomsen, der teilweise fast schon eher in der ersten Reihe steht, als am (niedrigen) Bühenrand, für die nötige Portion gute Stimmung.

Raunchy

Headliner-Review mal anders. Ich, der ich HATESPHERE immer als zu modern abgetan habe, war ja ziemlich überrascht vom 2005er Album "The Sickness Within" und entsprechend neugierig. Und heute sollten mich die dritten Dänen des Abends eines Besseren belehren. Das - wenn überhaupt - einzig Moderne an Hatesphere ist vielleicht die gewaltige Stimme von Sänger Jacob Bredahl. Denn was in den nächsten 60 Minuten folgt, ist ein reinrassiger Thrash Metal-Auftritt, der mir vor Begeisterung die Sprache verschlägt ... irre! Wo soll ich denn anfangen? Beim Schweizer Uhrwerk an den Drums? Oder doch lieber bei dem Tier am Bass, welcher ordentlich die Magengegend durchpumpt? Oder doch lieber beim bangfreudigen Gitarrendoppel? Allein die messerscharfen Riffs übertreffen sich immer wieder und zwingen dich mit ihrer Präzision förmlich auf die Knie - oder in den Pit. Thrash-Herz, was willst Du mehr?! Okay, zum Ende des Sets vielleicht ein wenig mehr Abwechslung, obwohl die Jungs immer wieder treibende Midtempo-Banger wie "Reaper Of Life" unterbringen. Die Anwesenden sehen das wohl ähnlich und mobilisieren beim abschließenden Übersong "The Sickness Within" nochmal letzte Kraftreserven. Nach dem Gig fällt mir immer wieder ein Zitat aus einem älteren Bericht der grossen Metal-Presse ein: "Wer nach diesem Auftritt immer noch nicht begriffen hat, dass HateSphere zur Speerspitze des europäischen Thrash Metal gehören, ...." na, den Rest könnt ihr euch denken. Hätte ich damals mal nur darauf gehört, dann hätte ich diesen Auftritt vielleicht sogar als phänomenal bezeichnet. Fakt ist, Hatesphere haben mich infiziert - jetzt seid ihr dran!

HateSphere

Setlist - Hatesphere
Insanity Arise
Last Cut Last Head
Deathtrip
Reaper Of Life
Hate
The White Fever
Murderous Intent
The Coming Of Chaos
Only The Strongest
500 Dead People
Bloodsoil
Lowlife Vendetta
Seeds Of Shame
The Fallen Shall Rise In A River Of Blood
Sickness Within


Text: Volbeat & HateSphere: Siegfried Wehkamp
Text: Raunchy: Marco Zimmer
Fotos: Marco Zimmer