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Konzert: LACUNA COIL - 31.10.2006 - Hamburg

Location: Grünspan
Support: Lacrimas Profundere, Poisonblack


Bereits wenige Stunden vor der Unwetter- und Sturmflutwarnung für den nordwestdeutschen Raum, wird es im Hamburger Grünspan bereits mächtig düster: Lacuna Coil, Lacrimas Profundere & Poisonblack bitten zum Tee ... bzw. ... zum Bier.
Leider wurde das Konzert in Hamburg (wie übrigens auch die Gigs in Berlin und München) kurzfristig in einen kleineren Club verlegt. Im Falle von Hamburg von den Docks in den Grünspan.


Etwas erstaunt war ich, als POISONBLACK den Abend pünktlich um 20 Uhr eröffnen. Ich war nämlich eigentlich davon ausgegangen, dass Lacrimas Profundere beginnen werden.
In den gut 30 Minuten präsentiert die Band um ex-Sentenced-Fronter Ville Laihiala neben einigen Songs vom aktuellen Album "Lust Stained Despair" (u.a. "Rush" und "Nothing Else Remains") auch einige Songs vom Debütalbum "Escapextacy", was natürlich insofern interessant ist, weil das erste Poisonblack-Album noch von Charon-Sänger Juha-Pekka Leppäluoto eingesungen wurde und gerade solche Titel wie "Love Infernal" oder auch der abschliessende Song "Illusion/Delusion" nun in völlig neuem Glanze erstrahlen. Die Stimmung war durchweg gut und der Laden wurde langsam aber sicher voller. Gut gemacht.

Dann waren LACRIMAS PROFUNDERE an der Reihe. Die Band um Sänger Christopher Schmid macht musikalisch in etwa da weiter, wo Poisonblack zuvor aufgehört hatten, wenngleich manche Songs noch weitaus melancholischer rüberkommen.
Nach dem starken Opener "My Velvet Little Darkness" geht's Schlag auf Schlag weiter. Immerhin kann die Band bereits auf sieben Alben zurückblicken und kann dementsprechend ein breit gefächertes Repertoire anbieten.
Es ist schon mehr als erstaunlich, wie finnisch doch diese aus Bayern stammende Band klingt. Und auch in Sachen Bühnenpräsenz und Stage-acting erinnert Christopher Schmid nicht selten an HIM-Sänger Ville Valo, spätestens als er dann im Laufe des Sets eine Ballade mit Zigarette in der Hand zum Besten gibt. Es mag vielleicht ein wenig klischeebeladen rüberkommen, aber dem Publikum (inklusive meiner Wenigkeit) scheint die Darbietung bestens zu gefallen.

Lacrimas Profundere

Dann war es an der Zeit für LACUNA COIL. Einer Band, die in den letzten zwei Jahren einen immensen Sprung noch vorne gemacht hat.
Ob bei "To Live Is To Hide" oder der neuen Single "Closer" - die Stimmung in dem mittlerweile recht voll gewordenen Grünspan ist zu jederzeit bestens.
Dem Sound - speziell den Gitarren - ist das häufige Touren der sechs Italiener durch die Staaten mitunter sehr deutlich anzuhören. Viele Riffs klingen doch arg "Korn-lastig" und nicht immer konnte ich mir ein kleines Schmunzeln verkneifen, wobei der Sound heute insgesamt wirklich verdammt satt und fett aus den Boxen kommt.
Leider ist der offizielle Teil des Sets bereits nach knapp einer Stunde zu Ende. Doch bei der Stimmung am heutigen Abend ist es nur eine Frage von wenigen Minuten, bis der Zugabenteil eingeläutet wird. Und der hat es in sich. Mit Zugabe Nr. 1 - der Cover-Version des Depeche Mode-Hits "Enjoy The Silence" - beweisen Lacuna Coil eindrucksvoll, dass man eine solche "szene-fremde" Kult-Band auch covern kann, ohne sich dabei komplett lächerlich zu machen und so entwickelt sich "Enjoy The Silence" heute zum sicherlich grössten Hit des Abends. Es wird lauthals mitgesungen und mitgeklatscht. Mit "Heaven's A Lie" und "Our Truth" stehen direkt danach dann auch schon die beiden nächsten und leider auch letzten Kracher auf dem Programm.

Was für ein würdiger Abschluss eines nicht nur gelungenen Sets, sondern eines durch und durch gelungenen Abends. Wenn es im Nachhinein heute etwas zu bemängeln gab, dann höchstens die Tatsache, dass die ersten beiden Lacuna Coil-Alben "Halflife" und "In A Reverie" komplett vernachlässigt wurden.

Lacuna Coil

Setlist - Lacuna Coil
You Create
What I See
Fragments Of Faith
Swamped
Fargile
Invisible Light
1.19
Closer
Devoted
To Live Is To Hide
Entwined
To The Edge
Daylight Dancer
Virtual Environment

Enjoy The Silence
Heaven's A Lie
Our Truth


Text & Fotos: Marco Zimmer