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Konzert: SLAYER - 25.10.2006 - Düsseldorf

Manchmal ist das Leben gemein. Beide mega-metal.de-Akteure können aufgrund von beruflichen Verpflichtungen nicht zum Slayer-Konzert nach Düsseldorf fahren. Das ist ziemlich doof, doch wofür haben wir Uli - ein beinharter Metaller und Freund des Hauses - der für uns einen kleinen persönlichen Erfahrungsbericht über den Abend mit Slayer schrieb. Und zwar nur Slayer - die "Unholy Alliance"-Tour hat nunmal diesen Headliner und seien wir doch mal ehrlich: Welche Band ist im Angesichte Slayers denn noch erwähnenswert? Ab dafür!

Location: Phillipshalle
Support: In Flames, Children Of Bodom, Lamb Of God, Thine Eyes Bleed


Während der Umbaupausen habe ich mich ein wenig in der für mich neuen Phillipshalle umgesehen. Die Halle ist spätestens seit Children Of Bodom gut gefüllt, von der Größe her sicherlich für diesen Abend die richtige Wahl. Ich fühle mich an die Hamburger Sporthalle erinnert. Der Aufbau ist vergleichbar, die Kapazität wohl etwas geringer. Als sehr positiv muss ich das Getränkeangebot hervorheben - Jever findet man in diesen Breitengraden ansonsten allenfalls im gut sortierten Getränkemarkt. Die Preise waren mit 2 Euro für 0,3 l noch ganz moderat. Im Vergleich zu den T-Shirt-Preisen jedenfalls. Die fielen nämlich aus sämtlichen Rahmen. Vom einfachen Tourshirt für 30 Euro bis zum (Eishockey?-) Shirt für satte 90 Euro war alles vertreten. Und wurde sogar auch gekauft.
Die Umbaupause zum Höhepunkt des Abends war zwar geringfügig länger als zwischen den anderen Bands, aber dennoch erfreulich kurz. Die gesamte Bühne wurde mit Nebel geflutet, die Hallenbeleuchtung verdunkelt und es ertönte das Intro zum "Christ Illusion"-Vorgänger "God Hates Us All", "Darkness Of Christ". Im Hintergrund der Bühne wurde eine riesige Leinwand aufgezogen, auf der das gesamte Konzert über verschiedene Videosequenzen abgefahren wurden. So sieht man unter anderen zum Titel "Jihad" ein Passagierflugzeug auf sich zufliegen oder zu "War Ensemble" marschiende Truppen. Die Stimmung im Publikum ist zwar gut, aber weniger extrem, als ich es von früheren Slayer-Konzerten gewohnt war. So treten die typischen Slayer!–Schlachtrufe doch eher vereinzelt auf. Tom Araya wirkt dank grauem Vollbart um knappe zehn Jahre gealtert und erinnert mich irgendwie an die Bilder der Inhaftierten von Guantanamo Bay - wahrscheinlich kein unbeabsichtigter Nebeneffekt. Musikalisch zeigen sich Slayer wie gewohnt absolut souverän. Dave Lombardo streut hier und da einige neue Passagen in die Stücke ein, was jedesmal ungewohnt, aber absolut passend und frisch klingt. Sehr schön auch immer wieder die wenigen Ansagen zu ausgesuchten Songs ("This next song is about death and destruction" - ah ja ...).
Nach etwa einer Stunde endet mit "Raining Blood" der reguläre Teil des Konzertes. Und nach der üblichen Pause beginnt mit "South Of Heaven" die Zugabe, die kurz darauf mit "Angel Of Death" auch schon wieder endet.
Insgesamt waren Slayer damit ca. 70 min. auf der Bühne. Das ist zwar nicht gerade eine Ewigkeit, aber dennoch intensiv genutzte Zeit. Zwar hätte ich mir noch einige ältere Songs gewünscht, aber Slayer haben halt in über 20 Jahren so viele großartige Songs erschaffen, daSS man die halt unmöglich alle spielen kann.

Setlist - Slayer
Darkness Of Christ
Disciple
War Ensemble
Jihad
Eyes Of The Insane
Die By The Sword
Born On Fire
Mandatory Suicide
Seasons In The Abyss
Hell Awaits
Cult
Dead Skin Mask
Raining Blood

South Of Heaven
Angel Of Death


Text: Ulrich Vogel