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Konzert: MACHINE HEAD - 13.06.2007 - Hamburg

Location: Docks
Support: As I Lay Dying, Dew-Scented


Sie haben es heute nicht wirklich einfach. Angekündigt für 20 Uhr, müssen DEW-SCENTED bereits eine halbe Stunde früher loslegen und so ist das Docks zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht wirklich gefüllt.
Fronter Leif Jensen und seine Truppe legen sich gleich vom ersten Song an mächtig ins Zeug, aber auch wenn die ersten paar Reihen schon ganz ordentlich mitmachen, so wirklich kommt noch keine richtige Stimmung auf. Zitat Leif: "Nach fünf Songs solltet ihr so langsam mal aufwachen!". Allzu viel tut sich stimmungsmässig aber leider nicht mehr. Nach 45 Minuten und Songs wie u.a. "Into The Arms Of Misery" oder "New Found Pain" ist dann auch Schluss. Eine mehr als ordentliche Leistung mit - zumindest heute - einer nicht ganz ausreichenden Würdigung durch das Publikums.

Dew-Scented

Direkt nach dem Auftritt von Dew-Scented wird es bereits recht unruhig vor der Bühne. Es scheinen heute nicht gerade wenige Leute (auch) auf AS I LAY DYING zu warten. Und die legen nach einem fast endlos erscheinenden Soundcheck dann auch gleich gewohnt souverän los.
Die Stimmung scheint sich mit dem ersten Song gleich zu vervielfachen. Die ersten Circlepits, die ersten Crowdsurfer - das lässt schonmal auf mehr hoffen. Das Ami-Quintett um Sänger Tim Lambesis prügelt sich gnadenlos durch das Set, doch überraschenderweise ist erstaunlich früh Schluss: Nach "Forever" und nur etwas mehr als 35 Minuten Spielzeit ist bereits Schicht im Schacht. Schade eigentlich. Da hätte man sicherlich noch gerne ein bisschen mehr von gesehen.

As I Lay Dying

Und das, was in den kommenden 85 Minuten im Docks gleich passieren wird, habe ich so in dieser Form wohl auch noch nicht gesehen.
Die Stimmung ist genauso am Siedepunkt angekommen, wie die Temperatur im Docks ebenfalls. Kein Wunder, das ist heute immerhin das einzige Hallen-/Clubkonzert von MACHINE HEAD dieses Jahr in Deutschland und somit natürlich restlos ausverkauft.
Die "Machine Fucking Head!"-Sprechchöre werden letztendlich um Punkt 22 Uhr erhört und die Herren legen auch gleich mit "Clenching The Fists Of Dissent" los. Und genau ab jetzt heisst es Ausnahmzustand im Docks. Spätestens als ausgerechnet "Imperium" bereits als zweites Stück rausgehauen wird, gibt es kein Halten mehr. Zu unserer eigenen Sicherheit wird unser "Fototermin" im Fotograben früher als geplant abgebrochen, die Stagediver fliegen fast schon im Sekundentakt vor die Absperrung. Die Security stösst jetzt schon an ihre Grenzen. Ein Teil der Absperrung wird fast niedergerissen, die Sanitäter versorgen bereits die ersten kreislaufschwachen Personen und es wird bereits begonnen, Wasser für die ersten Reihen zu verteilen. Das hätte heute alles ganz böse ins Auge gehen können, aber zum Glück ist die Lage zumindest weitesgehend unter Kontrolle. Trotz der unmenschlichen Temperaturen und zwei toller Vorbands, gibt das Publikum geschlossen Vollgas. Ob hüpfen, diven, bangen oder sich in einem der diversen Circlepits abreagieren, so eine riesige Party habe ich bisher wirklich selten gesehen.
Als reinster Animateur erweist sich heute Gitarrist Phil Demmel, der laufend in irgendeinerweise mit dem Publikum kommuniziert und auch Sänger Robert Flynn kommt aus dem Grinsen und seinen "You Kick Fucking Ass!"-Dankessprüchen kaum noch heraus. Das Quartett legt eine Spielfreude an den Tag, als ginge es heute um deren Leben. Die Stimmung hat zu keinem Zeitpunkt auch nur die geringste Chance, wieder abzuflauen, ob "Ten Ton Hammer" oder "Asthetics Of Hate" - es folgt Schlag auf Schlag. Gnadenlos. Ohne Pause.
Kurz vor dem offiziellen Ende gibt's nochmal eine grosse Portion Gänsehaut, als das ganze Publikum geschlossen bei "Halo" mitsingt.
Es braucht natürlich nicht viel Zeit bis zur Zugabe und die wird ganz melancholisch mit "Descend The Shades Of Night" eingeläutet und wie es sich gehört, natürlich mit Akustik-Klampfe. Tja, und dann ist es Zeit für eine letzte Steigerung und den absoluten Höhepunkt des Abends: "Davidian" als Abschluss-Song - es lässt sich kaum in Worte fassen, was während dieser paar Minuten im Docks abgeht.
Ich bin schlichtweg von den Socken. Was für ein grandioses Konzert - was für grandiose 85 Minuten!

Machine Head

Setlist - Machine Head
Clenching The Fists Of Dissent
Imperium
Now I Lay Thee Down
Bulldozer
The Blood, The Sweat, The Tears
Ten Ton Hammer
Aesthetics Of Hate
Old
Halo
Take My Scars

Descend The Shades Of Night
Davidian


Text & Fotos: Marco Zimmer