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Festival: RELOAD - 29./30.06.2007 - Twistringen

Bereits zum fünften Mal findet im niedersächsischen Twistringen in der Nähe von Bremen das alljährliche Reload-Festival statt. Da das Billing im Vergleich zum Vorjahr äusserst metallisch ausfällt, werden wir dem Festival in diesem Jahr mal einen Besuch abstatten.
Dort angekommen, erwartet uns neben einem wirklich miserablen Wetter, ein gemütlicher Campingplatz und paar Minuten weiter das grosszügig aufgeteilte Festivalgelände.


Bei unserer Ankunft auf dem Festivalgelände sind die Hamburger Screamo-New-Metal-Jungs von 4LYN bereits dabei, dem Publikum ordentlich einzuheizen. Die Stimmung ist bereits aussergewöhnlich gut, und Sänger Ron "Braz" Clauss ist heute bestens aufgelegt und kommt sehr sympathisch rüber. Mit dem abschließenden "Whooo" gibt's dann natürlich den ultimativen Hit der Band. Und auch wenn vieles ein bisschen sehr arg nach Limp Bizkit & Co. klingt, aber so einen gelungenen Auftakt wünscht man sich dann doch häufiger.

UNEARTH dürfen dann den Reigen für die Hartwurst-Fraktion des Festivals beginnen und legen gleich mächtig los. Der augenscheinlich junge Boston-Fünfer kommt mit der derzeit beliebten "mehr Metal/NWOAHM als Core"-Mischung gut an, so dass nicht nur auf sondern auch vor der Bühne ordentlich Bewegung herrscht. Live fällt dann zwar auf, dass sich einige Songs vom Aufbau recht ähneln, doch wenn die Band schon Songs schreibt wie mein persönlicher Fave "Sanctity Of Brothers" (vom aktuellen Output "III: In The Eyes Of Fire"), ist der Blick nach vorne doch recht vielversprechend. Die Fans sehen das genauso und starten bei besagtem Song den ersten der vielen Cirlce-Pits des Abends. Thumbs up!

Unearth

Und genauso amerikanisch geht's dann auch gleich mit CHIMAIRA weiter. Die aus Cleveland/Ohio stammende Band, immerhin einer der Vorreiter der NWOAHM, legen gleich noch eine Schippe drauf und was sich in Sachen Circle-Pit bei den beiden vorangegangenen Bands schon grob abzeichnete, wird hier nun munter weiter fortgeführt. Die Stimmung steigt fortwährend, zwischenzeitlich lässt sogar mal der Regen nach und die Band knallt dem Publikum ihr fieses Gemisch aus Core und Thrash gnadenlos um die Ohren. Immerhin gibt es auch gleich zu Beginn den starken Titelsong des aktuellen Albums "Resurrection" und im Laufe des Sets natürlich auch solche Perlen wie "Severed" inklusive einem integrierten und tollen Drum-Solo.

Chimaira

Zwischen den Bands aus Übersee haben CALIBAN heute natürlich sowas ein Heimspiel und erweisen sich als heimlicher Headliner. Die Ruhrpöttler - heute allesamt ganz stylisch mit weissen und "blutverschmierten" Oberteilen - legen gleich mit "I Rape Myself" los und auch wenn so ziemlich jeder vor der Bühne mittlerweile klatschnass geregnet sein dürfte, die Stimmung steigt sprungartig von 0 auf 100! Die Band knüppelt sich durch ein grandioses Set bestehend aus "It's Our Burden To Bleed", "I Will Never Let You Down", "Stigmata", "Nothing Is Forever" und natürlich dem beim Publikum so beliebten "The Beloved And The Hatred". Da wird gepogt, gebangt, getanzt - und das Publikum folgt fast schon dankbar jeder Aufforderung von Fronter Andi Dörner zum Circle-Pit bzw. zur Wall Of Death. Die Freude über meinen mitgenommenen Regenschirm weicht zu diesem Zeitpunkt nur noch der Freude über diesen nahezu erstklassigen Auftritt.

Caliban

Durch den Regen mussten die Headliner LAMB OF GOD dann leider vor einer dezimierten Menge aufmarschieren. Und genau das taten sie. Ihr unheimlich grooviger und moderner Thrash war fast schon exotisch im Vergleich zu den Vorgängerbands. Nach anfänglichen Soundproblemen kam man aber doch kräftig in Fahrt und war dann auch die einzige Band des Abends, die Sprechchöre verbuchen konnte. Ergo - ein würdiger Headliner, dessen Ende wir leider nicht miterlebten, da uns der bis dato kräftigste Platzregen (nachts gegen 1.30 Uhr) zur Abreise nötigte. Dreck auch.

Lamb Of God

Der zweite Tag des Festivals bietet in Sachen Metal dann nur noch Fear my Thoughts, aber als Teil der arbeitenden Bevölkerung - und dann auch noch mitten in der Festivalsaison - müssen natürlich auch wir auf gewissen Sachen verzichten.

So wollen wir nur hoffen, dass die Festivalleitung sich im nächsten Jahr wieder solch illustre Namen auf das Billing holt. Dann kommen wir nämlich verdammt gerne wieder. Nachladen bitte!


Text: Marco Zimmer
ausser Unearth und Lamb of God, Text: Siegfried Wehkamp
Fotos: Marco Zimmer