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Konzert: MEGADETH - 11.02.2008 - Dortmund

Location: Westfalenhalle 2
Support: Mercenary, Evile


Wenn "Mega-Dave" zum Tanz bittet, lässt sich mega-metal.de natürlich nicht lange bitten und somit machen wir uns am heutigen Tag auf den Weg zur Westfalenhalle nach Dortmund. Nach einer viel zu frühen Ankunft vor Ort und der Parkplatz-Abzocke vor der Halle (5 Euro Gebühr pro KFZ), wartet am Merchandising-Stand dann schon die nächste Abzocke: 30 Euro für ein T-Shirt, egal von welcher der drei heutigen Bands. Aber hilft ja alles nichts - muss man ja schließlich haben.


Den musikalischen Auftakt machen heute EVILE aus Großbritannien, die sich äußerst spielfreudig zeigen, mit Sänger Matt Drake einen wirklich guten Frontmann haben und die volle Breitseite Oldschool-Thrash der Marke Metallica/Sodom/Slayer bieten. Das scheint musikalisch zwar nahezu perfekt zum heutigen Publikum zu passen, aber die Stimmung hält sich doch eher in Grenzen. Auf mich wirkt die nicht endlos wollende Aneinanderreihung von - zweifelsohne guten - Riffs auf Dauer etwas ermüdend, ist aber durchaus eine gelungene Eröffnung des heutigen Abends, der nach knapp 30 Minuten mit "Enter The Grave" auch schon wieder zu Ende ist. Eine ordentliche Leistung.

Evile

Weitaus schwieriger haben es heute MERCENARY. Das typische Megadeth-Publikum kann scheinbar nicht viel mit modernem skandinavischen Metal anfangen. Diese Erfahrung mussten letztes Jahr bereits Sonic Syndicate machen und heute sind nunmal die Dänen die Leidtragenden. Trotz des starken Openers ("Soul Decision"), kommt kaum Stimmung auf. Es hat sich zwar sowas wie ein Fan-"Grüppchen" in der ersten Reihe eingefunden, dem im Folgenden auch vermehrt Aufmerksamkeit von Sänger Mikkel Sandager zuteil wird, aber ansonsten genießt man eher sein Bier, plauscht mit seinem Nachbarn oder flüchtet gar in Richtung Theke mit den Worten: "Scheiß Metalcore!". Häh!?
Die Truppe liefert zwar trotz eines nicht ganz perfekten Sounds einen guten Auftritt ab, der aber kaum Zuspruch findet und nach knapp 40 Minuten auch schon wieder vorbei ist. Schade. Tolle Band, aber heute leider ein bisschen Fehl am Platze.

Mercenary

Irgendwie dümpelt die Stimmung den ganzen Abend so ein bisschen vor sich hin. Okay, als die ersten Töne von "Sleepwalker" erklingen, Dave Mustaine gitarrespielend die Bühne betritt und MEGADETH endlich loslegen geht durchaus die Post ab - aber scheinbar irgendwie auch nur direkt vor der Bühne. Die Halle 2 der Westfalenhalle ist heute ohnehin eine Nummer zu groß und schätzungsweise nur rund zur Hälfte gefüllt.
Der bereits angesprochene Sound, der heute nicht so ganz optimal ist, führt gleich nach "Take No Prisoners" - dem zweiten Titel - zu einer kurzen Unterbrechung des Sets. Nach wenigen Momenten geht's aber reibungslos weiter. Ob sich die mäßige Stimmung auf Herrn Mustaine übertragen hat, weiß ich nicht. Irgendwie wirkt er mitunter ein kleines bisschen lustlos und ist zudem auch äußerst wortkarg. Die Band präsentiert sich zwar bestens aufeinander eingespielt - vor allem die fette Gitarrenwand walzt nahezu alles nieder - und lässt auch in Sachen Songauswahl eigentlich kaum Wünsche übrig, aber 17 Songs in gerade mal 75 Minuten erscheinen halt entweder hochmotiviert oder eben arg heruntergeleiert.
Songs wie "A Tout Le Monde", "Hangar 18" und (natürlich) "Symphony Of Destruction" sorgen zwar für kurzweilige Euphorieschübe im Publikum, aber nachdem die Bühne gegen des Ende des Sets wiederholt zum Ziel von Bierbechern wird, ist - verständlicherweise - spontan Feierabend. Kein "Holy Wars", keine Zugabe, nichts. Tja Leute, selber Schuld.
Fazit: Megadeth sind live zwar immer wieder ein Erlebnis, aber das war heute sicherlich kein glorreiches Konzert.

Megadeth

Setlist - Megadeth
Sleepwalker
Take No Prisoners
Wake Up Dead
Skin O' My Teeth
Washington Is Next
Kick The Chair
In My Darkest Hour
Hangar 18
Gears Of War
A Tout Le Monde
Tornado Of Souls
Ashes In Your Mouth
Never Walk Alone
Symphony Of Destruction
Trust
Peace Sells
Burnt Ice


Text & Fotos: Marco Zimmer