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Konzert: HATE ETERNAL - 13.01.2009 - Hamburg

Location: Marx
Support: Misery Index, Aeon, See You Next Tuesday


Das Jahr fing mit Dauerfrost ja gut an. Da kommt dieses Package gerade richtig, um den etwas unterkühlten Körper mal ordentlich in Wallung zu bringen. Ein massiver Start in die Konzert-Saison 2009.

Das Problem ist nur, dass ich beim Opener SEE YOU NEXT TUESDAY aus Michigan eher an Weglaufen denke. Das hält zwar auch warm, ist aber nicht im Sinne guter Berichterstattung. Die böllern punkt 20 Uhr so dermaßen durcheinander drauflos, dass ich mich frage, wie sie es schaffen, zusammen anzufangen und auch wieder aufzuhören. Death? Grind? Noise? Math? Bloß nix von der Stange. Aber irgendetwas muss dran sein. Die Leistung an den Instrumenten zeugt von Können und erschließt sich im Gegensatz zu mir und den Anwesenden aber nur vier (4!) jungen Besuchern, die das Quartett wie einen Headliner feiern. Sonst gibt's Höflichkeitsapplaus und Schmunzler über Songtitel wie "Before I Die I Fuck Me A Fish" ... äh, ja ... "See You Next Tuesday" - nee, lass mal lieber.

See You Next Tuesday

Die Zielgruppe dieses Abends hat dann doch eher was für die Schweden von AEON übrig. Death Metal mit starker Morbid Angel/Deicide-Basis kommt einfach gut. Auf der Bühne wird gebangt, was das Zeug hält und man zockt die Highlights der letzten beiden Alben "Rise To Dominate" und "Bleeding The False" beängstigend präzise runter. Zusätzliches Erstaunen erregt hier Drummer Nils Fjellström, der nämlich Linkshänder ist. Neue Fans hat die Band bestimmt gewonnen. Kurz nach dem Auftritt pilgern nicht wenige zum Merchandise-Stand. Aeon muss man als Death Metal Fan unbedingt im Auge behalten.

Aeon

Die Co-Headliner-Position (auf dieser Tour wird täglich gewechselt) gehört heute MISERY INDEX, die nichts anderes machen, als 45 Minuten Vollgas zu geben. Der aktuell beste Death/Grind/Hardcore-Mix des Planeten sorgt für steigende Temperaturen im kleinen Marx, Mitgrölparts bei "Traitors" und einen ordentlichen Pit bei "The Great Depression". Man mag der Band unterstellen, dass ihre Songs mitunter etwas gleichförmig klingen, aber die Jungs haben dermaßen viele höllisch gute Riffs und eine irre mitreißende Dynamik in der Musik und auf der Bühne, dass ich mich ob dieses metallischen Sperrfeuers immer wieder mit heruntergeklappter Kinnlade erwische.

Setlist - Misery Index
We Never Come In Peace
Theocracy
Partisans Of Grief
The Great Depression
Ruling Class Cancelled
Pulling Out The Cails
Ghosts Of Catalonia
Traitors
Occupation
Retaliate
Manufacturing Greed
Conquistadores

Misery Index

Gemessen an ihrem Stellenwert in der Szene müssten Hate Eternal da noch einen drauf setzen können. Musikalisch ist dies auch der Fall. Die Klasse von Gitarrist/Sänger Erik Rutan und seinen Sidekicks ist unbestritten. Der gebotene Querschnitt durch die gesamte Bandgeschichte wird so unheimlich und noch präziser als bei Misery Index dargeboten, dass es fast schon zu perfekt ist. Nur scheint der Sound etwas hinterher zu hinken, denn "Servants Of The Gods" habe ich gar nicht erkannt. Stimmung gibt es trotzdem, wie z.B. bei "Powers That Be" oder bei "Behold Judas", wo sich noch einige Aeon-Mitglieder vor der Bühne austoben. Trotzdem leert sich das Marx mit jedem Song, was Herr Rutan nicht so toll findet. Wenn ich seine gegrowlten Ansagen verstanden hätte, hätte es mir auch noch besser gefallen. Vielleicht lag es auch nur am Werktag oder an der Masse an Gebolze heute Abend. Whatever. Hate Eternal waren trotzdem stark und ich bin froh, diese Band mal live gesehen zu haben. "King Of All Kings" stimmt vielleicht nicht ganz - aber als Abschluss ist der Song einfach nur göttlich! Gute Nacht.

Hate Eternal

Setlist - Hate Eternal
Hell Envenom
Sacrilege Of Hate
Chants Of Declaration
Servants Of The Gods
Bringer Of Storms
Powers That Be
The Obscure Terror
To Know Our Enemies
I, Monarch
Whom Gods May Destroy
Tombeau
Behold Judas
King Of All Kings


Text & Fotos: Siegfried Wehkamp