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Konzert: METALLICA - 12.05.2009 - Hamburg

Location: Color Line Arena
Support: Machine Head, The Sword


14.000 Zuschauer - Hallenrekord! Da muss erst die größte Metal-Band der Welt nach Hamburg kommen, damit so etwas passiert. Aber mit "Death Magnetic" haben Metallica ja gezeigt, dass sie immer noch richtig Biss haben und die Kritiker waren wieder in der totalen Unterzahl.
Im Vorfeld bemerke ich übrigens immer wieder, welch einnehmender Name Metallica ist. Vergaß ich doch zwischendurch, dass noch zwei Supportbands mit an Bord sind.

THE SWORD sind einfach ein Aufwärmer, der zwar Charme besitzt, letztlich aber nichts gegen die Erwartungshaltung der Massen in Bezug auf den Headliner ausrichten kann. Dabei ist ihre Mischung aus Südstaaten- und Wüstenrock irgendwo in loser Fadenrichtung gen Down oder Kyuss gar nicht so schlecht.
Mehr als Höflichkeitsapplaus bleibt aber nach 30 Minuten Spielzeit nicht übrig.

Das sieht bei MACHINE HEAD schon ganz anders aus. 15 Jahre Erfahrung lassen sich nicht wegdiskutieren. Cleverer Schachzug übrigens, ihre 45 Minuten mit einem Iron Maiden-Cover zu bereichern - das Bekennen zu den Wurzeln macht sich immer gut. Ansonsten regieren "Imperium", das Gänsehaut verursachende "Halo" und das übermächtige "Davidian". Bei Letzterem sollte Robb Flynn die berühmte Zeile "Let Freedom Ring ..." aber auch wirklich mal dem Publikum überlassen. Genug Fans waren auf jeden Fall da.

Setlist - Machine Head
Clenching The Fists Of Dissent
Imperium
Slanderous
Hallowed Be Thy Name (Iron Maiden Cover)
Halo
Davidian

Aber was kratzt mich das denn alles. Es geht um METALLICA! Die geben mit Saxon's "Heavy Metal Thunder" vom Band die perfekte Einleitung und schon hören wir das berühmte "The Ecstasy Of Gold"-Intro, welches nahtlos in "This Was Just Your Life" übergeht. Und zum ersten Mal bin ich froh, meinen Platz zwei Reihen unter der Hallendecke zu haben. Wetten, dass die Lasershow zum Opener im Innenraum nicht so geil ausgesehen hat? Hetfield & Co. lassen sich halt immer was einfallen. Eine rechteckige Bühne mit acht Mikros. Ein drehbares Drumkit in der Bühnenmitte und riesige Särge (angelehnt an das "Death Magnetic"-Cover) als Scheinwerferaufhängung. Flammen mit wechselnden Farben bei "One". Eine Basis-Setlist mit wechselnden Überraschungen ("Leper Messiah"/"Dyers Eve"). Ansonsten sechs "Death Magnetic"-Songs plus unverzichtbare Klassiker, wo speziell der Mittelpart von "Master Of Puppets" heute zum Magie-Moment des Jahres gekrönt werden muss. Metallica sind einfach weiterhin unschlagbar und ziehen - wie schon immer - ihr Ding durch. Da müssen die post-"Black Album"-Fans einfach mal damit leben, dass sie die Coverversionen im Zugabenteil nicht kennen (außer sie haben "Garage Inc." schonmal komplett gehört). Dafür aber "Seek & Destroy" mitgrölen und einen der schwarzen "Metallica-Bälle" mitnehmen, die zahlreich von der Hallendecke purzeln.
Am Faszinierensten ist aber die Tatsache, dass diese 130 Minuten viel zu schnell vorbei waren und ich aufgrund der überwältigenden Stimmung in der Halle die Eindrücke gar nicht so schnell verarbeiten kann. Ergo - es war ein brillantes Konzert!

Setlist - Metallica
This Was Just Your Life
The End Of The Line
Leper Messiah
The Memory Remains
One
Broken, Beat And Scarred
Cyanide
Sad But True
Welcome Home (Sanitarium)
The Judas Kiss
The Day That Never Comes
Master Of Puppets
Dyers Eve
Nothing Else Matters
Enter Sandman

Killing Time (Sweet Savage Cover)
The Prince (Diamond Head Cover)
Seek & Destroy


Text: Siegfried Wehkamp
Foto: Marco Zimmer