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Konzert & Party: HELLPOWER - 11.09.2010

Westerstede


Ja, es kam bei der dritten Hellpower-Ausgabe wirklich so etwas wie Festivalstimmung auf. Dieses Mal wirklich mit drei Bands am Start, von denen eine nicht aus dem Oldenburger Umfeld kam (Premiere!), zwei der drei Bands ihre eigenen Produkte mitbrachten, um einen offiziellen Merchandising-Stand zu errichten und dann noch ein Besucherrekord mit über 150 hauptsächlich durch Mundpropaganda erschienenen Besuchern. Chapeau - Hellpower!

Als Erste entern die Oldenburger Thrash-Jünger von NUCLEATOR die Bühne. Ohne Rücksicht auf Verluste brettert der Fünfer - angetrieben vom teils richtig leichtfüßigen, aber trotzdem tighten Drummer Maik - durch seinen Set. Da qualmen die Saiten, da röhrt Fronter Dominick fast in bester Death/Black-Manier, dass die Anwesenden nicht nur mit Applaus, sondern auch mit ein wenig Bewegung ihre Sympathie ausdrücken. Auch die beiden neuen Songs "Torture Time" und "Generation Kill" fügen sich gut ein und geben schon mal einen schicken Ausblick auf das, was man von der noch jungen Truppe erwarten kann.

Die Freiberger von SATIN BLACK scheinen härtemäßig etwas die Außenseiter des Billings zu sein. Noch dazu hat die Band noch nie "so weit oben" gespielt. Was folgte, war die Überraschung des Abends. Mit ihrem - nennen wir es einfach mal - "Keep It True"-Metal und dem Willen, das neue Publikum für sich zu gewinnen, legte das Quintett einen astreinen Gig auf die Bretter. Angefangen beim speedigen Opener "Heretic", über die restlichen drei Songs der "Martyr's Paradise"-EP, bis zu viel neuem Material sprang der Funke nach und nach auf das Publikum über. Das freute sich dann auch zu recht über so manches Iron Maiden-Gedächtnis-Doppellead, und fand in Sänger Stephan einen starken Anheizer. Der Mann ist mit einer wahnsinnig tollen, klaren Stimme gesegnet, die auch noch Stand hielt, als das Publikum die Jungs zur Zugabe auffordert und geschmackssicher mit Helloween's "I Want Out" (!) und Anthrax's "Metal Thrashing Mad" belohnt wird. 'nuff said!

Das Ende der Livemusik bestreitet dann abermals "die Band, die hier immer auftreten wird, solange es das Hellpower gibt" (O-Ton: Veranstalter Hannes) - MORTY PILOT. Ich freue mich immer wieder, die Band auf der Bühne zu erleben, weil ihre Cover-Kunst eben "nicht von der Stange" (O-Ton: ich, als ich sie vor zwei Jahren hier zum ersten Mal sah) ist. Die unten stehende Setlist spricht da wohl für sich. So euphorisch, wie die Songs bei den Besuchern aufgenommen wurden, so cool und mit richtig Spaß werden sie auch dargeboten. Aber auch mit Ehrfurcht (die beiden DIO-Tributes "TV Crime" und "Last In Line") und unerwarteter Schlitzohrigkeit (2x Slayer!). Wie auch immer, es war wieder ein klasse Auftritt, der mit Overkill's "In Union (We Stand)" keinen besseren Abschluss haben konnte.


Setlist - Morty Pilot
March Of The S.O.D.
Sargent 'D' & The S.O.D.
Helpless
A New Level
Killing In The Name Of
Indians
Surprise … You're Dead
Surf Nicaragua
TV Crime
This Was Just Your Life
Seemingly Endless Time
Symphonies Of Destruction
Burnt Offerings
Unconditional
Postmortem
War Ensemble
Last In Line
Inner Self
Strike Of The Beast
In Union (We Stand)

Danach ist das Ende der Party wie immer offen - ist ja auch kein Wunder bei 20 Euro Unkostenbeitrag und dafür Essen und Trinken, bis nichts mehr geht. DJ Kretschi versorgt die Hartgesottenen derweil wie immer mit metallischer Geschichte aus der Konserve, und Veranstalter Hannes grinst über beide Ohren, weil wirklich alles an diesem Abend rund lief. Selbst das Wetter spielte mit und glänzte mit Trockenheit. Bleibt nur zu hoffen, dass das Hellpower für 2011 eine neue, geeignete Location für diese herrliche Party findet, da man dieses Jahr die Kapazitäten voll ausgereizt hat. Wir drücken alle Daumen!


Text: Siegried Wehkamp