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Konzert: EKTOMORF - 11.02.2011 - Leer

Location: Zollhaus
Support: Korzus, Replica, Gorthaur's Wrath


Ungarn, Brasilien, Kroatien und eine wechselnde vierte Band für die Franzosen Lies (haben selbst gecancelt) - eine wirklich exotische "Road To Redemption"-Tour mit stilistischer Vielfalt zieht durch die Lande und im ostfriesischen Leer rund 300 Besucher ins Zollhaus. Gute Stimmung ist also vorprogrammiert.

Gleich beim Opener gibt es für mich ein Wiedersehen mit GORTHAUR'S WRATH. Die Kroaten hatten ja beim letztjährigen Metalbreed Festival ihr Deutschland-Debüt gegeben und beweisen sich nun in Form einer Tour. Trotz komplett (aber nur temporär) ausgewechselter Saiten-Fraktion, macht die Band einen geschlossenen Eindruck und bringt ihren mystisch angehauchten Death Metal weitaus agiler auf die Bühne, als noch vor vier Monaten. Mit fünf Songs ihrer Ende März erscheinenden neuen CD "Ritual IV" wird abermals eine gute Visitenkarte abgegeben. Und obwohl "hier oben" wohl noch niemand was von Gorthaur's Wrath gehört hat, geht der Applaus für einen Opener in Ordnung.

Gorthaur's Wrath

Die "wechselnde Nr. 4" heißt derzeit REPLICA, kommt aus Österreich und sind genau das, was der Metalcore-, NWOAHM-, Screamo-Fan von heute bereits tausendfach gehört hat. Aktivposten ist dabei definitiv Sänger Alex, der nicht selten das Publikum etwas näher zur Bühne bittet, dieses sich bis auf ein paar Pit-Fighter aber eher weniger bewegt. Technisch einwandfrei, musikalisch aber austauschbar, waren Replica auch objektiv gesehen heute die Außenseiter des Abends.

Replica

Danach folgten 45 Minuten in der Hölle! Die brasilianischen Ur-Thrasher von KORZUS machten von ihrer Stellung als Co-Headliner mehr als Gebrauch und es dementsprechend dem Headliner schwer. Mit Schwerpunkt auf ihrem aktuellen Album "Discipline Of Hate" feuerte der Fünfer aus allen Rohren, zeigte sich mit 28 Jahren Erfahrung "tight as fuck" und immer noch hungrig. Das Feedback gab ihnen Recht und wurde obendrein noch mit Zugabe-Rufen quittiert.

Korzus

Und trotzdem sah man bei EKTOMORF natürlich, wegen welcher Band heute alle gekommen waren. Mittlerweile ja auch schon mit 16 Jahren auf dem Buckel, und sie zelebrieren ihre Mischung aus Nu Metal, Neo Thrash à la Machine Head und - immer noch allgegenwärtig - Soulfly mit stoischer Überzeugung. Bei der Armada an Grooves geht die Menge natürlich noch mal richtig steil, freut sich während der 75 Minuten aber auch über eine integrierte Unplugged-Session. Und Fronter Zoltán Farkas weiß natürlich auch genau, wie er mit seinen Jüngern umzugehen hat. Egal ob nun "Show Your Fist" oder dann wieder "Fuck You All" - über mangelnde Originalität kann man streiten, aber es zieht einfach. Mit "Outcast" (bezeichne ich mal gönnerhaft als Ektomorf's "Roots Bloody Roots") als Rausschmeißer und "The One" als Zugabe, geht ein abwechslungsreicher Konzertabend zu Ende, von denen wir hier im Norden in Zukunft hoffentlich wieder etwas mehr erleben werden.

Ektomorf

Seltlist - Ektomorf
Last Fight
Stay Away
Redemption
Gipsy
Show Your Fist
I'm In Hate
I Know Them
Never Should
Rusty Cage
Sea Of My Misery
Who Can I Trust
I Choke
We Rise
Fuck You All
Set Me Free
Stigmatized
God Will Cut You Down
Outcast
The One


Text & Fotos: Siegfried Wehkamp