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Konzert: KATAKLYSM - 17.08.2011 - Leer

Location: Zollhaus
Support: In Signum, Elegy Remains, Deathtrip


Es ist noch keine 14 Tage her, da haben die Franko-Kanadier Kataklysm auf dem Wacken Open Air mit einem wirklich starken Auftritt vor zig Tausenden einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ein paar Nummern kleiner und wesentlich entspannter dürfte es heute dagegen im Zollhaus im ostfriesischen Leer zugehen. Mit an Bord: Drei lokale Support-Bands.

Und mit eben diesen lokalen Support-Bands ist das ja immer so eine Sache. DEATHTRIP aus Bremen haben es als die "unlokalste" Band des Abends (mit über 100 km Anreise) entsprechend schwer. Zu Beginn finden sich kaum zehn Leute in der ersten Reihe ein, aber zumindest weiß der meist groovige Death Metal durchaus zu gefallen. Songs wie das etwas ältere "Battlefield" haben durchaus Potential. In Anbetracht der Tatsache, dass der heutige Verantwortliche für das Licht den miesesten (bzw. im Grunde gar keinen) Job macht und die Band auch schonmal mitten im Song für eine Weile völlig im Dunkeln steht, lässt sich auch schnell über die eine oder andere technische Panne hinwegsehen.

Dass ELEGY REMAINS fast ein Heimspiel haben, merkt man schnell am Publikum, das den Fünfer aus Emden recht ordentlich abfeiert. Und auch ich werde ziemlich schnell überzeugt, denn der Metalcore macht zweifelsfrei Laune, auch wenn die Songs sicherlich nach dem bekannten und bewährten Schema aufgebaut sind. Erfrischend sind neben den eher Death Metal-lastigen Midtempo-Parts und den immer wieder mal eingestreuten clean gesungen Passagen, vor allem die recht massiven Breakdowns, sowie Bassist John Hinrichs, der recht erfolgreich den Animateur mimt. Und spätestens mit der abschließenden Wall Of Death beim finalen "Behind These Broken Feeling" hat die Truppe zumindest bei den Leuten gepunktet, die es soundtechnisch ohnehin gerne etwas Moderner mögen.

Bei IN SIGNUM fällt zu Beginn erstmal folgendes auf: Der Laden füllt sich zusehens (und endlich ist auch die nervige Abendsonne verschwunden, die anfangs noch den hinteren Teil des Ladens durchflutet hat) und zum ersten Mal am heutigen Abend ist der Sound wirklich ordentlich und massiv (keine Ahnung, warum der Mischer das nicht schon bei den ersten beiden Bands hinbekommen hat). Während der ersten Songs wird allerdings auch schnell klar, dass die Truppe die Stimmung von Elegy Remains nicht ganz halten kann. Der druckvolle Sound erinnert mich in den besten Momenten durchaus mal an The Black Dahlia Murder, Fronter Tim Badke wirbelt passend dazu über die (nach vor kaum beleuchtete) Bühne, und Mitgröhlspielchen wie bei "Revenge Of The Christian" zünden ganz gut.

Nach diesem doch recht bunten Vorprogramm, ist es nun an KATAKLYSM, das Zollhaus an seine Grenzen zu bringen. Zwar ist der Laden mit rund 200 Gästen nur rund zur Hälfte gefüllt, aber die Begeisterungsstürme, die der Band von der ersten Sekunde an entgegenschwappen, sind schon wirklich beachtlich. Und wenn Fronter Maurizio Iacono nach dem eröffnenden und bereits nahezu alles vernichtenden Doppelschlag "A Soulless God" und "Serenity In Fire" darüber philosophiert, dass man vor wenigen Tagen erst noch vor 30.000 Leuten gespielt hat und heute "nur" vor 200, aber dass das eigentlich völlig egal ist, da man schließlich eine große "family" (O-Ton) sei, dann kommt sowas natürlich immer gut an. Und in diesem Falle glaubt man wirklich auch jede Silbe, denn nicht ohne Grund ist Deutschland schon sowas wie die zweite Heimat der Band geworden. Im weiteren Verlauf knüppelt man sich durch die letzten zehn Jahre Bandgeschichte (leider wieder ohne einen einzigen Song aus den 90ern), wobei vor allem die Midtempo-Nummer "Taking The World By Storm" (mit ihrem Mörder-Groove), das großartige "In Shadows And Dust" und natürlich die fast-schon-Bandhymne "As I Slither" extrem gut angkommen. Die Stimmung ist auf einem absoluten Höhepunkt und Crowdsurfer segeln im Minutentakt nach vorne. Dass sich Herr Iacono ebenfalls über die miserablen Lichtverhältnisse auf der Bühne beschwert, bestätigt mich nur noch in meiner Meinung und siehe da: Plötzlich scheint der Lichtmann aufgewacht zu sein - aber nun ist es eh fast zu spät. Nach einer guten Stunde endet der offizielle Teil obligatorisch mit "Crippled & Broken", bevor sich die Band mit zwei Zugaben und dem abschließenden Satz "We Love Deutschland!" dann endgültig verabschiedet. Ein wirklich starker Auftritt einer großartigen und sehr sympathischen Band. Ich freue mich bereits jetzt schon wieder auf das nächste Konzert!

Kataklysm

Setlist - Kataklysm
A Soulless God
Serenity In Fire
The Ambassador Of Pain
Push The Venom
Manipulator Of Souls
Determined
Prevail
Taking The World By Storm
In Shadows And Dust
As I Slither
At The Edge Of The World
The Road To Devastation
Crippled & Broken

To Reign Again
Like Angels Weeping


Text & Foto: Marco Zimmer