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Konzert: WE CAME AS ROMANS - 12.05.2011 - Hamburg

Location: Logo
Support: The Word Alive, This Or The Apocalypse


Auf der letztjährigen "Imperial Never Say Die"-Tour haben mich die mir bis dahin noch gänzlich unbekannten We Came As Romans so überzeugt, dass ich mir die aktuelle "Scream It Like You Mean It"-Tour natürlich nicht entgehen lassen kann. Als Unterstützung hat man The Word Alive und This Or The Apocalypse mit dabei. Warum allerdings Miss May I die laufende Tour vorzeitig verlassen haben und somit auch heute Abend nicht mit von der Partie sind, scheint - wenn man diversen Gerüchten glauben darf - wohl ein Rätsel zu bleiben.

Glücklicherweise bleibt das Hamburger Logo nicht so leer, wie es anfangs den Anschein machte. Quasi auf de letzten Drücker füllt sich der Laden mehr als ordentlich, so dass die eröffnenden THIS OR THE APOCALPYSE ein Leichtes haben, den partywilligen Pit mit ihrem melodischen Hardcore/modernen Metal zum Kochen zu bringen. Die Truppe aus Lancaster/Pennsylvania erweist sich als überaus routiniert und spielfreudig und Fronter Rick Armellino punktet mit seiner sympathischen Art und Crowdsurfen mitten im Set. Das Publikum dankt solche Fannähe mit Circlepits und bester Stimmung, wobei solch starke Songs wie "The Incoherent" oder "Revenant" ihr übriges dazu beitragen.

Da während des energiergeladenen Auftritts bereits der erste Scheinwerfer sein zeitliches gesegnet hat (kein Wunder, bei einer Deckenhöhe von geschätzten drei Metern), entschließt man sich in der Umbaupause, sämtliche Neon-Röhren von der Decke zu nehmen. Amüsante Aktion, und zweifelsfrei die richtige Entscheidung.

Bei THE WORD ALIVE aus Phoenix/Arizona regiert dann eher der klassische Metalcore amerikanischer Schule, wobei der cleane Gesang von Sänger Tyler Smith schon nach wenigen Songs für leichte Ermüdungserscheinungen bei mir sorgt. Aber damit bin ich heute scheinbar auch der einzige, denn die Fünf Herrschaften können stimmungsmässig fast noch einen drauflegen, wenngleich auch die elektronischen Parts zwischen den einzelnen Songs manchmal ein bisschen die Fahrt aus dem Applaus nehmen. Das gleicht dann aber umgehend wieder der Song "The Wretched" aus, bei dem Tyler Smith - wie schon auf dem Album - von We Came As Romans-Shouter Dave Stephens am Mikro untertsützt wird. Starke Sache.

An den Publikumsreaktionen merkt man, dass hier heute im Grunde jeder nur auf WE CAME AS ROMANS wartet. Wenngleich bereits 2005 gegründet, hat der überaus sympathische Sechser aus Troy/Michigan gerade mal ein Album veröffentlicht (neben ein paar wenigen EPs und Singles). Textsicherheit beim Publikum ist also sowieso vorprogrammiert und spätestens, als dann "To Move On Is To Grow" aus den Boxen ertönt, geht im Logo ohnehin nichts mehr - von der schweißtreibenden Temperatur mal ganz zu schweigen. Die Ansage von Sänger Kyle Pavone (der für die cleanen Gesangsparts zuständig ist und heute wirklich gut bei Stimme ist), "dass wir hier in Deutschland ja sowieso immer Spaß haben", scheint zumindest hier und heute zweifelsfrei zu stimmen. Natürlich darf auch ein Song wie "To Plant A Seed" nicht fehlen, wobei die Aufforderung an das Publikum, mit seinen Zeigefingern und Daumen ein Herz zu formen, nun nicht gerade Metal ist, aber egal, im Publikum sind heute ohnehin viele "Jüngere mit bunten Shirts" am Start, die dieser Aufforderung natürlich gerne nachkommen.
Es bleibt letztendlich nicht viel mehr zu sagen, als dass ich mich schon auf den nächsten Auftritt dieser Truppe freue. Dann vielleicht auch mit einem zweiten Album im Gepäck und einer Spielzeit von hoffentlich mehr als 38 Minuten, denn das ist nun wirklich etwas arg wenig.

We Came As Romans

Setlist - We Came As Romans
Roads That Don't End And Views That Never Cease
Intentions
My Love
Broken Statues
I Will Not Reap Destruction
To Move On Is To Grow
We are the reasons
Beliefs
To Plant A Seed
Dreams


Text & Fotos: Marco Zimmer