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Konzert: MUSTASCH - 09.11.2012 - Oldenburg

Location: Cadillac
Support: Supercharger


Als kleine und eher "alternative Studentenstadt" glänzt Oldenburg - die Heimat von mega-metal.de - nun nicht gerade mit hochkarätigen (Metal-)Konzerten. Umso erstaunter durfte man sein, dass sich Schweden's Hard/Heavy Rock-Superstars Mustasch hierhin verirrt haben. War man in Deutschland bisher eher auf den großen Bühnen zu Hause (Wacken Open Air, With Full Force), gibt man sich heute in einem kleinen Jugendzentrum die Ehre. Und zu diesem Stelldichein kommt natürlich so ziemlich jeder, den man aus der heimischen Szene "halt so kennt", so dass man fast von einem "Familentreffen" sprechen kann. Mit rund 200 Besuchern ist der Laden zudem auch noch sehr gut gefüllt.

Den Anheizer machen heute SUPERCHARGER aus Dänemark, die mit ihrem energiegeladenen Hardrock gleich von Beginn an zu begeistern wissen. Der Saal füllt sich schnell und Sänger Mikkel Neperus amüsiert mit sympathischen Ansagen, teilweise mit herrlichem Akzent wie "keine Alkohol, keine Spaß!" oder schlichten englischen Aussagen wie "we have nothing more than Rock'n'Roll". Aber mehr wollen wir ja auch gar nicht. 45 Minuten satter Hardrock, der mit Piano- und Mundharmonika-Einlagen häufiger mal eine leichte Country-Schlagseite bekommt und mit starken Titeln wie "Redemption Song" oder dem alles überragenden und abschließenden "Hell Motel" - bei dem das Publikum bestens eingebunden wird - vollends überzeugt. Ich habe selten einen so starken Opener gesehen.

Bei MUSTASCH sitzt dann niemand mehr im Vorraum an der Theke oder steht draußen am Qualmen. Der Saal ist sehr gut gefüllt und die Schweden starten gleich amtlich mit "I Don't Hate You" und "Down In Black". Nun schränken die drei Mikroständer zwar etwas die Bewegung auf der Bühne ein, so dass böse Zungen behaupten könnten, "die stehen da ja nur rum", aber was soll man machen!? Zumindest in den instrumentalen Passagen ist man um entsprechende Bewegung bemüht, was auch gut gelingt. Im Gegensatz zu Supercharger würzt man seinen kraftvollen Hardrock nicht mit Country-, sondern mit Heavy-Einlagen, was dem Ganzen noch mehr Druck verleiht. Musikalisch gibt es dabei einen gelungenen Mix aus älteren ("Bring Me Everyone", "Deep In The Woods") und neuen Songs vom aktuellen Album wie "Destroyed By Destruction" oder "It's Never Too Late". Und auch Sänger Ralf Gyllenhammar versucht sich ebenfalls weitestgehend mit sympathisch-deutschen Ansagen ("Du bist ein fantastisches Publikum"). Das aktuelle "The Challenger" entwickelt sich dabei scheinbar eben so schnell zu einem wahren Live-Hit, wie es "Double Nature" eh schon lange ist. Zwar muss man heute auf jeglich Zugaben verzichten, aber bei einer Spielzeit von fast 80 Minuten ist das sicherlich zu verschmerzen. Ein gelungener und wirklich großartiger Konzertabend.

Mustasch

Text & Foto: Marco Zimmer