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Konzert: NORTHERN METAL MEETING - 12.10.2012 - OL

Location: Cadillac, Oldenburg
Bands: Craving, Honey I Kill You, Threnody Of Harlots, Brain Corruption


Mit Craving als Headliner und drei Supportbands startet das Northern Metal Meeting in seine erste Ausgabe. Es schien alles perfekt zu laufen, bis wenige Stunden vor der Veranstaltung der Opener Burst My Marrow krankheitsbedingt absagen musste. Die anschließende Suche nach einem kurzfristigen Ersatz gestaltete sich schwieriger als vermutet, doch letztendlich sind BRAIN CORRUPTION eingesprungen und das sprichwörtlich auf den allerletzten Drücker. Als die Band im 60 km entfernten Weyhe losgefahren ist, war im Cadillac bereits Einlass. Ein Wettlauf gegen die Zeit und den vorgegebenen straffen Zeitplan beginnt. Mit rund 40 Minuten Verspätung steht das Grindcore/Crust-Duo dann endlich auf der Bühne. Gitarrist und Sänger Robert sowie Drummer Marty zeigen erstens, dass es durchaus auch ohne Bass geht und zweitens, dass man bei einer Spielzeit von gerade mal 15 Minuten dennoch rund zehn Songs spielen kann: Kurze und knackige Grindcore-Geschosse wie "Lose Control", die schon wieder zu Ende sind, bevor es überhaupt richtig losgeht. Amüsanter Einstieg.

THRENODY OF HARLOTS können sich heute darauf verlassen, dass sie in Oldenburg schon eine ganz ordentliche Fanbase haben und somit entsprechend Leute vor die Bühne ziehen. Der derbe Death Metal mit seinen fiesen Slam-Einlagen sorgt im Publikum jedenfalls gleich von Beginn an für ordentlich Laune. Mit den Songs der "Necrophilia"-EP, sowie weiteren Hassbolzen der Sorte "Depravity Of Humanity" hat man heute nicht nur die klassischen Headbanger auf seiner Seite, sondern auch das jüngere Publikum. Das alles kommt so gut an, dass man spontan und außerplanmäßig "Die A Despicable Death" noch ein zweites Mal als Zugabe spielt. Starke Vorstellung ... wird dringend Zeit für ein Album!

Threnody Of Harlots

Als veranstaltende Band dieses Abends, spielen HONEY, I KILL YOU aus Wilhelmshaven natürlich und verständlicherweise als Co-Headliner. Ich erinnere mich noch entfernt an den allerersten Auftritt der Band im Sommer 2011, der mich damals nur bedingt überzeugt hatte. Aber das sieht heute schon ganz anders aus. Die Truppe hat ein großen Sprung nach vorne gemacht - in jeglicher Hinsicht. Musikalisch ist man im Death Metal zu Hause - mal etwas moderner, mal etwas progressiver. Ein starker Song wie "Spinal Distortion" spricht da sicherlich für sich selbst. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings das Outfit von Fronter Björn: Ein luftiges Sommerkleid mit Blumenmotiv - und dazu barfuss. Und trotz knappem Zeitplan bleibt scheinbar genug Zeit für ein paar Späße zu diesem Thema. Im Gegensatz zum Kleidungsstil überzeugt er allerdings auch mit guten Growls und sogar ein Didgeridoo kommt überraschend, aber gekonnt und passend zum kurzzeitigen Einsatz. Eine runde und gelungene Sache der Truppe.

Honey, I Kill You

Kaum zu glauben, dass CRAVING in ihrer Heimatstadt Oldenburg heute zum ersten Mal seit drei Jahren auf der Bühne stehen. Und da das fast schon ein Grund zum Feiern ist, hat sich die Band auch etwas einfallen lassen: Zwischen allen Songs findet eine CD einen neuen Besitzer im Publikum und außerdem spielt man heute das komplette (und schlicht nach dem Bandnamen betitelte) Debütalbum in voller Länge. Melodischer Death Metal, mit schwarzmetallischer und auch teils deutlicher keltischer Schlagseite. Zum Glück verzichtet man in Bezug auf Letzteres aber auf Geigen oder irgendwelche Blasinstrumente. Die Setlist besteht nach dem Intro aus genau den Titeln des Albums in exakt der gleichen Reihenfolge und auch keinem Song mehr. Vielleicht hätte sich der eine oder andere noch einen älteren Song der beiden ersten EPs gewünscht, aber auch so ist der Auftritt als absolut gelungen zu bezeichnen. Zwar müssen Titel wie "Ein Funken Abendrot" und "Lug und Litanei" heute natürlich ohne Gastsänger Helge Stang (Arafel, ex-Equilibrium) auskommen, aber dieses "Problem" hat Gitarrist und Fronter Ivan bestens im Griff. Und auch sonst macht der Vierer musikalisch eine rundum gute Figur. Zweitgitarrist Thorsten mimt zwischendurch immer wieder mal den Animateur, die Drums sitzen präzise auf dem Punkt und das Publikum feiert zu starken Songs wie "Wolfsherz" oder "Revenge".

Mit etwas Verspätung endet dieser absolut gelungene Konzertabend und lässt auf eine baldige Neuauflage hoffen.

Craving

Text & Fotos: Marco Zimmer