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Konzert: SCHLACHTFEST X - 19.-20.10.2012 - Aurich

Geburtstagsstimmung in Aurich: Das jährlich stattfindende Schlachtfest feiert sein 10. Jubiläum und wird in diesem Jahr deshalb gleich auf zwei Tage aufgeteilt. Zudem konnte man mit Master und Sinister zwei zugkräftige Headliner für die beiden Tage verpflichten.

Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt hat mich leider die Grippe erwischt, so dass ich am ersten Tag kurzfristig gar nicht teilnehmen konnte und auch am zweiten Tag im Grunde nur physisch anwesend war. Dementsprechend knapp und (im wahrsten Sinne des Wortes) nüchtern ein paar Zeilen zum Samstag.

Den Abend des zweiten Tages eröffnen BURIAL VAULT, die mich erst vor 14 Tagen live überzeugt hatten. Ihr deutlich schwedisch geprägter Melodic Death Metal glänzt neben wirklich guten Songs vor allem auch durch die leichten Ausflüge in schwarzmetallische Bereiche (u.a. bei den höheren Screams) und durch die variable Geschwindigkeit, die zwischen Blasts und recht ruhigen Passagen nahzu alles abdeckt. Eine äußerst interessante Band, die sicherlich mehr als die anfänglichen 40-50 Gäste verdient hat, aber draußen herumstehen und rauchen ist natürlich auch "wichtiger". Immerhin wird's gegen Ende etwas voller im Laden.

Bei OBSCENITY sieht's dann nicht grundlegend besser aus. Der Schlachthof ist halb leer, die Stimmung gleicht einer Schlaftablette und die Ansagen und Bitten von Neu-Fronter Jeff Rudes nach etwas mehr Reaktionen im Publikum verhallen meist im Leeren. Wirklich schade, denn musikalisch bieten die Oldenburger das volle Death Metal-Brett. Die Setlist liegt schwerpunktmäßig natürlich auf dem aktuellen Album "Atrophied In Anguish", aber zumindest drei ältere Songs werden heute zum Besten gegeben, von denen vor allem das 1996er "Disgrace Over You" vor allem der oldschool Fraktion bestens gefallen dürfte. Die deutsch-englischen Ansagen von Fronter Jeff sond einmal mehr amüsant-sympathisch und das abschließende "From Heroic To Deprave" wird mit den Worten "genieße es ... or fucking die!" angekündigt. Ich habe diese 40 Minuten zweifelsfrei genossen...

Obscenity

Als dann IZEGRIM das heutige niederländische Doppel einläuten, sind vielleicht 20 Leute im Laden. Sowas hat wirklich keine Band verdient, aber scheinbar ist das hier normal. Man feuert auch lieber sich selbst mit "Ostfriesland"-Sprechchören an, als eine der Bands. Hier ist halt alles irgendwie ein bisschen anders. Aber kommen wir zur Musik: Der niederländische Vierer hat mit Bassistin und Sängerin Marloes natürlich einen ausgesprochenen Blickfang zu bieten - mit langen blonden Haaren bis zum Allerwertesten. Und auch stimmlich macht sie eine ausgesprochen gute Figur, denn sie growlt in bester Arch Enemy-/Holy Moses-Manier. Musikalisch gibt's eine recht aggressive Thrash/Death-Mischung und das lockt im Laufe der ersten Songs dann doch noch ein paar mehr Leute in den Schlachthof. Allmählich steigt dann auch die Stimmung - es finden sich bis zu 20 Headbanger in den ersten Reihen ein und ein sechsköpfiger Circlepit (der erste des Abends) zieht ebenfalls seine (kurzen) Kreise. Da stört es auch gar nicht weiter, dass bei "In The Name Of Freedom" einer der beiden Gitarristen wegen einer gerissenen Saite kurzzeitig ausfällt. Gelungener Auftritt.

Izegrim

Bei SINISTER kann man heute zum ersten Mal von einem recht vollen Laden mit entsprechender Stimmung sprechen. Die Niederländer machen auch erst gar keine großartigen Gefangenen und legen gleich eindrucksvoll los. Wenn man der Band überhaupt irgendeinen "Vorwurf" machen kann, dann höchstens den, dass man es nie ganz bis nach oben geschafft hat - aber sowas liegt ja ohnehin meistens außerhalb des eigenes Einflusses. Jedenfalls sorgt ihr brachialer Death Metal für entsprechende Stimmung im Publikum (unterstützt sicherlich von einem enstprechenden Alkoholpegel).
Da sich mein ohnehin arg angeschlagener Gesundheitszustand sicherlich nicht auf einem Konzert und schon gar nicht nach 0 Uhr verbessert - eher im Gegenteil - breche ich schweren Herzens vorzeitg ab und fahre nach Hause. Die Gesundheit geht halt vor. Ob die in der nachfolgenden Setlist aufgeführten drei Zugaben auch wirklich gespielt wurden, kann ich somit leider auch nicht mit Sicherheit sagen.
Danke für einen trotz allem guten und bestens organisierten Abend.

Setlist - Sinister
Freedomless
Sadistic Intent
Transylvania
The Grey Massacre
Sense Of Demise
Unheavenly Domain
My Casual Enemy
Afterburner
Blood Ecstasy
The Carnage Ending
Epoch Of Denial

Crown Of Thorns
Oath Of Rebirth
Perenial Mourning


Text & Fotos: Marco Zimmer