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Konzert: BLOODWORK - 06.04.2013 - Oldenburg

7 Jahre mega-metal.de
Location: Cadillac
Support: The Damnation, In Signum, Austin Deathtrip, Everblack


Sieben Jahre mega-metal.de? Kinder, wie die Zeit vergeht. Und so wie wir anno 2006 noch in den Kinderschuhen steckten, sind es aktuell Waterkant Entertainment, die als aufstrebender Konzertveranstalter die Leitung für diesen Samstag Abend haben und mit einem vernünftigen Line Up für rege Besucher-Beteiligung im Oldenburger Cadillac sorgen. Wir bedanken uns nochmals recht herzlich!

Ein Opener im fast doppelten Sinne sind EVERBLACK, die heute gerade mal ihren zweiten Gig spielen. Und dafür machen sie ihre Sache schon recht gut. Als der Mischer nach dem zweiten Song endlich den richtigen Ton findet, bekommt der solide, leicht melancholische und sofort zugängliche Melo-(Schweden)-Death der Oldenburger auch gleich mehr Druck. Und mit zunehmender Erfahrung wird die Band bei 25 Minuten Spielzeit auch bestimmt kein Intro mehr mitten im Set einbauen. Schwamm drüber - gut gemacht!

Zwei Stufen höher geht es dann mit AUSTIN DEATHTRIP, die mit ihrem amtlichen Neo Thrashcore für ordentlich Alarm im gut besuchten Cadillac sorgen. Druck von Anfang bis Ende und mit Neuzugang Fred Austin am Bass noch eine kleine optische Metalkante dazu, die der Sound der Oldenburger ja eh inne hatte. Apropos Sound: Wozu braucht Drummer Chuck Austin eigentlich einen Trigger?! Bei DER Handwerkskunst hätte er den Laden auch komplett im Alleingang abreißen können. Sei's drum. Das Sepultura-Cover "Roots Bloody Roots" sorgt für Mitgröhl-Stimmung, Fronter Buck Austin punktet mit kraftvollen Shouts und geschmackssicherem Down-Shirt und der neue Song "How I Spanked Your Mother" (genial!) ist ein Brecher, der Lust auf kommendes Material macht. Uff!

Die folgende Rotenburg/Oldenburg-Connection IN SIGNUM (deren "Man-Eater"-EP bereits auf mega-metal.de Anklang fand) hat es danach etwas schwerer, bei den zahlenmäßig sich reduzierten Anwesenden. Die stehen heute wohl nicht so auf Blastbeat-gestützen Death Metal irgendwo zwischen alter US Schule, The Black Dahlia Murder und ein paar ordentlich Grind Downs (die Grindcore Variante des Beatdowns, gelle?!). Obendrein hat der Mischer mit dem (jetzt Trigger-losen) Schlagzeug anfänglich Probleme. Das Quartett brettert trotzdem sehr kraftvoll und tight durch's Set und lebt dabei von den Aktivposten Tim Badke am Mikro und Gitarrist Hannes Neumann, dessen Sound ordentlich Raum einnimmt.

Mein feiernder Kollege Marco (Gerüchten zu Folge wurde er gerade vor ein paar Tagen wieder ein Jahr jünger…) liegt mir in den Ohren: "Die nächste Band wird dir am besten gefallen. Glaub mir!" Wo er Recht hat, hat er Recht. THE DAMNATION aus Aurich katapultieren mich in die Zeit zurück, als ich in den Neunzigern den Death Metal eingängiger studierte und sowohl die wehenden Matten vor der Bühne, als auch Songtitel wie "The Knife" oder "Into The Pit Of Hell" geben die Marschrichtung vor - Classic Death Metal only for pure Headbangers. Da werden bei "Dawn Of The Dead" ein wenig alte Vader zitiert und im Gegenzug dem Massacre-Shirt von Sänger/Gitarrist Michael Meyer bei "Death Head" gehuldigt. Jau, das hat Laune gemacht. Danke Marco.

BLOODWORK haben heute Abend ihr Oldenburg Debüt und werden laut Aussage von Fronter Michael Torka auch wiederkommen. Den Paderbornern eilt der Ruf voraus, die deutsche Version älterer Soilwork zu sein, was allein der Name schon vermuten lässt. Und sehr wohl sind es die immer wieder eingeschobenen High Speed Ausbrüche speziell bei den Songs ihres ersten Albums "The Final End Principle", die man heuer bei Strid & Co. eher vermisst. Nichtsdestotrotz erkennt man die stilistische Nähe zu den Namensverwandten bzw. der etwas mehr Synthie-gestützten Zeit von In Flames. Nicht zuletzt durch den erstklassigen Clean Gesang von Gitarrist Nikolaus "Nikko" Schaffranek - dessen raues Organ wie eine angesthrashte Version von Poisonblack/ex-Sentenced-Sänger Ville Laihiala rüberkommt - bekommt das Material noch mehr Catchiness. Die Performance ist wuchtig, souverän, die Band agiert sehr sympathisch und hält dieses Niveau locker über die gesamte Spielzeit, so dass Auftritt und Publikums-Feedback absolut Headliner-würdig sind. Leider hat sich der Zeitplan im Laufe des Abends doch etwas verschoben, so dass die Band sich nach dem vorletzten Song etwas unplanmäßig verabschieden muss. Klasse war es trotzdem.

Bloodwork

Text: Siegfried Wehkamp
Foto: Marco Zimmer