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Festival: DEICHBRAND - 18.-21.07 2013

Bei Festivals, die stetig wachsen und deren Geländeaufteilung sich jährlich ändert, kann sich die Anreise und das Zurechtfinden vor Ort schnell mal als kleine Tort(o)ur erweisen. Bis ich den Check-In gefunden hatte, vergingen somit auch einige Umwege und Irrfahrten, aber letztendlich war dann doch alles gut und selbst das Wetter schien mitzuspielen.
Ähnlich wie das Hurricane Festival, hat auch das Deichbrand Festival an der niedersächsischen Nordseeküste bei Cuxhaven in den vergangenen Jahren vor allem durch Unwetter und viel zu viel Wasser auf sich aufmerksam gemacht - schlechtes Wetter gehört zum Deichbrand irgendwie schon dazu. So war auch am Vortag die Frage eines Besuchers bei Facebook berechtigt, der sich Sorgen machte, ob das Festival denn trotz bester Wettervorhersagen auch wirklich stattfinden wird. Welch Ironie.

Donnerstag, 18. Juli

Für die 35.000 Festivalbesucher (= ausverkauft) bleibt das große Festivalareal mit den beiden Hauptbühnen (die erstmals nicht mehr direkt nebeneinander stehen, sondern rechtwinklig zueinander mit rund 100 Metern Abstand) heute noch geschlossen.
Als Warm Up steht aber allen Partywütigen das riesige 10-Mast-Zelt ab 17 Uhr offen, in dem heute bereits sechs Bands spielen. Da ich nicht gleich am ersten Tag übertreiben möchte, zumal die Hitze und vor allem auch der extreme Staub jetzt schon etwas an der Substanz zehren, schaue ich erst später am Abend mal vorbei. Dass die dänischen Hardrocker D-A-D bei dem doch eher etwas jüngeren Publikum so gut ankommen, hätte ich so nicht erwartet. Das macht auch bei mir Laune und lässt das kalte Bier gleich noch besser laufen. Die sympathischen Folk-Rocker LETZTE INSTANZ aus Dresden habe ich das letze Mal vor vier Jahren gesehen und bin doch recht davon angetan, wie gut die Truppe um Sänger Holly immer noch ist und auch angenommen wird - bei Hits wie "Rapunzel" oder "Schwarzer Sand" aber auch wenig verwunderlich. 2 Uhr nachts ist eigentlich eine Zeit, die ich auf Festival normalerweise gar nicht erlebe, aber an THE SORROW führt dann ja doch irgendwie kein Weg dran vorbei. Mein Alkoholpegel führt mich direkt in die erste Reihe des immer noch vollen Zeltes und dort wird man von der enormen Wucht der österreichischen Metalcoreler förmlich erschlagen. Ein überragender Abschluss des ersten Tages.

Freitag, 19. Juli

Erster offizieller Festivaltag und die Sonne am frühen Morgen weicht sehr schnell grauen Wolken, die den kompletten Tag am Himmel stehen, manchmal gar bedrohlich dunkel werden, aber erst gegen Abend vereinzelte kleine Tröpfchen auf die Erde schicken. Dazu ist es heute richtig kühl. Innerhalb von einem Tag hat sich die Temperatur nahezu halbiert.

Ich starte heute mit der zweiten Band des Tages - FUNERAL FOR A FRIEND aus Wales. Allerdings wird schnell deutlich, dass Fronter Matthew Davies auch heute stimmlich wieder mal nicht gerade seinen besten Tag erwischt hat - leider kein seltenes Problem der ansonsten so großartigen Post Hardcore/Rock Band. Der 'Emo-Klassiker' "Roses For The Dead" macht somit auch leider nur halb soviel Spaß.

Funeral For A Friend

1979 gegründet, zählen die deutschen Punker von SLIME zu den ältesten Bands des Festivals und beziehen mit "Wir geben nicht nach" und vom Publikum laustark unterstützen "Alerta Antifascista!"-Rufen politisch klar Stellung (was nicht nur die Kollegen am 'Kein Bock am Nazis'-Stand freut).
Mein persönliches erstes großes Highlight folgt in Form der BROILERS - selten hat mich eine ("nicht Metal"-) Band in den letzten Jahren so in ihren Bann gezogen. Und auch heute gibt's das volle Hitproramm: "Harter Weg (Go!)", "Tanzt Du noch einmal mit mir" (mit gigantischem Staubpit vor der Bühne), "In ein paar Jahren" und natürlich "Ruby Light & Dark".

Ähnlich Hitverdächtiges liefern auch JENNIFER ROSTOCK, die vor zwei Wochen auf dem Vaintream Rockfest in Münster nicht ganz unkritisiert blieben, weil musikalisch dort eben etwas unpassend. Aber das ist heute zum Glück anders. Typisches Rockpublikum liebt die Band um Fronterin Jennifer Weist einfach, die mit ihren Ansagen und Gesten wie gewohnt auf dem schmalen Grat zwischen amüsant und ordinär wandelt, aber stets mit starken Songs wie "Kopf oder Zahl", "Es tut wieder weh" und - als Highlight - mit "Es war nicht alles schlecht" im Duett mit Nico von War From A Harlots Mouth überzeugt.
Ebenso überzeugend, und heute in Sachen Fülle auf dem Gelände wohl der heimliche Headliner, ist CASPER. Nun gehört HipHop mittlerweile ja "leider" auf jedes große Rockfestival, aber Benjamin Griffey alias Casper ist zum Glück anders. Kein asoziales Getue, keine platten und provokanten Texte und auch keine DJs und Turntables auf der Bühne. Stattdessen "echte" Musiker, Schlagzeug und Bass, der Gitarrist stilsicher mit Mercyful Fate-Shirt, intelligente Songs und Texte, sowie zweifelsfrei die Party des Tages. Zu "Auf und davon" und dem Zugabenteil bestehend aus "Der Druck steigt" und "So perfekt" rastet förmlich das komplette Gelände förmlich aus. Ganz stark!

Das können die Polit-Punker von ANTI-FLAG nur schwer toppen, aber vor deren Bühne ist es trotzdem nicht minder voll. Mit meinem favourisierten Song - "This Is The End For You My Friend" - und der The Clash-Coverversion "Should I Stay Or Should I Go" punkten auch die Amis auf ganzer Linie.
Vielleicht hätte man Sänger Anders Friden von IN FLAMES im Vorfeld mitteilen sollen, dass Crowdsurfen auf dem Deichbrand Festival grundsätzlich untersagt ist - dann hätte er sich über den spärlichen Zuspruch dieser Forderung wohl auch weniger gewundert. Wie es manche Leute immer wieder schaffen, ein Bengalfeuer auf das Gelände zu schmuggeln und dieses dann auch noch mitten im Publikum anzuzünden, werde ich zwar nie verstehen, bestätigt mich aber in meiner Meinung, dass es halt überall auch ein paar Idioten gibt. Meine extrem gute Stimmung erleidet dadurch jedenfalls keinen Schaden und die Schweden mit The Haunted-Aushilfsgitarrist Patrick Jensen bieten eine fast identische Setlist, wie vor 14 Tagen beim Vainstream Rockfest. Von "Sounds Of A Playground Fading" über "Trigger" bis zu den von diversen "alten" Fans ohnehin immer geforderten musikalischen Ausflüge in die 90er Jahre - es sollte eigentlich jeder in diesen 75 Minuten auf sein Kosten kommen. Zudem scherzt Anders Friden ausgiebig mit dem Kameramann, der vor der Bühne immer auf und ab fährt und reicht ihm sogar als Anerkennung dieser scheinbar anstrengenden Arbeit unter lautem Beifall des Publikums eine Flasche Bier. Ein bisschen Spaß muss und darf halt auch mal sein. Ein überzeugender, kritikloser und rundum gelungener Headlinergig.
Im Anschluss fallen H-BLOCKX spontan meinem Rotstift zum Opfer …

In Flames

Samstag, 20. Juli

Die heutigen ersten drei Bands erachte ich als allesamt nicht relevant für mich und starte in den Samstag mit ADEPT. Der graue Himmel des Vortages ist wieder strahlendem Blau gewichen und die Sonne knallt jetzt schon unbarmherzig auf das Gelände - noch heißer, als am Donnerstag. Auf der Bühne zeigen die jungen Schweden eindrucksvoll, das Metalcore bzw. Post-Hardcore nicht immer sterbenslangweilig und nach 08/15-Muster konstruiert sein muss, sondern auch mächtig mitreißend sein kann - "The Ivory Tower" oder "Shark! Shark! Shark!" sind eben solche Granaten. Zudem spielt die Band heute endlich vor dem Publikum, dass sie auch verdient hat. Laut Aussagen von Fronter Robert Ljung musste man vor zwei Jahren als Opener vor einer Handvoll Leuten spielen, da es damals wohl Verzögerungen beim Einlass gab. Heute sind es jedenfalls ein paar Hundert mehr und die feiern ihre Helden ordentlich ab.

Bevor YOUR DEMISE im Rahmen ihrer Abschiedstour (die Briten lösen sich Anfang 2014 auf) die Bühne betreten, werden wir Zeuge eines "spontanen" Heiratsantrages. Nachdem die Auserwählte sichtlich überrascht den Weg auf die Bühne gefunden hat, sind ihre ersten Worte: "Ich brauch erstmal ein Bier!" - und das sorgt fast für mehr Applaus, als später das obligatorische "ja, ich will!". Your Demise starten im Anschluss auch ohne große Worte. Die Truppe kommt auf die Bühne, es reicht ein einziges Wort - "Circlepit!" - und los geht's. Und genau dieser Circlepit ist der bis dato größte des Festivals. Ich bin nun wahrlich kein Freund der Band rein auf CD, aber live ist das Gebotene schon durchaus sehenswert und mitreißend.
Da der VIP-Aussichtssturm einer der ganz wenigen schattigen Plätze auf dem Gelände ist, lasse ich halt zwangsläufig DIE ORSONS über mich ergehen. Zwischen viel Ironie und Scherzen, bekommt man "lustigen" HipHop geboten, dessen Partyfaktor mit solchen Gassenhauern wie "Horst & Monika" nur knapp am Ballermann-Niveau vorbeirutscht. Wer's mag.
Auf BUSH habe ich mich ziemlich gefreut, weil auch noch nie live gesehen. Die englische Rockband um Sänger Gavin Rossdale sorgte Mitte/Ende der 90er Jahre für ein paar klasse Hits, während mich das 2011er Reunion-Album (nach 5-jähriger Pause) irgendwie kaum erreichte. Natürlich findet dieses Album heute besondere Beachtung und so kann ich diesem Auftritt letztendlich nur ein "gut" abgewinnen, auch wenn ich zumindest mit dem überragenden "The Chemicals Between Us" voll auf meine Kosten komme.

Bush

Als ich FRIDA GOLD vor zwei Jahren mal in einem kleinen Club und nur mit dem ersten Album live gesehen habe, war ich wirklich angetan. Doch heute ist alles anders. Trotz schicker Bühnendeko wirkt alles arg ermüdend, fast schon langweilig auf mich, was wohl am neuen, zweiten Album liegen mag. Der melancholische und leicht elektronische Midtempo-Pop kommt für meinen Geschmack auf so einer großen Open Air Bühne leider kaum rüber. Selbst "Wovon sollen wir träumen" ist regelrecht drucklos - zumindest kann "Liebe ist meine Rebellion" überzeugen, auch wenn das Ende dieses Auftritts ohne jegliche Ansage und auch noch 5 min. früher als geplant etwas überraschend kommt und so manches Fragezeichen zurücklässt.

Auf dem Festivalgelände geht mittlerweile nicht mehr viel. Dichtes Gedränge, soweit das Auge reicht - alle wollen KRAFTKLUB sehen (Zitat Sänger Felix: "Vor drei Jahren haben wir hier noch auf dem Campingplatz auf dem Red Bull-Tourbus gespielt und keine Sau kannte uns - und jetzt sowas!"). Ja, der Aufstieg der Chemnitzer Band ist wahrlich kometenhaft. Mit dem bislang einzigen Album direkt von 0 auf 1 in die Charts, dazu höchst symapthisch und fanfreundlich und musikalisch eine Mischung, die nicht gerade alltäglich ist. Rock, Indie, Punk, Garage und dazu deutscher Gesang, der mitunter fast schon als Rap durchgeht. Das macht mächtig Spaß, sorgt wie im gleichnamigen Song für (friedliche) "Randale" und punktet auch ansonsten mit überragenden Songs wie "Ich will nicht nach Berlin", "Lieblingsband (Oh Yeah)" und "Scheissindiedisko". Rückblickend einer der für mich stärksten Auftritte des Festivals - unterstrichen von der absolut glaubhaften Aussage von Sänger Felix, dass das "einer der perfektesten Auftritte in der Bandgeschichte" war.

Kurze Pause am Auto. FRITTENBUDE sorgen für die Hintergundbeschallung, haben zwar klasse Messages parat ("Kein Mensch ist illegal"), sind aber rein musikalisch nun nicht so ganz mein Fall. Und auch der "Studentenrock" der SPORTFREUNDE STILLER ist nur hin und wieder mal was für mich. Dass die "Sportis" ihrer Headlinerrolle aber natürlich absolut gerecht werden, steht natürlich völlig außer Frage. Mit großen LED-Wänden auf der Bühne, jeder Menge Hits im Gepäck (u.a. "Alles Roger", "Applaus, Applaus", "Ein Kompliment") und ebenfalls sympathischem Auftreten, kann die Truppe aus der Nähe von München auch ohnehin nichts falsch machen.
Ich schaue derweil mal im Zelt vorbei (nach Donnerstag das erste und auch letzte Mal), wo CAPTAIN CAPA mit ihren Elektro-Sounds die recht überschaubare Menge zum Tanzen animieren, während - wie schon am Tag zuvor - die letzte Band des Tages wegen meiner ziemlichen Erschöpfung ohne mich auskommen muss. Heute trifft es EMIL BULLS, von denen ich am Campingplatz zumindest noch das eröffnende Doppel "Here Comes The Fire" und "The Most Evil Spell" vernehme.

Sonntag, 21. Juli

Der letzte Festivaltag zieht in Sachen Sonnenschein, sengender Hitze und Staub nochmal alles Register und entwickelt sich zum heißesten Tag dieses Wochenendes. Da bleibt für mich nur die Flucht in Richtung Festivalgelände in den Schatten (schon schlecht, wenn man am Auto keinen Pavillon hat).

Warum eine Band wie ANCHORS & HEARTS auf so einer großen Bühne spielt/spielen darf, ist mir unbegreiflich. So spärlich besucht war kein Auftritt, den ich an diesem Wochenende vor den Hauptbühnen gesehen habe. Und auch musikalisch hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Melodischer Hardcore, Metalcore, eine Prise Punk - alles technisch anstandslos, aber irgendwie auch schon tausend Mal vorher gehört. In einem kleinen Club sicherlich besser aufgehoben.
In einem kleinen Club haben mich TONBANDGERÄT hingegen erst vor einer Woche vollends überzeugt. Schön zu sehen, dass der frische Indie-Pop der vier Hamburger auch auf einer großen Bühne super funktioniert und so drängen sich bereits zur frühen Mittagszeit einige hundert Leute vor die Bühne. Solch locker-flockigen Sommerhymnen wie "Irgendwie anders" oder das abschließende "Raus hier" sind ganz großes Kino und Sänger Ole hat darüber hinaus eine absolute fantastische Stimme. Ich gehe jede Wette ein: Wenn irgendwann das zweite Album erscheinen wird, haben wir es mit einem Nr. 1-Anwärter zu tun.

Dass ITCHY POOPZKID bereits zur Mittagszeit auf die Bühne müssen, ist irgendwie etwas ungewöhnlich. Aber dass das letztendlich auch egal ist, beweisen energiegeladene Hits wie "Why Still Bother" oder "The Living", elementare Fragen und Späße ("Wer von der Security hat wohl den längsten … Wasserschlauch?") und gleichzeitig vier (!) Circlepits. Dazu ein bisschen "Song 2" von Blur und "It's Tricky" von Run D.M.C., und fertig ist eine höchst ausgelassene Party, die noch Minuten später für "Zugabe!"-Rufe sorgt.
Warum die hierzulande nahezu unbekannten WE ARE THE OCEAN nach Itchy Poopzkid spielen und noch dazu auf der größeren der beiden Bühnen, verstehe wer will. Natürlich ist vor der Bühne weitaus weniger los, aber die Engländer wissen mit ihrem Post Hardcore/Alternative Rock durchaus zu gefallen. Es ist zwar nun nicht essentiell, aber es tut auch ganz und gar nicht weh - im Gegensatz zu GROSSSTADTGEFLÜSTER, die nichts für mich sind, aber die ich auch ohnehin nur im Rahmen meiner letzten Pause am Auto an diesem Wochenende rein akustisch vernehme. Zugegeben, "Ich muss gar nix" ist ein ziemlicher Hit, bei dem man das Publikum deutlich mitsingen hört.

COMEBACK KID entgehen mir danach völlig, dafür werde ich allerdings noch eher unfreiwillig Zeuge von BLUMENTOPF, die nun allerdings genau die Art von (deutschem) HipHop bieten, mit dem ich so rein gar nichts anfangen kann. Aber das muss ich ja auch nicht - das Publikum vor der Bühne feiert dafür umso mehr.

In großen Schritten nähert sich das diesjährige Deichbrand Festival dem Ende. Doch zuvor zeigen MADSEN, dass "Studentenrock" auch richtig klasse und mitreißend sein kann. "Du schreibst Geschichte", mehrere Circlepits (auf jeden Fall mehr als vier, wie noch bei Itchy Poopzkid), "Die Perfektion", "Lass die Musik an", dazu "halbe" Coverversionen ("I Heard It Through The Grapewine", "Radar Love"), sowie nette Ansagen ("Vielen Dank, dass ihr den Scheiß nach vier Tagen immer noch mitmacht!") überzeugen ausnahmslos. Und auch wenn der Auftritt 10 min. zu früh zu Ende ist, merkt man nicht nur bei "Nachtbaden", dass scheinbar immer noch so einiges an Energie im Publikum vorhanden ist. Ein Teil davon wird sicherlich im Anschluss bei ROYAL REPUBLIC verbraucht, die zwar einen klasse Gig abliefern, aber an mir bisher immer stets vorbeigerauscht waren.

Aber es wartet jetzt ohnehin jeder der 35.000 Besucher (und schätzungsweise wohl nicht gerade wenige Tagesgäste) auf DIE TOTEN HOSEN, die ich das letzte Mal 2005 live erlebt habe. In der Zwischenzeit hat sich bekanntlich einiges getan, man ist zwei Nr. 1-Alben weiter und startet heute mit "Ballast der Republik" und "Altes Fieber" - beides vom aktuellen Album. Alle 70.000 Hände scheinen nach oben gestreckt zu sein - wenn eine Band an diesem Wochenende von sich behaupten kann, ein wirklicher Headliner gewesen zu sein, dann sind das die Düsseldorfer, die im weiteren Verlauf mit massiven Hits wie "Bonnie & Clyde", "Alles aus Liebe" oder "Pushed Again" ein reinstes Feuerwerk abbrennen. Da covert man dann auch mal "Schrei nach Liebe" von den Kollegen Die Ärzte oder (mal wieder an diesem Wochenende) "Should I Stay Or Should I Go" von The Clash mit gesanglicher Unterstützung von Beatsteaks-Sänger Arnim. In diesen beeindruckenden 90 Minuten fühlte sich heute so mancher Fan (im Alter von 16 bis 50) vielleicht wie "Auf dem Kreuzzug ins Glück" (Album von 1990) - ein Siegeszug war es allemal. Vielen Dank an eine der besten deutschen Bands!

Die Toten Hosen

Ich verabschiede mich bereits ein paar Minuten früher, um nicht mitten in den Abreisestau zu geraten - eine weise Entscheidung.

Danke Deichbrand 2013!
Es war unglaublich heiß und staubig, aber auch unglaublich schön. Natürlich gab es auch bei der mittlerweile neunten Auflage dieses Festivals ein paar Kleinigkeiten, die man verbessern könnte und die noch nicht ganz rund liefen, aber jedes Festival wächst mit den Jahren und mit der Erfahrung.
Man darf sicherlich sehr gespannt sein, was sich die Macher im nächsten Jahr zum 10. Jubiläum einfallen lassen werden - ich bin jedenfalls gerne wieder mit dabei.


Text: Marco Zimmer
Foto "Funeral For A Friend": Marco Zimmer
Foto "In Flames": Jens Göbel http://eventfotografie-live.de/
Foto "Bush": Jacqueline Nolting www.facebook.com/jacquelinejaninenoltingphotographie
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