Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

Konzert: ENSLAVED - 04.04.2013 - Hamburg

Location: Logo
Support: Winterfylleth


Endlich mal wieder ein Konzertabend, bei dem man sich nicht durch zig Local Supports quälen muss, sondern einfach zwei hochklassige Bands präsentiert bekommt. Dass der Spaß dabei nicht zu kurz kommt, ist beim letzten Date der Enslaved-Tour ebenfalls zu erwarten.

Dabei ist die Musik von WINTERFYLLETH alles andere als spaßig. Ihr schwarzmetallischer Mix irgendwo zwischen Wolves In The Throne Room, Primordial, alten Enslaved und Bathory funktioniert auf CD bereits superb, in der Live-Situation muss man die eigenen Scheuklappen etwas ablegen. Musikalisch gibt es rein gar nichts zu meckern, doch optisch sind die vier Briten eine absolute Nullnummer, was ich aber mit einem breiten Grinsen begleite. Das könnten auch Grundschullehrer sein, die uns da einen Epic Black Metal Knaller nach dem anderen vorsetzen, den Raum erfüllen und zum Abheben einladen. Winterfylleth hinterlassen auf ihrem ersten Deutschland-Abstecher starke Ausrufezeichen! Und das ist erst der Anfang eines berauschenden Abends.

Winterfylleth

Setlist - Winterfylleth
A Memorial
The Swart Raven
The Fields Of Reckoning
The Ghost Of Heritage
The Threnody Of Triumph
Defending The Realm

Und diesen werden ENSLAVED in den folgenden 100 Minuten (richtig gelesen!) zur Vollendung bringen. Es ist schier beeindruckend, wie sich diese einmalige Band im Laufe der letzten 20 Jahre weiterentwickelt hat … und ihre Fans mit ihnen. Es gab nicht wenige Gesichter, die sogar beim "Monumension"-Ausflug "Convoys Into Nothingness" Glückseligkeit ausstrahlen. Stetige Entwicklung mit einhergehender Authentizität. Kaum ein Band schafft das so wie Enslaved. Da scherzt Frontmann Grutle herum und stellt Ice Dale mal eben als Helmut Kohl vor. Im gleichen Atemzug stehen sie wie Rockgiganten Schulter an Schulter und brauchen nicht mal ins Publikum zu blicken, um dieses mitzureißen. Und dann natürlich die Songs. Das sphärische "The Watcher" ist wieder zurückgekehrt, "Ruun" und "Isa" gehören einfach zum guten Ton und die Black Metal Vergötterer bekommen (wie immer) "Allfadr Odinn" und heute sogar das eisige "Fenris" (vom Referenzwerk "Frost") geboten. Und was machen die neuen Songs dazwischen? Sie fügen sich perfekt ein, überzeugen mit emotionalem Wechselspiel ("Roots Of The Mountain") und den traumhaftesten Triple Clean Vocals, die mir seit Ewigkeiten untergekommen sind ("Thoughts Like Hammer"). Schon längst hat sich der Rausch eingestellt. Nichts getrunken, keinen geraucht, aber auf einer Welle von Emotionen, von einer Band hervorgerufen, die ihre ganze Erfahrung ausspielt und dabei trotzdem noch ungemein sympathisch rüberkommt und trotz höchstem, musikalischem Anspruch ihre Spontanität nicht verloren hat. Enslaved eben!

Enslaved

Setlist - Enslaved
Riitiir
Ruun
The Watcher
Thoughts Like Hammers
Ethica Odini
Roots Of The Mountain
Materal
Convoys Into Nothingness
Allfadr Odinn
As Fire Swept Clean The Earth

Fenris
Isa


Text & Fotos: Siegfried Wehkamp