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Konzert: HANSEMOSH Part II - 27.04.2013 - Bremen

Location: Magazinkeller
Witchburner, Misconceived, Bitter Piece, Terrible Sickness, Skulled


Bereits zum zweiten Mal lädt die Hansemosh-Crew in den Bremer Magazinkeller ein. Und auch wenn der ursprünglich geplante Headliner Disbelief relativ kurzfristig wieder absagen musste, so konnte man mit Witchburner einen sicherlich gleichwertig hochkarätigen Ersatz verpflichten, der zusammen mit dem ohnehin stimmigen Gesamtpaket an Bands dafür sorgte, dass es im Laufe des Abends "ausverkauft" hieß...

Den Abend eröffnen SKULLED aus Wildeshausen, deren Gig ganz im Zeichen der Veröffentlichung von "Demo(n) Inside" steht. Und nicht nur der Titel dieser Demo zeugt von einer guten Portion Humor, auch die Selbstbeschreibung ihrer Musik ("progressive-bloody-apocalyptic-beer-neo-not-thrash-but-trashmetal") unterstreicht dies nochmals deutlich. Doch musikalisch ist das Gebotene weder albern, noch trash (ohne "h"), sondern melodischer Thrash Metal, der auch mal etwas an klassischen Heavy Metal erinnert und ebenfalls Platz für ausgedehntere Instrumentalpassagen lässt. Auch wenn die Band auf der Bühne rein optisch etwas wild zusammengewürfelt wirkt, aber nicht zuletzt die leicht an Metallica's James Hetfield erinnernde Stimme von Fronter Nordic macht durchaus Laune.
Bei TERRIBLE SICKNESS aus Hannover geht's danach dann ein ganzes Stück härter zur Sache. Mit geschmackssicheren Shirts (Death, Hypocrisy, Num Skull --> Insider!) gibt's Brutal Death Metal mit einer guten Portion Grind auf die Ohren. Auffällig gleich von Beginn an, ist sicherlich Fronter Florian, dessen derbes Organ definitiv gewisse Ähnlichkeiten mit Martin van Drunen (Asphyx, Hail Of Bullets) hat. Mittlerweile wird dann auch der Gesamtsound im jetzt schon sehr gut gefüllten Magazinkeller etwas besser, so dass die reinsten Abrissbirnen mit solch "netten" Titeln wie "I Spit On Your Grave", "Carjacking Torture Rape" oder "Butcher Of Humans" bestens zur Geltung kommen und für jede Menge Bewegung vor der Bühne sorgen.
Die Osnabrücker Thrasher von BITTER PIECE sind dann am heutigen Abend die erste Band, die ich bereits im Vorfeld kannte. Und zu meiner positiven Überraschung kann mich der Fünfer live noch wesentlich mehr begeistern, als auf CD. Und das obwohl man gar nicht zu Fünft ist, denn auf Bassist Mike muss man heute leider verzichten. Somit fehlt vielleicht ein bisschen der Tiefgang in den Songs, aber das lässt sich ausnahmsweise verschmerzen. Musikalisch werde ich mal an Annihilator erinnert, dann gibt es mit "R.A.M.O.N.E.S." auch noch ein amtliches Motörhead-Cover und im hochmelodischen Midtempo fühlt man sich offenbar auch zu Hause. Klasse Auftritt, auch wenn ich mich gegen Ende frage, wie sich Sänger Mariano nach dem ganzen Bier, Jack Daniels und Jägermeister auf der Bühne noch auf selbiger halten kann. (maz)

Bitter Piece (Foto: maz)

Nach dieser Packung ist es an MISCONCEIVED, das Level oben zu halten. Und die Bremer Deather, die nicht nur ihr 20-jähriges Bestehen feiern, sondern auch gleich den Release ihrer neuen CD "Maze Trapped Lunacy" dazu, geben von Anfang an Gas. Dabei funktioniert die Tatsache, das neue Album komplett durchzuspielen, ziemlich gut. Mit dem Knaller "Ocean Of Dreams" vom letzten Album hinterlässt das tight und sympathisch aufspielende Todesblei-Quintett nicht viel mehr, als verschwitze Pitwütige, die während der knappen Stunde trotz offensichtlicher Unkenntnis der neuen Songs mächtig für Bewegung vor der Bühne sorgen.
Ein Glanzauftritt, den nur noch der Headliner toppen kann. Nach der Absage des vorgesehenen Headliners Disbelief, holte die Hansemosh-Crew das deutsche Thrash Urgestein WITCHBURNER ins Billing und diese Verpflichtung spülte merklich noch ein paar mehr Kuttenträger in den Magazinkeller. Was dann in gut 90 Minuten folgt, ist ein wahrhaftiger 23 Songs umfassender Rausch, der wehende Matten, Sprechchöre und einfach gute Thrash Laune nach sich zieht. Etwas negativ fiel eigentlich nur der Soundmann auf, der es den gesamten Gig über nicht auf die Naht bekommt, die Bassdrum mal etwas herunterzuregeln, um den Weg für die Gitarren etwas freier zu machen. Als selbige von Gitarrist Seegel bei der ersten Zugabe "German Thrashing War" gar keinen Ton von sich gibt, muss dieser samt Arbeitsgerät erst mal durchs Publikum (während des Songs!), um dem Handy-verliebten Tonmenschen wieder zu seiner Arbeit zu zwingen … wäre es Fronter Pino mit seinen echt irren Augen gewesen, hätte er wohl das Weite gesucht. Pino selbst sagt zwar nicht so viel, bringt aber die wichtigsten Dinge auf den Punkt: "Wir sind Scheiß Witchburner aus Scheiß Fulda!" … wozu braucht ein Deutscher auch ein "fuck" … und natürlich "von mir aus stürmt die Bühne, nehmt den Scheiß Laden auseinander" … na, ganz so schlimm war es nicht, Besuch auf der Bühne gab es trotzdem. Wenn man mit "Bonded By Blood" von Exodus einen solch hammermäßigen Auftritt abschließt, stehen eh alle Kopf. Kurzum - ein geiler Abend. Danke Hansemosh! (sw)

Witchburner (Foto: maz)

Setlist - Witchburner
Sermon Of Profanity
Kill
Final Detonation
Nightbreed
Possession
Steel Triumphator
Seeds Of Evil
Invisible Violence
Witchburner
Grave Desecretor
Path Of The Sinner
Demonic Warmachine
Demons
Blood Of Witches
Never Surrender
Hexenhammer
Possessed By Hellfire
Blasphemic Assault
Execute Them All
Bloodthirsty Eyes

German Thrashin War
Ultra Violence
Bonded By Blood