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Konzert: AXEL RUDI PELL - 01.10.2014 - Bremen

Location: Aladin
Support: Rebellious Spirit


Nach dem überaus erfolgreichen ersten Teil der "Into The Storm"-Tour von Axel Rudi Pell, Anfang dieses Jahres, folgt nun zum Herbst der zweite Teil, der u.a. auch im Bremer Aladin halt macht.
Wie schon im Frühjahr, sind auch dieses Mal wieder die Newcomer von Rebellious Spirit als Support mit dabei.

Das "Familienunternehmen" REBELLIOUS SPIRIT (Sänger/Gitarrist Jannik und Bassist Jens sind Brüder, Vater Klaus ist der Manager und die Mama steht höchstpersönlich am Merch-Stand) sind mit dem typischen Axel Rudi Pell-Publikum mittlerweile schon bestens vertraut und passen auch musikalisch gut in das heutige Programm. Die Erfahrung, die die blutjunge Band seit dem Debüt "Gamble Shot" (2013) gesammelt hat, hört man nicht nur auf dem neuen Album "Obsession" - manches auf der Bühne wirkt gar schon etwas routiniert. Mit richtig guten Songs wie dem tanzbaren "Confidence Men" oder auch dem abschließenden Doppel aus "Lost" und "Obsession" hat man das heutige Publikum (im Alter zwischen 16 und 50 Jahren) schnell auf seiner Seite. Hinzu kommt eine Ansage von Sänger/Gitarrist Jannik (noch keine 20 Jahre alt), die für so manchen Lacher im Publikum sorgt: "Jetzt kommt ein Song, zu dem wir unser allererstes Musikvideo gedreht haben. Damals waren wir noch jung." (kurze Pause) "... also noch jünger."

Rebellious Spirit

Bei einem Gig von AXEL RUDI PELL steht die Band immer vor dem Problem, viele der großartigen Songs aufgrund ihrer Überlänge (10 min. und mehr) eigentlich gar nicht spielen zu können. Die Lösung heißt "Medley" und davon gibt es heute gleich mehrere. Nach dem aktuellen Opener "Burning Chains" foglt sogleich ein Mini-Medley aus dem 1991er "Nasty Reputation" (das mit Johnny Gioeli am Mikro noch genialer als das Original mit Rob Rock klingt!) und dem starken "Strong As A Rock", bei dem das Publikum im Refrain entsprechend involviert wird. Danach folgt eine kleine Zeitreise von den 90er Jahren ("Warrior") bis ins Jetzt ("Into The Storm") und natürlich dürfen neben Keyboard- und Drum-Soli auch entsprechende Gitarrensoli nicht fehlen, die stets mit einem dicken extra Applaus belohnt werden. Neben seinem überragenden Gitarrenspiel, hat Axel Rudi Pell himself aber auch durchaus Sinn für Humor: Ausnahmesänger Johnny Gioeli (der heute permanent über die Bühne wirbelt) kündigt "Oceans Of Time" als "alten" Song aus dem Jahre 1998 an - Axel Rudi Pell korrigiert ihn und meint "wohl eher 1898!".
Zwischen den Rocksongs sind es natürlich die Balladen, die wieder mal für so manchen Gänsehaut-Moment sorgen. Im gefühlvollen "Hey Hey My My" (in das einfach mal das "Smoke On The Water"-Riff eingebaut wird) singt fast das ganze Aladin immer wieder den Refrain "Rock'n'Roll will never die" mit - stark!
Leider kommt das Ende wie immer viel zu früh, doch mit zwei Zugaben (bestehend aus jeweils einem Medley) dreht die Band nochmal richtig auf und ich komme noch in den Genuss von "The Masquerade Ball" - einer der für mich großartigsten (Hard-)Rocksongs aller Zeiten, bei dem Sänger Johnny Gioeli stimmlich wieder vollends gefordert wird, die Aufgabe aber einmal mehr mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit meistert.
Es dürfte schon eine ganze Weile her sein, dass ich auf einem Clubkonzert einen 110-minütigen Headlinergig gesehen habe - der außerdem zu keiner Zeit auch nur ansatzweise einen kleinen Durchhänger hatte oder gar langweilig wurde. Ein überragender Abend!

Axel Rudi Pell

Setlist - Axel Rudi Pell
Burning Chains
Medley: Nasty Reputation / Strong As A Rock
Edge Of The World
Before I Die
Oceans Of Time
Hey Hey My My
Warrior
Into The Storm
Mystica

Medley: Too Late/Call Her Princess/Eternal Prisoner/Too Late

Medley: The Masquerade Ball/Casbah


Text & Fotos: Marco Zimmer