Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

Konzert: BULLET - 10.10.2014 - Hamburg

Location: Markthalle/Marx
Support: Striker, Stallion


Der Herbst naht, die Festivals verschwinden und keine zehn Tage nach dem fantastischen Axel Rudi Pell-Gig in Bremen, ist mega-metal.de schon beim nächsten Highlight anwesend. Bullet, Striker und Stallion geben sich die Ehre, um ihr starkes Können on stage zu präsentieren. Auf Konserve haben sie das bis dato so gut gemacht, dass das ursprünglich für das kleine Marx geplante Konzert im Vorfeld ausverkauft wurde und der Auftritt flugs in die große Markthalle verlegt wurde. Beste Voraussetzungen für einen gelungenen Abend.

STALLION scheinen davon am meisten zu profitieren. Das Publikum geht dermaßen steil, brüllt "Zugabe" (beim Opener!), bekommt diese auch und lässt die sympathischen Traditionsbanger vom Bodensee um den hyperagilen Sänger Pauly nur ungläubig ob dieses Feedbacks staunen. Angesichts des metallischen Erdrutsches, den Stallion mit ihrer "Mounting The World"-EP und dem just erschienenen Debüt "Ride And Ride" losgetreten haben, verwundert das nicht. Die Highlights beider Releases machen mächtig Stimmung in der Markthalle, angeheizt von einer hungrigen Band, die ohne Allüren die Sau raus lässt … ein Stück heile Metal-Welt.

Stallion

Und dieses Niveau können STRIKER danach sogar fast halten. Mit drei Longplayern und ein bisschen Bühnenerfahrung mehr gehen die Kanadier um den begnadeten Sänger Dan Cleary perfekt aufeinander eingestimmt zu Werke und kredenzen der feiernden Meute teils vierstimmige (!) Backing-Vocals. Im Gegensatz zu Stallion spielen Striker ohne optische Metal-Klischees und auch die Sound-Grundauslegung ist mehr "up to date" als "back then". Das soll für keine der beiden Bands ein Pro oder Contra darstellen, sondern es sind schlichte Tatsachen, die angesichts von Banger-Futter wie "Underground", "All For One", "Lethal Force" und natürlich "Full Speed Or No Speed" völlig egal sind. Auffällig ist schon wieder und das vor dem Headliner: die Stimmung bewegt sich konstant im oberen Bereich. Klasse!

Striker

Eigentlich hätte man nach diesem Auftakt auch gehen können - was der Schreiber dieser Zeilen auch tut. Nämlich Richtung Backstage, wo die Jungs von Stallion zum Interviewtermin bereit sitzen. Wenn jemand dort mal die Tür zur Bühne auflässt, ist der Lärm von BULLET, aber auch vom Publikum groß und irgendwann rauscht der Bullet-Merchandiser an uns vorbei und die Stallion-Jungs erklären schnell, dass jetzt gleich "Hammer Down" kommt und der Mann seinen "großen Auftritt" habe. Nach einer Dreiviertelstunde Interview/Smalltalk also noch ein wenig Accept-Metal als Absacker. Der "große Auftritt" ist dann ein Kapuzenmann mit Vorschlaghammer, der zu genanntem Song mal ordentlich auf den Putz … falsch, Amboss haut. So mitten im Set ist ein Fazit meinerseits schwierig, aber ein Headliner muss immer etwas mehr mit seinen Kräften haushalten, so dass mir Front-Koloss Hell Hofer sehr verhalten vorkommt, gesanglich aber alles gibt. Der Rest der Truppe gibt die amtliche Rock-Show und liefert "Stay Wild"0 und "Bang Your Head", dessen Schlussmelodie heute als "Ersatz" für Zugabe-Rufe bis zur Wiederkehr der Band eingesetzt wird. Mit dem finalen "Bite The Bullet" machen die Schweden den Sack für einen wirklich rundum gelungenen Headbanger-Abend zu.

Bullet

Text & Fotos: Siegfried Wehkamp