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Konzert: ESKIMO CALLBOY - 13.11.2014 - Bremen

Location: Modernes
Support: To The Rats And Wolves, Watch Out Stampede!


Fernsehauftritte, ein Besuch beim Wacken Festival, ein erst kürzlich veröffentlichtes neues Album … für die Jungs von Eskimo Callboy könnte es aktuell wohl kaum besser laufen.

Nun haben sie die Koffer gepackt, um zusammen mit To The Rats And Wolves auf ihrer "We Are The Mess - Round 2!"-Tour einige Städte aufzumischen. Im Vorfeld hatten sie zusammen mit "Backstage Pro" aufstrebende Bands aus umliegenden Orten der Tourziele dazu aufgerufen, sich als lokaler Opener zu bewerben. Ein Angebot, welches wohl reichlich genutzt wurde. Den Start macht das Modernes in der Bremer Neustadt mit den Lokalmatadoren Watch Out Stampede!

Schon von weitem ist der Nightliner zu erkennen und schnell wird klar: Die Jungs fahren wortwörtlich ganz schön was auf! Eine Stunde vor Einlass tummelt sich schon eine ordentliche Schlange Partywütiger vor den Türen des Modernes.

Es war zwar nicht anders zu erwarten, doch als es endlich losgeht, werden bereits WATCH OUT STAMPEDE! ordentlich gefeiert. Sie spielen eine bunte Mischung neuer ("We Are The Branches") und alter ("Allspark") Songs und sogar die einen oder anderen Circle Pit-Ansätze sind zu erkennen. Für den Song "Emily" holen sie zusätzlich den Kollegen Deniz Shokka (Last Leaf) auf die Bühne und verstehen es, die Menge für die noch bevorstehenden Shows heiß zu machen. Immer wieder werden auch "Die Young!"-Rufe laut, dieser Cover-Hit soll aber vorerst verwehrt bleiben. Aus einfachem Grund: To The Rats And Wolves haben den Song ebenfalls gecovert und die kommen schließlich als nächstes.

Watch Out Stampede!

Nach etwa einer halben Stunde räumen Watch Out Stampede! die Bühne und gönnen dem bereits gut gefüllten Modernes eine kleine Pause, bevor TO THE RATS AND WOLVES übernehmen. Schon in Runde 1 der "We Are The Mess"-Tour waren diese als Vorband dabei - und dass das immer noch stilistisch wunderbar passt, ist bereits nach den ersten paar Akkorden klar. Und hier wird der Menge auch endlich das gegeben, wonach sie immer mal wieder gerufen hatten: "Die Young!". Sogar Dennis von Watch Out Stampede! wird noch einmal dazugeholt und darf ordentlich mitmischen. Spätestens hier ist auch bei dem Letzten das Eis gebrochen und auch die, die sich vornehm an die Bar gestellt hatten, begeben sich langsam in Richtung Pit, oder wippen zumindest gerade stark genug mit, damit das Bier nicht auskippt. Alles in allem schrauben To The Rats And Wolves das Tempo ordentlich nach oben, begeben sich auch mal über den Graben hinweg in die mittlerweile verschwitzte Menge und wissen genau, wie man auf eine Band wie Eskimo Callboy einstimmt. Nach etwas über einer halben Stunde müssen aber auch sie die Bühne verlassen und es bestätigt sich der erste Eindruck: Eskimo Callboy fahren ganz schön was auf!

To The Rats And Wolves

Aufwendige Bühnendeko und natürlich eigenes Equipment werden abgedeckt und aufgebaut. System Of A Down überbrücken ein letztes Mal für den Abend die Umbaupause, bis schließlich der Sound verstummt und die Lichter ausgehen. BASS. Erst einmal nur BASS. Und was für einer. Man könnte fast meinen, die Anlage des Modernes sei am Limit angekommen. Nach einem imposanten Intro mit Drumsolo betreten auch die restlichen ESKIMO CALLBOYS durch Nebelschwaden die Bühne und drehen Lautstärke, Tempo und den Schweißpegel von Anfang an ein paar Level nach oben. Auch Circle Pits und eine kleine Wall of Death brauchen gar nicht erst abgefordert werden, werden sie doch eh unaufgefordert ab Song eins bereitwillig geliefert. Ebenso fühlt sich der eine oder andere passionierte Crowdsurfer seines Einsatzes berufen. Wie bereits im Vorfeld über Facebook angekündigt, spielen die Jungs auch zum ersten Mal ihren neuen Song "Crystals", welcher ein ziemliches Elektro-Brett geworden ist. Man darf gespannt sein, wie sich die Aufnahme davon später anhören wird. Etwa eine Stunde lang spielen sich Eskimo Callboy durch ihre beiden Alben und bringen sowohl alte Titel wie "Is Anyone Up" oder "Wonderbra Boulevard", als auch neue Stücke wie "Jagger Swagger" und "Party At The Horrorhouse". Unterstützt von nahezu ununterbrochenem Strobo und einer ordentlichen Portion Nebel - so umstritten die Musik der Jungs aus Castrop Rauxel auch sein mag, Party machen können sie unumstritten ausgezeichnet!

Eskimo Callboy

Nach etwas über einer Stunde ist allerdings das vorerst letzte Lied gespielt, was - wer hätte es gedacht - gewaltig nach einer Zugabe riecht. Und die Fans werden nicht enttäuscht, denn ein letztes Mal für diesen Abend kehren Eskimo Callboy mit drei weiteren Songs zurück auf die Bühne, bevor sie sich nach ein paar Gesprächen und Autogrammen mit Fans (definitiv verdient) in ihren Nightliner zurückziehen dürfen.

Text & Fotos: Sascha Schröder www.schroeder-art.de