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Konzert: HANSEMOSH Part III - 29.03.2014 - Bremen

Nachdem uns bereits das zweite Hansemosh im vergangenen Jahr vollends überzeugen konnte, ließen wir uns natürlich auch die dritte Auflage dieser feinen Konzertreihe im Bremer Magazinkeller nicht entgehen, zumal die Veranstalter auch in diesem Jahr einmal mehr ein amtliches Line Up zusammengestellt haben. Dass das Konzert bereits drei Tage zuvor restlos ausverkauft war, spricht ebenfalls für die Qualität der Bands.

Los geht's mit CHAOS HB aus Bremen, die - wie der Bandname bereits erahnen lässt - eine Sepultura Coverband sind und heute ein reines "Beneath The Remains"-Set spielen. Nun bin ich zwar nicht unbedingt ein Fan von Coverbands, weil man irgendwie permanent die Originalsongs im Ohr hat und automatisch Vergleiche anstellt, aber da mir dieses 1989er Sepultura-Album ohnehin nur wenig geläufig ist, macht das Gebotene zweifelsfrei Laune und lockt stetig weitere Besucher von draußen in den Club.
BESTIALITY aus Emden bieten danach eine recht amtliche Packung Old School Death Metal, haben anfänglich jedoch etwas damit zu kämpfen, dass Chaos HB eben Lokalmatadore sind und somit ein paar mehr Leute vor die Bühne gezogen haben. Doch im weiteren Verlauf merken auch die ewigen Raucher vor der Tür, dass der Fünfer für einen ziemlich ordentlichen Abriss sorgt. Kleine Notiz am Rande: Diese Ostfriesland-Sprechchöre der Band mögen hinterm Deich ja sicherlich mächtig ankommen - in Bremen wirkt es dann aber doch eher etwas deplatziert. Sorry Jungs, nix für ungut.
Für ein erstes Massaker am heutigen Abend sorgen dann MÖRSER, die mit ihrer derben Grind/Death-Keule wohl nichts für den freundlichen Headbanger von nebenan sind. Eingehüllt in dichten Nebel und mit spärlicher Beleuchtung lässt sich zwar zeitweise nicht mehr so ganz viel erkennen, hören dafür aber umso mehr und intensiver. Mir ist diese gelungen-brutale Vorstellung mitunter dann aber doch etwas zu anstrengend, was an der durchaus mal vorhandenen "djentigen" Polyrhythmik liegt und außerdem daran, dass drei "Sänger" für meinen Geschmack einfach ein bis zwei zu viel sind. Beeindruckend war es aber dennoch.

Da die beiden Headliner jeweils aus dem Hause FDA Rekotz stammen, wissen Kenner natürlich gleich, was im Folgenden passieren wird. Doch bis WOUND anfangen, heißt es erst einmal warten, denn die Umbaupause zieht sich stolze 45 Minuten hin (geplant waren 15 min.), was wohl zur Folge hat, dass der Gig der Wiesbadener ein gutes Stückchen kürzer ausfällt, als geplant. Doch das ist ohnehin egal. Vom ersten Ton an, tobt vor der Bühne der Pit und Wound lassen mit ihrem rohen, unbändigen und extrem kraftvollen Death Metal mit einer leichten Prise Crust und gar Black Metal (bei den Vocals) keinen Stein auf dem anderen. Rein subjektiv betrachtet, legen GOREGAST für meinen Geschmack danach zwar noch eine Schippe drauf, aber objektiv gesehen, muss man auch zugeben, dass sich nach Wound so einige Leute lieber wieder nach draußen verzogen haben. Zumindest können so von hinten ein paar Leute nach vorne rücken - zwischenzeitlich war es heute nämlich arg voll. Die Berliner Band um Fronter und zugleich auch FDA Rekotz-Labelchef Rico bietet recht eingängiges Material, das mit mächtigem Groove und variablem Tempo aber auch nicht minder aggressiv ist. Ein mehr als gelungener Abschluss eines starken Konzertabends!

Goregast

Setlist - Goregast

Covered In Skin
Desechos Humanos
Puerco De Dinero
Honor The Dead
Necropolis Of The Decomposition
Sorry I Damaged Your Brain
Nice Guy Next Door
Necrophagic Pathologist
Boozer
Mindcreeper
Soulless


Text: Marco Zimmer