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Konzert: MAGNUM - 10.05.2014 - Emden

Location: Nordseehalle


Magnum und Saga auf Doppel-Headlinertour - ein Konzertereignis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Wobei ich mich im Vorfeld allerdings ernsthaft frage - ohne die beiden Bands nun "kleiner" machen zu wollen, als sie sind - wie man die recht große Nordseehalle in Emden denn voll bekommen möchte?
Des Rätsels Lösung folgt beim Betreten der Halle. Sie wurde mittels Vorhängen schätzungsweise "gedrittelt" - doch selbst das ändert nichts daran, dass sich der Zuspruch am heutigen Samstag Abend mit wenigen hundert Besuchern eher in Grenzen hält. Vielleicht liegt's am recht stolzen Eintrittspreis, der mit 50 Euro (Stehplatz) bzw. 60 Euro (Sitzplatz) zu Buche schlägt.

Wer sich bei den kanadischen Neo Prog Rockern von SAGA auf eine musikalische Zeitreise durch 37 Jahre Bandgeschichte gefreut hat, kommt heute vermutlich nicht so wirklich auf seine Kosten. In Metal-Kreisen hätte man die heutige Setlist wohl "Special Oldschool Set" genannt - bis auf zwei neuere Titel, gibt es nämlich ausschließlich Material aus den Jahren 1978 bis 1983. Da wirken das 2012er "Anywhere You Wanna Go" oder das von einem Drum-Solo eingeleitete 2007er "Corkentellis" fast schon modern. Doch dem Publikum scheint das ohnehin egal zu sein, denn gleich vom ersten Titel an, ist die Halle voll bei der Sache und feiert jeden Song regelrecht ab, während sich die Band gar den "Luxus" gönnt und mal eben vier Songs vom '78er Debütalbum "Saga" hintereinander raushaut. Das kommt natürlich verdammt gut an und Sänger Michael Sadler punktet zudem mit sympathischen Ansagen auf gebrochenem Deutsch. Ganz so progressiv, wie Saga nunmal sind, wirkt das gebotene Material zum Glück aber nicht. Das hätte bei einer Spielzeit von stolzen 80 Minuten nämlich auch schnell anstrengend werden können. So vergeht die Zeit wie im Fluge, die Songs gehen allesamt locker-flockig ins Ohr, auch wenn neun (!) Keyboards (o.ä.) speziell bei "Ice Nice" für meinen Geschmack definitiv acht zuviel sind. Aber zumindest werde ich mit der einzigen Zugabe belohnt, die in Form des Überhits "Wind Him Up" auch tatsächlich der einzige Titel ist, den ich von Saga so wirklich kenne.

Saga

Setlist - Saga
Don't Be Late
You're Not Alone
On The Loose
Anywhere You Wanna Go
Too Much To Lose
Corkentellis
Ice Nice
How Long
Humble Stance
Tired World
Scratching The Surface
Careful Where You Step

Wind Him Up

Die englischen Hardrocker von MAGNUM haben es hingegen gar nicht nötig, sich vorrangig auf den eigenen Glanztaten der 70er und 80er Jahre auszuruhen. Nach dem Opener "Live Til You Die" (zugleich auch Opener des neuen Albums "Escape From The Shadow Garden"), widmet sich die erste Hälfte des heutigen Sets ausschließlich Titeln der letzten drei Alben (also seit 2011), von denen vor allem "Freedom Day" oder "Blood Red Laughter" besonders gut ankommen. Danach begibt sich der Fünfer um Sänger Bob Catley und Gitarrist Tony Clarkin (den beiden Original Gründungsmitgliedern) auf eine Zeitreise in die 80er Jahre und kann mit Klassikern wie "How Far Jerusalem" und "Les Morts Dansant" auf ganzer Linie punkten. Die überaus gute Stimmung zuvor bei Saga können Magnum zwar halten, auch wenn sich bereits ein paar Konzertbesucher scheinbar verabschiedet haben. Gegen Ende des ebenfalls 80-minütigen Gigs verdichtet sich dann die Hitdichte merklich mit Titeln wie "All England's Eyes" und "Vigilante" und gipfelt dann natürlich im alles (!) am heutigen Abend überragenden "Kingdom Of Madness" von 1978. Ein AOR-/Hardrock-Hit, den selbst die besten Bands dieses Genres auch nur einmal in ihrer Karriere schreiben. Pure Gänsehaut, die komplette Halle singt mit und lässt für einen Moment reinstes 70er Jahre Feeling aufkommen. Ganz große Klasse! Nach dem offiziellen Teil lassen sich Magnum natürlich ncht lange zur Zugabe bitten und entlassen danach das sichtlich zufriedene Publikum (von 16 bis 60 Jahren) in die Nacht.

Magnum

Setlist - Magnum
Live Til You Die
Black Skies
Freedom Day
Dance Of The Black Tattoo
Blood Red Laughter
Unwritten Sacrifice
How Far Jerusalem
Les Morts Dansant
Falling For The Big Plan
The Spirit
All England's Eyes
Vigilante
Kingdom Of Madness

Too Many Clowns
Sacred Hour


Text & Fotos: Marco Zimmer