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Konzert: DEATHCRUSHER TOUR - 20.11.2015 - Berlin

Bands: Carcass, Obituary, Napalm Death, Voivod, Herod
Location: Astra Kulturhaus


Die wohl härteste Tour des Jahres zieht am Ende des Jahres durch Europa. Mit über dreißig Konzerten ist die Deathcrusher Tour auch wirklich fast überall vertreten. Bei der Tour schütteln sich vier 80er Jahre Legenden aus dem Death, Grind und Thrash die Hände. Solch ein dickes Konzert-Line-Up habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ich habe Glück, denn in Berlin kommt die Tour an einem Freitag an. Also beste Vorrausetzungen. Einlass ist um 18 Uhr und eine halbe Stunde später geht's auch schon los. Ein paar Tickets gibt es sogar noch für 32 Euro an der Abendkasse.


Als Opener für die ganze Tour ist HEROD aus der Schweiz gebucht, die es echt nicht leicht haben, neben den ganzen Urgesteinen. Gerade, weil sich viele denken werden, man muss erst ab Voivod oder sogar noch später da sein. Zum Glück dachte ich mir das nicht und habe mir Herod gegeben, denn das hat sich gelohnt. Mit nur vier Songs in knappen 20 Minuten haben sie eine ziemlich kurze Spielzeit. Trotz alledem können Herod absolut überzeugen. Hier trifft atmosphärischer Doom mit sehr basslastigen Drums auf progressiven modernen Sludge. Die vier Jungs von Herod lassen sich auch nicht von dem leider noch spärlichen Publikum beeinflussen und liefern eine super Live Show ab. Es wird ordentlich auf der Bühne abgegangen und gebangt. Die schaue ich mir gerne nochmal mit einer längeren Spielzeit an.

Herod

Als nächstes kommen die Kanadier VOIVOD, die erst vor einigen Monaten eine kleine Club Show in Berlin gespielt haben. Und trotz schon mehrwöchiger Tour mit der Deathcrusher Tour, bringen Voivod wie immer absolut gute Laune mit. Das überträgt sich auch gleich auf die Zuschauer, die schlagartig mehr geworden sind. Voivod gefallen mir live besser als von der Platte. Das liegt zum einen am Sound und zum anderen daran, dass die Herren extrem viel Spaß auf der Bühne haben, was ansteckend ist. Sänger Denis Bélanger rennt von einem Ende der Bühne zum anderen, während Gitarrist Daniel Mongrain mit einem breiten Grinsen die Voivod-Riffs herunterprescht und dabei die Mähne schüttelt. Dem Drummer Michel Langevin macht's auch wie immer Spaß zuzuschauen, der auch mit breitem Grinsen aufs Schlagzeug schlägt. Zum Schluss kommt der "selftitled" Klassiker, bei dem die ganzen Fans ordentlich mitgröhlen.

Voivod

Die Pausen zwischen den Bands sind mit 10 bis 15 Minuten extrem kurz, zumal man sich auch immer schleppender durch das ausverkaufte Astra bewegt. Trotzdem muss die Zeit mal sein, um den Merchstand unter die Lupe zu nehmen. Da werde ich auch gleich ein wenig Geld los. Jetzt wird es böse, meine Lieblingsband des Abends betritt die Bühne. NAPALM DEATH. Gestartet wird mit dem Intro von der neuen Platte "Apex Predator - Easy Meat". Und Barney springt auch gleich von einer Ecke in die andere. Der wird echt nicht älter. John Cooke präsentiert stolz seine neue Gitarre. An Songs gibt es eine super Auswahl. Es wird von "Scum" über "You Suffer", der aktuellen Single "How The Years Condemn" und natürlich dem Cover "Nazi Punks Fuck Off!" alles gespielt, was es so an Hits gibt. Das ist wieder eine richtig gute und brutale Live Show. Die Geschwindigkeit erstaunt mich live immer wieder. Allerdings ist der Sound dieses Mal leider recht breiig. Zum Ende gibt es mit "Unchallenged Hate" nochmal richtig was geradeaus und dann ist die powervolle Show auch schon vorbei.

Napalm Death

Nach wieder knapper Pause und leider völlig überfülltem Club (da hätten auch 100 Leute weniger gereicht - der Weg zur Toilette dauert ewig), geht es gleich mit dem Southern Death Metal Urgesteinen aus Florida weiter. OBITUARY betreten die Bühne und legen eine richtig fette Live Show hin. Während man sich kopfschüttelnd dem groovigen Death Metal hingibt, fällt mir wieder auf, was für ein geiles und abwechslungsreiches Line Up hier die Bühne teilt. Neben Songs aus der ganzen Obituary Geschichte, gibt es natürlich auch welche vom aktuellen Kracher "Inked In Blood", wie "Centuries Of Lies" und "Visions In My Head". Da der Sound von Napalm Death nicht ganz so pralle war, gefällt mir die Show von Obituary wohl am besten - ist aber auch schwierig heute Abend. Zum Ende gibt's natürlich noch den Klassiker "Slowly We Rot".

Obituary

Zum Ende kommt der Headliner, der vielen Headliner. Auch wenn man mit dem Blick auf das Line Up nicht wirklich feststellen kann, wer hier der Headliner ist und wer nicht, weiß man es spätestens jetzt durch die Bühnen Show. Denn da liefern CARCASS einiges mit. Eine richtig gute Lichtshow kommt hier zum Einsatz und die Haare von Sänger Jeff Walker werden natürlich auch per Ventilator durch die Luft gewedelt. So bilden Carcass nun das Hammerfinale des Abends. Der Sound ist richtig gut und Gitarrist Bill Steer haut ein dickes Riff nach dem anderen raus. Es werden Songs von fast allen Alben gespielt, die meisten vom aktuellen "Surgical Steel", wie "Unfit For Human Consuption", "Cadavar Pouch Conveyor System", "Captive Bolt Pistol" und noch ein paar anderen. In der Zugabe gibt es dann noch "Mount Of Ececution" und das Finale bildet der Hammertrack "Heartwork".

Carcass

Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de