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Konzert: PENTAGRAM - 17.11.2015 - Osnabrück

Support: The Order Of Israfel
Location: Bastard Club


Eigentlich sollte die Pentagram-Tour heute im französischen Nantes und morgen in Paris haltmachen. Doch nach den Terroranschlägen vor vier Tagen, hat man sich dazu entschlossen - wie viele andere Bands ebenfalls - vorerst Gigs in Frankreich abzusagen.
Nur diesem Umstand ist es also zu "verdanken", dass mit einer Vorlaufzeit von gerade mal 48 Stunden dieses heutige Konzert in Osnabrück angesetzt wurde. In der Kürze der Zeit konnten immerhin noch rund 100 Besucher erreicht werden, die den Weg an diesem Dienstag Abend in den Bastard Club finden.


Eröffnet wird der Abend von den Schweden THE ORDER OF ISRAFEL, die den perfekten Opener mimen und mit ihrem rockigen "Black Sabbath-Hippie-Doom" beim heutigen Publikum leichtes Spiel haben. Auch wenn sich Sänger Tom Sutton meist etwas wortkarg gibt und aufgrund der Überlänge der meisten Songs (acht Minuten und mehr) viele Übergänge zwischen den einzelnen Titeln fließend zu sein scheinen - das stört die Anwesenden nicht wirklich. Die Band muss sich zwar auf die Songs des bisher einzigen Albums konzentrieren, aber immerhin kommt man noch in den Genuss eines nicht näher betitelten neuen Stückes, das auf dem zweiten Album vertreten sein wird, das für 2016 angesetzt ist. Ein gelungener Auftakt.

The Order Of Israfel

Von der ersten Sekunde an, als PENTAGRAM die Bühne betreten, herrscht gleich sowas wie Magie im Club. Der 61-jährige Zeremonienmeister himself, Bobby Liebling, wird für jeden Ton, jede gesprochene Silbe und jede Bewegung regelrecht abgefeiert. Zugegeben, seine Bewegungen wirken mitunter etwas unsicher und wackelig, lässt sich aber letztendlich wohl darauf zurückführen, dass es vermutlich kaum eine Substanz gibt, die Bobby Liebling in seinem Leben noch nicht geraucht, gespritzt oder geschnupft hat. Doch das ist lange her. Seit der Reaktivierung der Band im Jahre 2011 erhält diese nun endlich den Zuspruch, den sie schon lange verdient hat und ist auch trotz (oder gerade wegen?) stets mangelndem kommerziellen Erfolg heute so "kultig", wie nie zuvor. Jeder einzelne Song, den die bestens aufeinander eingespielte Band heute vorträgt, wird vom Doom-liebenden Publikum förmlich aufgesogen. Gewonnen hatte man ohnehin gleich schon mit dem eröffnenden Doppelschlag "Death Row"/"All Your Sins" - beide vom 1985er Debüt. Man mag die heutige Setlist vielleicht als wenig "spektakulär" kritisieren (können). Fünf Songs vom Debüt, fünf Songs vom aktuellen Album "Curious Volume", sowie eine Handvoll weiterer Songs, von denen vor allem das 1993 nur als Single erschienene "Relentless" (als Abschluss des offiziellen Teils) interessant ist. Die Alben "Sub-Basement" (2001) und "Last Rites" (2011) fallen heute gänzlich unter den Tisch. Aber stört das jemanden? Vor allem, wenn der Zugabenteil mit den überragenden "Be Forewarned" und "20 Buck Spin" endet? Sicherlich nicht. Ein großartiger Auftritt einer großartigen Band, die uns hoffentlich noch lange erhalten bleibt.

Pentagram

Setlist - Pentagram
Death Row
All Your Sins
Close The Casket
Sign Of The Wolf
Forever My Queen
The Tempter Push
When The Screams Come
Dead Bury Dead
Curious Volume
Dying World
Devils Playground
Relentless

Last Days Here
Be Forewarned
20 Buck Spin


Text & Fotos: Marco Zimmer